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Lokales Parkbogen Ost: Leipzig kauft Bahndamm und sieben Brücken
Leipzig Lokales Parkbogen Ost: Leipzig kauft Bahndamm und sieben Brücken
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00:20 16.12.2017
Der neue Rad- und Fußweg namens Parkbogen Ost soll viele Abzweige zu den Wohngebieten erhalten. Die Arbeiten starten im Sellerhäuser Bogen mit dem Viadukt. Quelle: Grafik: Patrick Moye
Leipzig

Es geht nicht ganz so schnell wie erhofft. Aber zumindest geht es voran mit dem Parkbogen Ost, dem wohl spektakulärsten Projekt zum Erhalt der Lebensqualität im stark wachsenden Leipzig. Mehr als 40 Millionen Euro soll ein Fuß- und Radweg samt Grün- und Spielanlagen kosten, welcher in Zukunft die Stadtteile Volkmarsdorf, Schönefeld, Sellerhausen, Anger-Crottendorf, Stötteritz und Reudnitz besser verknüpft. Starten will die Kommune im Sellerhäuser Bogen, wo der Weg auch über den 200 Meter langen und über zwölf Meter hohen Viadukt führt.

Inzwischen liege ein fast unterschriftsreifer Kaufvertragsentwurf für die Grundstücke an der ehemaligen Gleistrasse vor, teilte Petra Hochtritt vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) nun bei einem Bürgerforum in Volkmarsdorf mit. „Das Liegenschaftsamt und die Deutsche Bahn AG konnten alle offenen Punkte klären. Es fehlen nur noch die Unterschriften“, sagte sie. Gegenstand des Vertrags seien alle Bahndämme und Brücken auf der 1,5 Kilometer langen Trasse zwischen den nicht mehr genutzten Bahnhöfen Sellerhausen (am Ende der Eisenbahnstraße) sowie Anger-Crottendorf (an der Zweinaundorfer Straße). Wie berichtet, hatte die Kommune für alle sonst noch benötigten privaten Flächen in diesem Abschnitt schon 2016 eine Vorkaufsrechtssatzung beschlossen: auch um Grundstücksspekulationen vorzubeugen.

Welcher Kaufpreis für die Bahnflächen vorgesehen ist, dazu konnte sich Hochtritt mit Rücksicht auf den noch laufenden Prozess nicht äußern. Bekanntlich hatte die Bahn den Sellerhäuser Bogen zur Eröffnung des neuen Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes vor vier Jahren stillgelegt. Das ASW gab den Gesamtaufwand für Erwerb und Neugestaltung dieses Bereichs in einem 2016 vom Rat beschlossenen Masterplan mit 12 bis 16 Millionen Euro an.

Größter Kostenblock dabei dürfte aber die Sanierung der fünf Steinbrücken und zwei Stahlbrücken sein. „Bautechnische und denkmalschutzrechtliche Gutachten dazu liegen mittlerweile vor. Demnach sind die Steinbrücken samt dem 1875 entstandenen Viadukt sowohl erhaltungswürdig als auch sanierungsfähig“, sagte Hochtritt. Für die beiden Stahlbrücken aus sogenanntem Thomasstahl, der bei extremen Witterungsschwankungen ein erhöhtes Bruchrisiko aufweisen kann, liefen noch vertiefende Untersuchungen.

Gleiches gelte für den Naturschutz. An den Dämmen und Brücken sei unter anderem der in Deutschland vom Aussterben bedrohte Steinschmätzer entdeckt worden. Dieser 22 bis 28 Gramm leichte Singvogel lebt sonst meist in Gebirgen, hierzulande auch in Bergbaufolgelandschaften. Sobald der Kaufvertrag mit der Bahn rechtskräftig ist, wolle die Kommune einen Wettbewerb zur Gestaltung des Höhenrad- und Fußwegs, eines dortigen Platzes namens „Stadtbalkon“ sowie zur Nutzung der Freiflächen ausloben. „Daran können sich auch internationale Architekturbüros und Landschaftsplaner beteiligen.“ Ursprünglich sollte der Wettbewerb schon in diesem Sommer beginnen. „Doch das geht eben erst, wenn der Stadt die Flächen gehören“, erläuterte sie. „Aktuell gehen wir davon aus, dass die Wettbewerbsergebnisse im Herbst 2018 vorliegen.“ Die Sanierung der historischen Steinbrücken könne und solle aber schon eher starten. Schließlich würden diese Brücken durch den Wettbewerb nicht in ihrer Bausubstanz verändert, sondern dabei nur neue Nutzungen erhalten.

Hochtritt betonte, dass für alle Maßnahmen beim Parkbogen Ost Fördermittel von EU, Bund und Land bereitstünden. Der Eigenanteil der Stadt betrage dabei stets ein Drittel.

Von Jens Rometsch

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