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Lokales Parking-Day in Leipzig: Akteure verwandeln Stellplätze in grüne Oasen
Leipzig Lokales Parking-Day in Leipzig: Akteure verwandeln Stellplätze in grüne Oasen
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16:39 14.09.2016
Spielen statt parken: Am Freitag ist wieder Parking-Day in Leipzig. (Archiv)  Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

 Hängematten, Rollrasen, Topfpalmen – am kommenden Freitag verwandeln sich zahlreiche Leipziger Parklücken in kleine Freizeit-Areale. Der Leipziger Ökolöwe unterstützt auch in diesem Jahr die Aktion für kreative Ideen, die für ein paar Stunden das Stadtbild verändern. „Die Aktionen am PARK(ing) Day machen deutlich, wie stark der öffentliche Raum in unserer Stadt von Autos bestimmt wird“, heißt es im Aufruf des Umweltbunds.

Aktuell seien in Leipzig rund 212.000 Autos zugelassen. Würde man einen riesigen Parkplatz für alle bauen, nähme dieser eine Fläche ein, die rund fünfmal so groß sei wie die Leipziger City, rechnet der Ökolöwe vor. Da die meisten Fahrzeuge einen Parkplatz zu Hause brauchen, einen an der Arbeitsstelle und auch dort, wo die Freizeit verbracht wird, sei der tatsächliche Platzbedarf in der Stadt noch weitaus höher.

Aus Sicht des Umweltbunds Ökolöwe hat Leipzig bereits entscheidende Schritte auf dem Weg zur kompakten Stadt der kurzen Wege, die mit unterschiedlichen Verkehrsmitteln bewältigt werden können, getan. Das mache die Stadt auch in der Außenwirkung attraktiv und sei einer der Gründe für den Zuzug, heißt es auf der Webseite zur Aktion.

„Früher waren beispielsweise der Augustusplatz, der Simsonplatz, der Richard-Wagner-Platz und der schöne Park zwischen Hugendubel und Thomaskirche komplett mit Autos zugeparkt. Heute sind dort Aufenthaltsorte im Sinne des Park(ing) Days, die unsere Stadt lebenswert machen“, so Tino Supplies vom Ökolöwen Leipzig.

Der Umweltbund nennt als weiteres Instrument zur Reduzierung des Individualverkehrs das Carsharing, bei dem ein Wagen bis zu 20 private Pkw ersetzen könne. Umgerechnet würden so „99 Meter zugeparkte Straßenkante frei“, heißt es in einer Erklärung. In Leipzig teilen sich laut Ökolöwe und dem Carsharing-Unternehmen teilAuto derzeit rund 36 Nutzer einen Wagen.

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Am Freitag (18.09.2015) mussten Leipzigs Autofahrer auf einige Parklücken verzichten. Der Platz war von Hängematten, Kaffeetischen oder Rollrasen besetzt. Grund war der internationale Park(ing) Day – ein Aktionstag für eine kompaktere Stadt und gegen zu viele Autos. Fotos: Dirk Knofe

Umstrittener Entwicklungsplan Verkehr

Die Stadt Leipzig hat sich bereits 2015 mit ihrem Stadtentwicklungsplan (STEP) Verkehr 2025 für eine Stärkung des Umweltverbunds entschieden. Danach soll der Anteil der Wege, die zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, auf 70 Prozent steigen, davon 27 Prozent Fußverkehr, 20 Prozent Radverkehr und 23 Prozent ÖPNV.

Der „Stadtentwicklungsplan Verkehr“ war höchst umstritten, weil er vor allem aus Sicht des konservativen Lagers den Wirtschaftsverkehr beschneide. Dieser wurde auf Antrag der CDU-Fraktion schließlich als Grundlage für Wertschöpfung, Wohlstand und Wachstum im Verkehrskonzept festgeschrieben. Im Stadtrat fand der „STEP Verkehr“ schließlich eine Mehrheit.

Parklücken-Aktionen anmelden

Teilnehmer des Parking-Days können ihre „Lücken“-Aktion beim Ordnungsamt als Sondernutzung, Versammlung oder Eilversammlung anmelden. Wer dann eine Nachricht an den Ökolöwen sendet, kann mit seiner Aktion auf einer digitalen Karte vermerkt werden.

Wie das Leipziger Ordnungsamt am Mittwoch mitteilt, liegen bereits Anmeldungen für folgende Pkw-Stellplätze vor:

• Demmeringstraße, Höhe Nr. 32

• Hildegardstraße, Höhe Nr. 49-51

• Peterssteinweg, Höhe Nr. 16-18

• Richard-Wagner-Straße, Höhe Nr. 3

• Richterstraße, Höhe Nr. 4-6

• Schillerstraße, Höhe Nr. 4-6

• Südplatz

• Universitätsstraße, Höhe Nr. 20

• Zweinaundorfer Straße, Höhe Nr. 19

Die Bereiche werden von der Behörde mit Halteverbotszeichen versehen, der Südplatz wird außerdem gesperrt, heißt es von Seiten der Stadt.

Weltweit wird seit einigen Jahren der dritte Freitag im September von den Parking-Day-Akteuren genutzt, um für mehr Freiräume in den Städten zu werben. Die Aktion wurde 2005 in San Francisco ins Leben gerufen. Außer Leipzig sind auch Städte wie Berlin, München oder Stuttgart schon Schauplätze des eintägigen Happenings geworden.

Von Evelyn ter Vehn

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