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Lokales Park-Hotel schließt Ende Januar für Schönheitskur – Wiedereröffnung zur Buchmesse
Leipzig Lokales Park-Hotel schließt Ende Januar für Schönheitskur – Wiedereröffnung zur Buchmesse
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22:00 13.01.2017
Das bald 104 Jahre alte Park-Hotel an der Richard-Wagner-Straße hat 288 Zimmer. Sie werden jetzt etagenweise renoviert. Quelle: Fotos: André Kempner
Leipzig

Schönheitskur für einen Oldtimer: Das bald 104 Jahre alte Park-Hotel gegenüber vom Leipziger Hauptbahnhof schließt Ende Januar für gut sieben Wochen. Am 20. März, pünktlich zur Leipziger Buchmesse, empfängt es aufgepeppt und aufgefrischt seine neuen und alten Gäste. Die Renovierung sämtlicher 288 Zimmer zieht sich allerdings noch bis ins zweite Halbjahr hinein und wird etagenweise vollzogen. Dabei ist die letzte Renovierung noch gar nicht so lange her, sie hat erst zwischen 2008 und 2010 stattgefunden. Doch seitdem sind schon wieder -zigtausend Gäste über die Fußbodenbeläge gelaufen – und wer attraktiv bleiben will, muss permanent an sich arbeiten.

Auch die Rezeption wird sich verändern. Quelle: André Kempner

Maler, Teppichleger, Möbeltischler, Klempner beziehen im Februar und März die Räume. Sie tauschen Teppiche, Matratzen, Sessel, Gardinen und Fernseher aus, erneuern die Bettverkleidungen, tapezieren die Wände neu. Die Grundfarben des Hauses – Blau, Gelb, Silber – bleiben erhalten, aber wie im Musterzimmer schon erkennbar ist, wird alles frischer, heller, moderner. Zu 90 Prozent sind die Aufträge an Firmen aus Sachsen und Thüringen gegangen. Zur Investitionssumme macht der Hoteleigentümer keine Angaben.

Nicht erneuert werden die Bäder und die maßgefertigten Schreibtische, zumal sie dank eines sehr peniblen hoteleigenen Hauskeepings tipptopp gepflegt und in Schuss sind. Dafür werden sich Bistro und Bankettbereich sichtbar verändern. Im Restaurant Steak-Train erhalten die Leder-Sitzbänke einen neuen Bezug. Die jetzt ausgemusterten Möbel werden laut Marketingchefin Gitta Jonek zum größten Teil verkauft.

Alle rund 100 Mitarbeiter bleiben während der Schließzeit an Bord. „Einige nehmen ein paar Tage Urlaub, aber es gibt viel zu räumen, da packen alle mit an“, so die Marketingchefin. Wenn am 27. Januar der vorerst letzte Gast verabschiedet wird, gibt es im Restaurant Steak-Train noch ein besonderes Angebot: Der Küchenchef zaubert (auf Reservierung) aus seinen Vorräten ein Drei-Gänge-Überraschungsmenü, und die Gäste können selbst bestimmen, wie viel sie dafür zahlen wollen.

Marketingchefin Gitta Jonek gibt den Blick ins Musterzimmer frei. Quelle: André Kempner

Das Leipziger Park-Hotel ist, zusammen mit dem Fürstenhof und Victor’s Residenz Hotel, das letzte noch in Betrieb befindliche historische Hotel am Leipziger Ring. Eröffnet wurde es am Tag der Einweihung des Völkerschlachtdenkmals – am 18. Oktober 1913, übrigens an der damaligen Leipziger Parkstraße (ein Jahr später wurde sie in Richard-Wagner-Straße umbenannt). 1951 ging das Haus an die staatliche HO über. 1993 kauft der Hannoveraner Unternehmer Theo Gerlach das sanierungsbedürftige Gebäude und baut es zwei Jahre lang um. Er bewahrte das Art-Déco-Ambiente mit Elementen des Jugendstils, das seit achtzig Jahren das einstige Grandhotel prägte. Die gesamte Innenausstattung wurde damals exklusiv neu angefertigt – vom Jugendstilleuchter über die Sitzmöbel bis hin zum Fahrstuhl und den Tapeten. Auch 1995 wurde die Wiedereröffnung an einem 20. März gefeiert. Seitdem präsentiert sich das Privathotel als Vier-Sterne-Haus der Seaside-Gruppe. Die Eigentümerfamilie Gerlach besitzt zwölf Herbergen darunter die Abito-Suiten am Augustusplatz im Neubau neben der Universität.

Im Jahr 2016 hatte das Park-Hotel sein erfolgreichestes Jahr mit 87200 Gästen und einer Auslastung von mehr als 70 Prozent. Seit der Neueröffnung 1995 haben mehr als 1,2 Millionen Gäste im Haus übernachtet.

Von Kerstin Decker

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