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„Parc du Soleil“ im Leipziger Norden – erste Mieter im Frühjahr

Altes Militärlazarett „Parc du Soleil“ im Leipziger Norden – erste Mieter im Frühjahr

Im Norden Leipzigs wird aus einem alten Militärlazarett eine Gartenstadt mit 176 Wohnungen. Schon im Frühjahr können die ersten Mieter im „Parc du Soleil“ einziehen. Die LVZ hat sich auf der Baustelle des Großprojekts umgesehen, das 60 Millionen Euro kostet.

So soll der „Parc du soleil“ an der Max-Liebermann-Straße 15 nach der Fertigstellung Mitte 2018 aussehen.

Quelle: Visualisierung: Fuchshuber Architekten

Leipzig. Im Norden Leipzigs wird aus einem alten Militärlazarett an der Max-Liebermann-Straße jetzt eine Gartenstadt mit 176 Wohnungen. Schon im Frühjahr können die ersten Mieter im „Parc du Soleil“ einziehen. Die LVZ hat sich auf der Baustelle des Großprojekts umgesehen, das 60 Millionen Euro kostet.

„Absonderungshäuser“ – so hießen die Flachbauten im hintersten Teil des riesigen Geländes früher einmal. Wer heute dorthin gelangen will, kann dafür eine neue Straße nutzen. „Sie ist 1,6 Kilometer lang und gerade von der Baufirma Strabag fertiggestellt worden“, erklärt René Böhme, Projektleiter beim Investor Gartenstadt-Gesellschaft Hellerau (GGH), die 1908 in Dresden gegründet wurde. Gemäß eines Beschlusses der Stadt Leipzig soll die neue Straße Benedikring heißen. „Der Name geht auf einen hier tätigen Arzt zurück“, erläutert Böhme. „Und dass die neue Trasse alle 14 historischen Gebäude wie ein Außenring umschließt und verbindet, ist ja sofort zu sehen.“

Tatsächlich fällt der Überblick auf dem 6,6 Hektar großen Areal nicht allzu schwer. Fast symmetrisch war das Lazarett für eine der größten Garnisonen Deutschlands zwischen 1895 und 1908 in Möckern angelegt worden – zunächst mit 100 Betten. Um 1933 wurde die Kapazität dann durch Umbau und Aufstockung der eingeschossigen zentralen Häuser sowie den Bau weiterer verdreifacht. Der gründerzeitliche Mix aus Neo-Renaissance und Neo-Klassizismus blieb dabei erhalten, so Architekt Gert-Ingulf Müller vom Leipziger Büro Fuchshuber. Natürlich werde dieser Stil auch jetzt, bei der denkmalgerechten Sanierung, gepflegt.

Komfortabel aber nicht luxuriös

Seit dem Abzug russischer Truppen im Jahr 1990 stand das Lazarett leer. Folglich bedarf es noch einiger Fantasie, dem Architekten zu folgen, wenn er über die historische Gestaltung der Treppenhäuser spricht. Sie werden nun ebenfalls rekonstruiert. „Die historischen Rundbögen über den Flügeltüren kehren als Malereien zurück. Wer seine moderne Wohnung betritt, hat dann den Eindruck, durch eine der alten Glastüren zu schreiten.“ Die insgesamt 176 Wohnungen seien von der Fußbodenheizung bis zur offenen Küche komfortabel, aber nicht luxuriös ausgestattet, so Projektleiter Böhme. „Den Wärmeschutz erzielen wir komplett durch Innendämmung, um die schönen gelben Klinkerfassaden nicht anzutasten. Platz dafür ist genug, denn die Räume wurden schon zur Erbauungszeit recht hoch angelegt. Ein großes Luftvolumen war den Erbauern aus Hygienegründen wichtig.“

Die ersten drei der insgesamt vier Bauabschnitte laufen inzwischen auf Hochtouren. An vielen Dächern, die durchweg Loggien erhalten, leuchten neue rote Biberschwanzschindeln. Alle Zwei- bis Fünf-Raum-Wohnungen sind längst verkauft, werden jedoch in Zukunft vermietet, so Projektleiter Böhme. „Im Frühjahr können die ersten Mieter im ersten Bauabschnitt einziehen.“ Im Sommer folge der zweite Abschnitt. Mitte 2018 soll alles fertig sein – auch der Park.

Auf dem Weg zu den „Absonderungshäusern“ geht es an einer rechteckigen Grünfläche vorbei, die schon 1915 den Mittelpunkt der Anlage bildete. Umsäumt von mächtigen Linden – insgesamt gibt es über 500 Bäume auf dem Gelände – wird die historische Parkanlage mit ihren drei Rondellen und prägnanten Wegekreuzen nun wieder hergestellt. Freilich habe das Büro Seelemann Landschaftsarchitekten aus Markkleeberg bei dem Gesamtkonzept für die Freiflächen auch an Spielplätze für die Kinder gedacht, sagt Projektleiter Böhme: „Ein Vorteil der neuen Ringstraße ist, dass der gesamte Innenbereich künftig ohne Autos auskommt. Der Nachwuchs kann hier gefahrlos herumtoben.“

Am nördlichsten Zipfel angekommen, sind das Areal der benachbarten General-Olbricht-Kaserne und viele Nistkästen zu sehen. Auch ein Aussichtspunkt und kleinere Hügel, die extra zum Schutz der Zauneidechsen im „Parc du Soleil“ angelegt wurden. Überhaupt nicht absondern möchte man sich von den hier stehenden „Absonderungshäusern“ (ehedem für Patienten mit ansteckenden Krankheiten), welche das Architekturbüro Fuchshuber in Reihenhäuser von 80 bis 120 Quadratmetern, dazu Garten und Terrasse verwandelt hat. Mit ihren Sockeln aus roten Ziegeln, den ornamentreichen gelben Klinkerfassaden sowie neu aufgesetzten, anthrazitfarbenen Penthouse-Etagen für die Schlaf- und Kinderzimmer sind sie nun wahre Schmuckstücke geworden.

Max-Liebermann-Straße, Leipzig 51.376148 12.365066
Max-Liebermann-Straße, Leipzig
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