Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Lokales Parkbogen Ost: Neuer Schwung für Fuß- und Radweg-Konzept
Leipzig Lokales Parkbogen Ost: Neuer Schwung für Fuß- und Radweg-Konzept
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:59 16.04.2013
Modell des neuen Höhenradwegs Quelle: Zeichnung Uwe Lotan

Nun wird das gewaltige Projekt namens Parkbogen Ost allmählich konkret.

Michael Berninger und Hannes Lindemann gehören zu den vielen Unermüdlichen, die das Projekt in den vergangenen Monaten vorangetrieben haben. "Es ist wirklich mal ein positives Beispiel, wie sich hier die Begeisterung der Bürger auf die Stadtverwaltung übertragen hat", meint Berninger, bekannt als Chef der Werbefirma Culturtraeger. "Sonst sieht sich das Rathaus ja eher Protesten der Bürger gegenüber."

Der Parkbogen indes sei nun zum "zentralen Element" des kürzlich beschlossenen Stadtentwicklungskonzeptes für den Leipziger Osten geworden, freut sich Lindemann. "Auch erhielten wir einen Preis beim Wettbewerb Ideen für den Stadtverkehr", erzählt der Vertreter vom Parkbogen-Ost-Verein. "Das alles ist ein riesiger Schritt für uns, denn jetzt fallen wichtige Entscheidungen: Zum Beispiel, wie es mit den alten Bahnanlagen an der insgesamt fünf Kilometer langen Strecke weitergeht."

Vor und hinter dem 200 Meter langen Viadukt in Sellerhausen seien gerade die Gleisanlagen entfernt worden. "Über dieses Industriedenkmal in Höhe der benachbarten Häuserdächer kann man also schon gefahrlos drüberlaufen", so Lindemann. Vergangenen Winter hatte die Bahn drei Haltepunkte im Zuge des bislang nur auf dem Papier existierenden Parkbogens stillgelegt, weil diese nicht zum City-Tunnel-Netz gehören. "Wir müssen aufpassen, dass keine Dinge verschwinden, die später noch gebraucht werden." Diese Gefahr bestehe etwa bei den Eisenbahnbrücken wie in Anger-Crottendorf. Dabei seien sie für die große Attraktion - den geplanten Höhenradweg über Bahndamm und Viadukt - zwingend erforderlich.

Durch den derzeit laufenden Neubau der Brücken in der Berliner Straße habe das künftige Band schon ein Problem bekommen, warnt auch Berninger. "Dort stehen jetzt nur noch die Widerlager für eine Fußgängerbrücke, aber die Brücke selbst müsste die Stadt neu errichten." Ähnliche Konflikte könnten sich zum Beispiel auch bei der Wiederbelebung des früheren Postbahnhofs ergeben. Oder für den Fall, dass sich doch noch ein Investor für das mächtige Bugra-Messehaus findet. Durch dessen derzeitige Ruine soll der künftige Weg wie in einer Passage hindurchführen.

Die engagierten Bürger erhoffen sich deshalb von der Stadt als nächsten Schritt eine Ideen-Werkstatt oder professionelle Analyse zu den Problemstellen. "Als Leipziger Gartenprogramm setzen wir unser Preisgeld von 50000 Euro, das wir 2012 beim Deutschen Naturschutzpreis erhielten, ebenfalls für das Projekt ein", berichtet Berninger.

Im Rathaus wurde eine Arbeitsgruppe nur für dieses Thema gegründet. "Sie berät regelmäßig mit den Initiativen vor Ort", betont Karsten Gerkens, Leiter des Amtes für Stadterneuerung (ASW). "Wir haben auch schon auf Arbeitsebene mit der Bahn gesprochen. Sie benötigt jedoch noch Teile ihrer Anlagen als Reserve, falls zum Start des City-Tunnel-Betriebs irgendwas nicht klappt." Die Kommune treibe die Planungen nun in fünf Gebietsabschnitten voran. Auch zur Finanzierung gebe es erste Überlegungen: etwa einen EU-Fonds wie beim Lindenauer Hafen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.04.2013

Rometsch, Jens

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

[gallery:500-2305130232001-LVZ] Leipzig. Die Ökumenische Bahnhofsmission feiert in diesem Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. In Trägerschaft der Leipziger Caritas und Diakonie kümmern sich ehrenamtliche Begleiter um Hilfsbedürftige.

16.04.2013

Die Kindertagesstätte Stollberger Straße in Thekla erhält neue Brandschutztüren, eine Sicherheitsbeleuchtung und eine neue Alarmanlage. Das beschloss die Leipziger Verwaltungsspitze am Dienstag.

16.04.2013

Guter und bezahlbarer Wohnraum, damit punktet Leipzig bei seinen Bürgern und denen, die in die Stadt ziehen. Rund 8000 waren das im Jahr 2012 - und wenn das so weitergeht, könnte der Wohnungsmarkt in den nächsten fünf Jahren kippen.

16.04.2013
Anzeige