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Parks, Wohnungen und Geschäfte: Brache am Bayerischen Bahnhof wird ab 2012 neugestaltet

Parks, Wohnungen und Geschäfte: Brache am Bayerischen Bahnhof wird ab 2012 neugestaltet

Hunderte neue Wohnungen, zahlreiche Parkanlagen und Geschäfte sollen die Brachfläche rund um den Bayerischen Bahnhof von 2012 an zu neuem Leben erwecken. So sehen es die Pläne zweier Berliner Architekturbüros vor, denen die Stadt Leipzig am Donnerstag den Zuschlag für die Neugestaltung des rund 40 Hektar großen Areals gab.

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Viel Grün, neue Wohnhäuser und Geschäfte: So stellen sich die Architekten die Neugestaltung der Brache am Bayerischen Bahnhof vor. (

Quelle: Jörg Wessendorf Architekt und Atelier Loidl)

Leipzig. „Wir sind überzeugt, dass dieser Entwurf neue positive Akzente setzen kann. Er wird die trennende Wirkung zwischen Südvorstadt und Zentrum-Südost, die dieser Stadtbereich bisher mit sich gebracht hat, auflösen“, sagte Baubürgermeister Martin zur Nedden (SPD) zur Begründung gegenüber LVZ-Online.

Mehr als 25 Architekten hatten ihre Entwürfe für den Realisierungswettbewerbs im Rathaus eingereicht. Den ersten Preis bekam die Gemeinschaftsarbeit von Jörg Wessendorf und dem Landschaftsarchitektur-Atelier Loidl aus Berlin. „Ihr Entwurf schafft eine wichtige Grünverbindung des gesamten Areals, stellt aber auch die Verzahnung mit der bereits vorhandenen Bebauung her“, hob zur Nedden hervor. So sollen beispielsweise an der östlichen Grenze der Südvorstadt, rund um die Kohlenstraße und Lößniger Straße, zahlreiche neue Wohnhäuser im Mittelpreissegment entstehen. Am Eingang zur künftigen City-Tunnel-Tunnelstation sind zudem neue Geschäfts- und Bürogebäude geplant.

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Leipzig. Die Deutsche Bahn will die Sicherheit auf Bahnhöfen und in Zügen erhöhen und investiert in mehr Personal. In Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt soll sich die Zahl der Sicherheitskräfte in den nächsten Wochen um 70 auf 210 erhöhen. Sie werden in Uniform, aber auch in Zivil unterwegs sein.

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Am charakteristischsten für das neue Areal ist jedoch die große Grünanlage, die sich in mehrere Einzelparks aufteilt und künftig viel Platz zum Entspannen und Flanieren bietet. „Es war unser Ziel, die Natur in die Stadtmitte hineinzuholen“, berichtete Leonard Grosch vom Architektenteam. So sollen in dem Grünstreifen, der sich von Nord nach erstreckt, Kiefern gepflanzt werden und hohe Wiesenbereiche entstehen. „Es wird ein neues, ganz eigenes Quartier mit eigenen Qualitäten entstehen“, zeigte sich Baubürgermeister zur Nedden begeistert. Auch Platz für zwei neue Kitas und eine Schule soll geschaffen werden. „Der Raum dafür wurde mit eingeplant, aber über die genauen Standorte muss noch diskutiert werden“, betonte zur Nedden.

Neuer Radweg entlang der City-Tunnel-Strecke

„Eine derart große Fläche neu zu gestalten, funktioniert nur, wenn sie eine eigene Prägung, ein eigenes Gesicht bekommt. Durch die großflächige Begrünung wird dies möglich“, erklärte Matthias Kiekebusch von der Immobilien GmbH der Deutschen Bahn. Dem Unternehmen gehört ein Großteil des Geländes zwischen Bayerischem Bahnhof, Straße des 18. Oktober, Richard-Lehmann-Straße und Südvorstadt, das derzeit überwiegend brach liegt. Durch den City-Tunnel-Bau ist dort in den vergangenen Jahren ein oberirdischer Bahn-Trichter entstanden, in dem von 2013 an die Züge aus den Röhren in Richtung Südosten rollen werden. „Dieser Trichter wurde perfekt in das Konzept eingebunden“, fand Kiekebusch.

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„Es war unser Ziel, die Natur in die Stadtmitte hineinzuholen“, sagt Leonard Grosch vom Architektenteam.

Quelle: Regina Katzer

Umweltbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) hob hervor, dass auch ökologische Aspekte bei der Neugestaltung berücksichtigt würden. „Der erste Preis punktet vor allem aus Umweltsicht. Aber auch die Anbindung an das Verkehrsnetz wurde bei dem Entwurf sehr gut umgesetzt“, so Rosenthal. So planen die Architekten zwei Fußgänger- und Radfahrererbrücken, die die Johannisallee und die Tarostraße nach Osten hin verlängern. Durch das gesamte Gebiet schlängelt sich künftig zudem ein Radweg entlang der City-Tunnel-Strecke, der vom Bayerischen Bahnhof bis ins Leipziger Neuseenland führen soll. „Es wird aber keine Radfahrerautobahn geben“, wies Rosenthal etwaige Bedenken zurück.

„Riesenbaustelle“ soll nicht entstehen

Die Umsetzung der Entwürfe soll langfristig und in mehreren Abschnitten erfolgen. 10 bis 15 Jahre plant die Stadt dafür ein. „Es soll nicht der Eindruck entstehen, dass es hier jetzt eine Riesenbaustelle entsteht und in drei bis vier Jahren alles fertig ist“, betonte der Leiter des Stadtplanungsamts, Wolfgang Kunz. Für Flächen, die erst später neugestaltet werden, werde eine Interimslösung gefunden. „Man kann dieses Riesengebiet von 40 Hektar nicht in einem Stück bebauen“, so Kunz. „Wir denken auch, dass es der Leipziger Immobilienmarkt nur schwer vertragen würde, wenn wir alles auf einmal umsetzen“, ergänzt DB-Vertreter Kiekebusch.

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Stadt und der Deutschen Bahn soll den Entwurf nun weiter ausarbeiten. Auch die Bürger werden in diesen Prozess mit einbezogen, versprach zur Nedden. Noch in diesem Jahr soll der Bauplan für die Neugestaltung des Areals fertiggestellt sein. Sollte der Stadtrat den Plänen zustimmen, könnte Anfang 2012 mit den ersten Baumaßnahmen begonnen werden.  „Die Arbeit geht jetzt erst richtig los“, sagte Stadtplanungsamts-Chef Kunz.

Der Gewinnerentwurf sowie alle weiteren eingereichten Wettbewerbsbeiträge können vom 4. bis 20. April im 4. und 5. Obergeschoss des Neuen Rathauses besichtigt werden.

Robert Nößler

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