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Lokales Palast der Republik soll auf dem Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz entstehen
Leipzig Lokales Palast der Republik soll auf dem Leipziger Wilhelm-Leuschner-Platz entstehen
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10:18 03.03.2017
Palast der Republik in Leipzig Quelle: Visualisierung: Daniel Theiler
Leipzig

Der Palast der Republik soll wieder aufgebaut werden. Doch nicht in Berlin, wo derzeit für mehr als eine halbe Milliarde Euro das heftig umstrittene Stadtschloss gebaut wird. Nein, der seit drei Jahren in Leipzig lebende Architekt und Künstler Daniel Theiler will den Palast der Republik in Leipzig, genau gegenüber der – nicht unumstrittenen – katholischen Propsteikirche errichten. Eine Kopie des Palastes soll – in der entkernten Version aus der Zeit nach der Asbestsanierung – bis 2019 auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz errichtet werden.

„Ja, das ist durchaus ernst gemeint“, erklärte Theiler auf LVZ-Anfrage. Er hält Leipzig mit seinen Museen, Galerien und Kunst-Inkubatoren wie der Baumwollspinnerei für den idealen Standort des neuen Palasts der Republik – kurz „PdR“. „Berlin hat den Abriss des Palastes beschlossen, um das Stadtschloss an gleicher Stelle wieder aufzubauen. Berlin geht zurück in die Vergangenheit“, erklärt der Architekt auf seiner Webseite. Leipzig hingegen gehöre mit dem Wiederaufbau des „PdR“ als großzügig dimensionierter Ausstellungshalle die Zukunft.

Das Projekt „PdR“ orientiert sich am Palast der Republik in der Phase vor seiner Zerstörung. Das 1976 in Berlin errichtete Gebäude stand seit 1990 wegen massiver Asbestbelastung leer und wurde ab 1998 saniert. Ab 2003 stand das weitgehend entkernte Gebäude Künstlern zur Verfügung – als großzügig dimensionierter, nutzungsoffener Ausstellungs- und Veranstaltungsort.

Die gleiche Vision hegt Theiler, der seit 2011 das Institut für soziale Urbanistik in Zürich und Leipzig betreibt, für seinen Neubau des Palasts der Republik. So soll auf dem Leuschner-Platz der Trinitatis-Kirche ein Ort der Kunst und Offenheit gegenübergesetzt werden. Das Gebäude wäre mit seiner großen Ausstellungsfläche in Leipzig einzigartig. Theiler nennt ganz unbescheiden Gebäude wie das Londoner Tate Modern als vergleichbare Ausstellungsgebäude. Dieses Museum wurde in einem ausgedienten Kraftwerk untergebracht. Damit werde das Errichten von Kunstwerken ermöglicht, die sonst in Leipzig nicht realisierbar wären, so Theiler.

Gegenüber dem Stadtschloss in Berlin hat der Palast der Republik einen entscheidenden Vorteil: Zu seiner Errichtung muss kein historisches Gebäude dem Erdboden gleich gemacht werden. Der Wilhelm-Leuschner-Platz ist eine Brache. Und nach dem gescheiterten Versuch, auf diesem ein Freiheitsdenkmal zu errichten, handelt es sich derzeit um einen besseren Parkplatz.

2019 soll das Berliner Stadtschloss für Touristen und Bürger an Stelle des alten Palasts der Republik fertiggestellt sein. Den gleichen Eröffnungstermin peilt Daniel Theiler für seinen Palast der Republik in Leipzig an. 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen. Offiziell ist noch nichts, und auch die Finanzierung steht noch nicht. Unterstützer können sich über Die Projekt-Webseite daran beteiligen. Es gibt T-Shirts, Buttons und Beutel.

joka

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