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Lokales Park hinter der Leipziger Oper voller Picknick-Abfall von Pokémon-Go-Jägern
Leipzig Lokales Park hinter der Leipziger Oper voller Picknick-Abfall von Pokémon-Go-Jägern
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10:17 06.08.2016
Zocken im Freien: Pokémon Go-Spieler verbringen viele Stunden im Park vor der Oper. So mancher lässt auch seinen Picknickabfall dort liegen.  Quelle: Dirk Knofe
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Leipzig

 Im Park hinter der Oper am Schwanenteich liegt neuerdings eine Menge Müll auf den Wiesen. Seitdem die App „Pokémon Go“ herausgekommen ist, wird dort viel gezockt – und gepicknickt. Beliebt ist die Wiese deshalb, weil sich dort drei sogenannte Pokéstops befinden. Die Wahrscheinlichkeit, seltene Exemplare zu finden, ist relativ hoch. Der Abfall von essenden Spielern bleibt in den meisten Fällen jedoch liegen. Das stört Passanten.

Die meisten Pokémon-Jäger halten sich zwei bis drei Stunden auf, erzählt die 19-jährige Lisa Kistner, die ihren Müll immer mit nach Hause nimmt. Viele würden das Spiel als Gelegenheit nutzen, ihre Musikanlagen mitzubringen und während des Spielens zu picknicken oder zu grillen. Die Atmosphäre sei toll, man lerne schnell neue Leute kennen, schwärmt die Schülerin aus Leipzig.

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Haribo-Tüten, Trinkbecher und Bananenschalen: Das alles liegt am Freitagmittag im Park hinter der Oper herum. Seitdem sich hier drei Pokéstops befinden, wird nicht nur gezockt, sondern auch gepicknickt. Manche grillen sogar, entsorgen den Müll dann aber nicht.

Pizzaessen in toller Atmosphäre

Neben Snacks würden vereinzelt Pizzen vom Lieferservice herbestellt werden, so Kistner weiter. Die Abfälle blieben dann meistens im Gras, in den Büschen und neben den Gehwegen liegen.

Julius jagt ebenfalls Pokémons. Der Schüler aus Leipzig zockt oft mit Freunden auf der Wiese hinter der Oper. Er hat sich einen Campingstuhl angeschafft. Darin sitzt er, hält in der einen Hand sein Smartphone, in der anderen einen Energy-Drink. Wenn der 15-Jährige ausgetrunken hat, wird er die Pfandverpackung wieder mitnehmen, denn immerhin bekommt er dafür 25 Cent zurück.

Julius (15): Nimmt nach dem Zocken im Campingstuhl seine Energy-Drink-Dose wieder mit, denn darauf gibt es schließlich 25 Cent Pfand. Die kann der Schüler gut gebrauchen. Quelle: Dirk Knofe

Vor einem Jahr lag dort weniger Abfall

Leipzigerin Iris Franchella, 53 Jahre alt, fährt mehrmals pro Monat mit ihrem Elektrorad durch den Park, beispielsweise wenn sie einen Arzttermin wahrnehmen will. „Vor einem Jahr war die Situation hier noch nicht so schlimm“, findet die Frührentnerin.

„Natürlich stößt das auf“, bekennt auch Winifred Rüdinger (53), Hausfrau aus Markkleeberg. „Es muss den Leuten aber die Möglichkeit eingeräumt werden, ihren Müll wegwerfen zu können“, fügt sie hinzu.

Zwölf Papierkörbe

Allerdings: Laut Susanne Zohl, Sprecherin der Stadtreinigung Leipzig, befinden sich auf dem Parkareal Schwanenteich zwölf Mülltonnen. „Die Aufstellung zusätzlicher Papierkörbe im Park hinter der Oper ist in diesem Jahr nicht geplant“, sagt sie.

Mehrmals pro Woche werde laut Zohl die Parkanlage durch die Stadtreinigung Leipzig sauber gemacht. „Bereits vor dem Pokémon-Hype erfreute sich die Grünfläche großer Beliebtheit, so dass große Mengen von Unterwegsabfällen schon seit Jahren dort eingesammelt werden mussten“, gibt sie zu bedenken.

„Die Stadtreinigung Leipzig wird den Bereich am und um den Schwanenteich weiterhin beobachten“, so Zohl weiter.

Allerdings werden diese Entsorgungsmöglichkeiten selten genutzt. Die leeren Kaffeebecher, Fast Food-Tüten und Bananenschalen liegen oft auf der 20.000 Quadratmeter großen Grünfläche verstreut. Manchmal landet das Zeug auch im 3000 Quadratmeter großen Schwanenteich.

Welcher Müll jedoch direkt von den Pokémon-Spielern kommt, ist unklar. Die Schüler Lisa und Julius sind jedenfalls gute Beispiele, dass nicht alle ihren Mülle einfach liegen lassen.

Von Melanie Steitz

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