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Lokales Parken in Leipzigs City wird bald doppelt so teuer - 150 Automaten bis Mitte Juni umgerüstet
Leipzig Lokales Parken in Leipzigs City wird bald doppelt so teuer - 150 Automaten bis Mitte Juni umgerüstet
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11:46 21.04.2011
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Leipzig

"Bis Mitte Juni werden wir damit fertig sein", sagte Edeltraut Höfer, Leiterin des Verkehrs- und Tiefbauamtes auf Anfrage. Die neue Regelung teilt Leipzig in drei Zonen ein. Innerhalb des Promenadenrings wird für eine halbe Stunde Parken demnächst ein Euro fällig.

Per Software-Umstellung werden bis Mitte Juni alle Automaten umgerüstet. Rund um den Zoo, wo im Sommer wegen der Gondwanaland-Eröffnung mit deutlich mehr Verkehr gerechnet wird, stellt die Stadt planmäßig zehn neue Automaten auf. "Das passiert im Juni, und wir können dann gleich alle Geräte mit den neuen Gebühren programmieren", so Edeltraut Höfer. Die Kosten für die Umstellung bewegten sich im normalen Rahmen einer Wartung.

Die Gebührenerhöhung trifft alle, die ihr Fahrzeug nicht im Parkhaus oder der Tiefgarage abstellen wollen. Mit dieser ersten Anhebung seit zehn Jahren will die Stadt auch ihr Konzept Autoarme Innenstadt" vorantreiben. Kurzparker hatten bisher in der City bessere Karten: Hier kostete das Abstellen des Pkw 50 Cent für eine halbe Stunde. Danach stieg die Gebühr gestaffelt, für bis zu drei Stunden musste man 3,50 Euro berappen, jetzt werden für zwei Stunden vier Euro fällig. Jede Staffelung entfällt, jede halbe Stunde kostet einen Euro.

Die FDP-Fraktion hatte im Vorfeld die Einrichtung einer "Brötchentaste" gefordert, um gebührenfreies Kurzzeitparken zu ermöglichen. Der Vorschlag war kurzfristig - wenn auch etwas abgewandelt - in die Verordnung aufgenommen worden. Dort heißt es: "Um sehr kurzzeitige Erledigungen in Geschäften zu ermöglichen, ohne eine Gebühr am Parkscheinautomaten zu entrichten, können gebührenfreie Kurzzeitparkplätze eingerichtet werden."

Spürbar teurer wird auch das Parken in der deutlich erweiterten Zone zwei. Sie umfasst nun auch die sogenannten "Parkraumschwerpunkte" rund um die Arena und das Zentralstadion, den Zoo und die Uniklinik. Gerade diese viel frequentierten Wohnbereiche fielen bisher in die Zone drei, hier kostete das Parken nur 20 Cent für die halbe Stunde. Ab sofort kostet das Abstellen des Pkw 70 Cent je halbe Stunde. Die Stadt hofft, dass sich die höheren Parkgebühren für die Anwohner positiv auswirken - und einfach weniger Leute ihr Auto in diesen Gebieten abstellen.

Außerhalb des sogenannten Tangentenvierecks liegt die neue Zone 3, hier kosten 30 Minuten Parkzeit 30 statt bisher 20 Cent. Neu geregelt wurden auch die Gebühren für Busse: Bisher gab es an Parkscheinautomaten gar keine extra Gebühren für die großen Fahrzeuge. Das wird sich jetzt ändern. Wer auf öffentlichen Flächen seinen Bus abstellt, muss je nach Zone und pro halbe Stunde 3, 2 oder einen Euro zahlen. Die Stadt rechnet durch die neue Verordnung mit höheren Einnahmen: Rund 400.000 Euro mehr sollen die Parker ins Stadtsäckel bringen.

In der City stehen laut Verwaltung 7.000 Stellplätze zur Verfügung, der Bedarf könne damit fast vollständig gedeckt werden. Dazu komme die die Erweiterung des Zoo-Parkhauses und perspektivisch die Parkplätze der "Höfe am Brühl". Im öffentlichen Raum stehen künftig nur noch 365 Parkplätze zur Verfügung. Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) hatte bei der öffentlichen Vorstellung der Gebührenordnung gesagt, er hoffe, dass durch die Anhebung der Gebühren die Tiefgaragen und Parkhäuser besser genutzt würden, "und somit auf den Straßen der Verkehr durch die Parkplatzsuchenden abnimmt".

Bereits 1993 hatte sich der Stadtrat mit dem Konzept "Autoarme Innenstadt" dazu bekannt, "das Stadtzentrum schrittweise vom fließenden und ruhenden Kfz-Verkehr zu entlasten, um die Aufenthalts- und Erlebnisqualität für Gäste und Bewohner spürbar zu verbessern". Je nach den baulichen Veränderungen in der City wird das Konzept fortgeschrieben und habe, so die Verwaltung, auch die Grundlage für die neue Parkgebühren-Verordnung gebildet. In den letzten zehn Jahren hatte es keine Erhöhung der Gebühren gegeben.

Evelyn ter Vehn

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