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Lokales Orgel-Weihe in Leipzig am 27. September
Leipzig Lokales Orgel-Weihe in Leipzig am 27. September
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22:46 14.09.2015
Michael Unsinn (37) , Christian Heiden (49) und Hermann Büchsel (22) am Spieltisch in Aktion.   Quelle: Andre Kempner
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Leipzig

 Bislang kommen die Töne bei Gottesdiensten der katholischen Pfarrei St. Trinitatis aus einem elektronischen Piano oder dem kleinen Orgelpositiv. Am 27. September hat der musikalische Übergangszustand in der Neuen Propsteikirche ein Ende. An diesem Tag wird die große Pfeifenorgel geweiht. Dann kann Propsteikantor Stephan Rommelspacher in dem neuen Gotteshaus endlich so richtig loslegen.

Am 9. Mai die Weihe des porphyrroten Gebäudekomplexes, am 27. September die Weihe eines imposanten Produkts aus dem Hause Orgelmanufactur Vleugels: Die Trinitatis-Christen von der Nonnenmühlgasse kommen aus dem Feiern gar nicht mehr raus. Was nicht weiter schlimm ist. Im Gegenteil. Zumal Katholiken bekanntlich gern feiern ...

Weihen nehmen Bischöfe vor. Der Mann, der vor knapp fünf Monaten den Kirchenneubau segnete, tritt in den nächsten Tagen sein neues Hirtenamt in Berlin an. Ist demnach glaubhaft verhindert. So tritt anstelle von Erzbischof Heiner Koch am Sonntag der kommenden Woche dessen Vorgänger auf dem Bischofsstuhl der Diözese Dresden-Meißen in Aktion: Altbischof Joachim Reinelt. Sobald die Weihwassertropfen auf Spieltisch und Orgelprospekt getrocknet sind, wird die Königin der Instrumente in der neuen Propstei erstmals alle Ohren erreichen. Bislang kamen in den Genuss des tonalen Zaubers nur Insider. Allen voran der Propsteikantor und natürlich die Orgelbauer der Firma Hans-Georg Vleugels aus Hardheim bei Würzburg. Christian Heiden (49), Michael Unsinn (37) und Hermann Büchsel (22) sind in dieser Woche mit den finalen Arbeiten betraut. „Wir bauen die letzten beiden Register ein, dann ist das Werk vollendet“, sagt Unsinn.

Drei Manuale, ein Pedal, 46 Register – darunter so klangvolle Namen wie Schalmey oder Viole d’amour: Insgesamt mehr als 2700 Pfeifen tanzen schon bald nach des Kantors Pfeife. Rund 750 000 Euro wird das Projekt zur weiteren Belebung der Kirchenmusik in St. Trinitatis kosten.

Der Einbau der Orgel in der Neuen Propsteikirche am Leipziger Ring tritt in seine finale Phase. In dieser Woche werden die letzten beiden der 46 Register installiert und gestimmt. Am 27. September wird das Instrument aus der Werkstatt der Vleugels Orgelmanufactur in Hardheim feierlich geweiht. Propsteikantor Stephan Rommelspacher ist dann Herr über mehr als 2700 Pfeifen.

Ein Vielfaches dessen, was Guss und Einbau der Glocken kosten werden. Die schweren Klangkörper lassen einstweilen weiter auf sich warten. War als ursprünglicher Termin für Weihe Nummer drei das Jahresende avisiert worden, steht nunmehr fest, dass das Fünfer-Geläut plus Standglocke für den Stundenschlag nicht vor dem Frühjahr 2016 den bischöflichen Segen erhält. Wie berichtet, musste sich die Propsteigemeinde von einem Glockenstuhl mit sechs freischwingenden Körpern wegen ernster Bedenken der Statiker verabschieden. „Momentan werden die neuen Berechnungen zur Stabilität des Turmes geprüft. Wir hoffen, dass die neue Variante für die Statik kein Problem darstellt“, erläutert Propst Gregor Giele. Eine Glocke wird demnächst ganz neu gegossen, von zweien aus der bisherigen Propstei wird es Nachgüsse geben, zwei alte Glocken werden am Rosental aus dem dortigen Turm gehievt und an den Ring geschafft.

Was ansonsten aus dem alten, baufälligen, aber unter Denkmalschutz stehenden Gotteshaus in der Emil-Fuchs-Straße wird, entscheidet sich vermutlich Mitte Oktober. Die Gemeinde ist gerade mit acht potenziellen Käufern im Gespräch.

Festwoche zur Orgelweihe

In der Festwoche bis zum 3. Oktober finden an jedem Tag – ausgenommen Dienstag – kostenlose Konzerte statt. Am Freitag, 2. Oktober, wird es ab 19.30 Uhr die große Leipziger Orgelnacht geben. Von 19.30 bis 24 Uhr lassen sechs stadtbekannte Organisten das neue Instrument in seiner ganzen Pracht aufleben. Dazu gibt es Texte aus Lyrik und Prosa rund um das Thema Orgel. Ein bemerkenswertes Ereignis beschließt die Woche. Statt wie gewohnt in der Thomaskirche singt der Thomanerchor seine sonnabendliche Mottete am Tag der Deutschen Einheit ab 15 Uhr in der Neuen Propstei. Wer in den Genuss der Bachschen Kantate „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ kommen will, sollte zeitig anreisen. Wenn 700 Programmhefte zum Preis von jeweils zwei Euro verkauft sind, schließen sich die Kirchenpforten, bleibt Musikbegeisterten nur die Außenübertragung.

Das komplette Programm der Festwoche unter http://www.propsteimusik-leipzig.de/

Von Dominic Welters

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