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Lokales Pannen-Linie 89: Leipzigs erster E-Bus schwächelt
Leipzig Lokales Pannen-Linie 89: Leipzigs erster E-Bus schwächelt
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18:20 16.09.2016
Im Mai wurde der erste vollelektrische Bus der LVB vorgestellt. Quelle: Kempner
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Leipzig

Eigentlich wollten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) mit ihrem ersten vollelektrischen Bus in ein neues Zeitalter starten. Denn das ausschließlich batteriegetriebene Fahrzeug ist extrem leise unterwegs und stößt keine Abgase aus. Doch seit dem Start des Probebetriebes im Mai geschehen seltsame Dinge: Passanten beobachten, dass der neuartige Bus nach der Anlaufphase immer seltener auf der Linie 89 zu sehen ist, auf der er eigentlich fahren sollte. Auf LVZ-Anfrage bestätigen die LVB jetzt, dass das Zukunftsmobil häufig steht. Über die Ursache rätseln die Experten noch. Denn derselbe Bus war zuvor ein halbes Jahr lang in Dresden im Einsatz – und hat dort tadellos funktioniert.

Bei den LVB wird betont, dass die Pannenserie kein aktuelles wirtschaftliches Problem darstellt. Denn sowohl das Fahrzeug als auch die am Connewitzer Kreuz errichtete Ladestation werden vom Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI finanziert. Den Experten des Leipziger Unternehmens ist der Ausgang des einjährigen Tests trotzdem nicht gleichgültig. Denn ab dem Jahr 2019 steht in dem Unternehmen der sukzessive Ersatz von 70 Normalbussen an – sind die Testergebnisse akzeptabel, werden weitere vollelektrische Busse angeschafft; wenn nicht, sind es wieder dieselgetriebene.         

Technische Herausforderungen

Deshalb suchen auch Experten der LVB nach einer Erklärung für die Pannen. „Das Besondere an unserem Projekt ist der Anschluss an das 600-Volt-Bahnstromnetz der LVB, um das Fahrzeug an der Endstelle am Connewitzer Kreuz zu laden“, sagt Sprecher Marc Backhaus. Dies sei eine besondere Herausforderung, denn in diesem Bahnstromnetz gebe es erhebliche Spannungsschwankungen, die sich offenbar auf den Ladevorgang und das Fahrzeug auswirken. Zu den Schwankungen kommt es, wenn zum Beispiel gerade mehrere Straßenbahnen anfahren und sehr viel Strom aus dem Bahnstromnetz ziehen, oder wenn Fahrzeuge abbremsen und dabei Bremsenergie in das Bahnstromnetz zurückgespeist wird. „Das ist eine Herausforderung, für die es noch keine Erfahrungen gibt“, betont Backhaus. „Wir sind aber optimistisch, dass wir diese technischen Herausforderungen lösen.“ Damit dies gelingt, testen LVB-Experten diese Lademöglichkeit weiter und nehmen bei Bedarf Anpassungen vor. Der E-Bus kann deshalb nur unregelmäßig eingesetzt werden.

Aufmerksam registriert wurde in Leipzig auch, dass der avisierte zweite vollelektrische Bus ungewöhnlich lange auf sich warten lässt. Ursprünglich sollte er „im Sommer“ eintreffen und über eine Batterie mit größerem Speicherinhalt verfügen. Doch dieser zweite Elektrobus ist immer noch nicht nutzbar. „Dieses Fahrzeug wird derzeit beim Fraunhofer Institut in Dresden komplettiert“, so der LVB-Sprecher. „Auch dies ist Bestandteil des Forschungs- und Entwicklungsprojektes und nimmt mehr Zeit und Entwicklungsarbeit in Anspruch, als ursprünglich angenommen.“ Wann der Bus eintrifft, könne im Moment nicht gesagt werden. Nur so viel wird verlautbart: „Der Test hat uns bis jetzt bereits Erkenntnisse geliefert, mit welchen Herausforderungen die Einführung der Elektromobilität im Busbereich verbunden sein wird“, so Backhaus.

Andreas Tappert

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