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Parteien laden Tillich zu Legida-Gegenprotest ein – Aufmarsch verkürzt

Rechtspopulisten in Leipzig Parteien laden Tillich zu Legida-Gegenprotest ein – Aufmarsch verkürzt

Vertreter von SPD, Grünen und Linken haben Sachsen Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) dazu aufgerufen, am kommenden Montag am Gegenprotest zu Legida und Pegida in Leipzig teilzunehmen. Die CDU der Messestadt zeigt sich bereits demonstrativ ablehnend.

Leipzigj.  Mit Blick auf den erneuten Aufmarsch von Pegida und Legida am kommenden Montag in Leipzig rufen Vertreter von SPD, Grünen und Linken gemeinsam zum Gegenprotest auf. Dabei reagieren die Politiker auch auf das zuletzt von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) geforderte zivilgesellschaftliche Engagement gegen Rechtsextremismus in Sachsen. „Herr Tillich, schauen Sie nach Leipzig. In dieser Stadt erheben, wie an vielen anderen Orten auch, in den Menschenfeindlichkeit und Hetze auf die Straße getragen werden, Menschen ihre Stimme“, so die von Antje Feiks (Linke), Jürgen Kasek (Grüne) und Irena Rudolph-Kokot (SPD) unterzeichnete Erklärung.

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Soll Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) am Protest gegen Legida teilnehmen?

Alle drei laden den sächsischen Ministerpräsident ein, sich dem Legida- und Pegida-Gegenprotest in Leipzig anzuschließen und so ein Zeichen gegen den Hass zu senden. „Wenn es heißt, ‚Leipzig nimmt Platz‘, sollte Ihr Platz die Straße sein und nicht das Sofa“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der Politiker.

CDU-Stadtrat Maciejewski: „Werde mich nicht beteiligen“

Definitiv nicht beim Protest gegen die fremden- und islamfeindlichen Gruppen mitmachen wollen wie gehabt die Leipziger Christdemokraten. So schrieb CDU-Stadtrat Ansbert Maciejewski als Antwort auf eine Einladung von „Leipzig nimmt Platz“ auf seiner Facebook-Seite: „Ich kann keinen Sinn darin erkennen, die gesamte Leipziger Innenstadt mit ‚Gegenaktionen‘ zu überziehen, noch dazu an einem von Legida diktierten Termin. Sie tun damit nichts weiter, als die Polizei über das ohnehin erforderliche Maß hinaus zu beschäftigen. Daran werde ich mich nicht beteiligen.“

Stadtrats- und Parteikollegin Andrea Niermann unterstützt Maciejewski und mutmaßt, dass sich die Rechtspopulisten erst durch die Gegendemonstranten zum regelmäßigen Aufmarsch animiert fühlen: „Erstens lasse mir nicht gerne vorschreiben, ob, wann und wie ich gegen eine ‚Gesinnung‘ protestiere. Und zweitens reicht’s mir. Ich habe genug von Legida, Pegida und von den Ausschreitungen der Extremisten aller Couleur, die sich durch Gegendemonstrationen in Leipzig eingeladen fühlen“, so Niermann ebenfalls im sozialen Netz.

Ehemaliger Pfarrer Wolff: Gefährliche Ignoranz

Diese erneut ablehnende Haltung der Leipziger CDU beim Protest gegen rechtsextreme Aufmärsche bringt indes den ehemaligen Thomaskirchen-Pfarrer Christian Wolff in Rage: „Nachdem in Clausnitz und Bautzen offenbar wurde, wie weit rechtsradikales Gedankengut in die Mitte der Gesellschaft vorgedrungen ist und sich in Gewaltexzessen Bahn bricht, bleibt sich die CDU Leipzig treu. Sie hat offensichtlich nichts begriffen“, schreibt der 66-Jährige auf seinem Internet-Blog. Über Jahrzehnte hätten die Christdemokraten bei Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus geschwiegen, so Wolff. „Jetzt steht Sachsen vor dem Scherbenhaufen dieser gefährlichen Ignoranz.“

Deshalb hätte vor allem auch die Leipziger Union „allen Grund, sich bei denen zu bedanken, die sich in den vergangenen 15 Monaten Montag für Montag dafür eingesetzt haben, dass Legida/Pegida nur noch einmal im Monat aufmarschieren, dass andere rechtsradikale Gruppen keine Basis in der Bevölkerung gefunden haben, dass sich Tausende Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auch die Studierenden der Leipziger Hochschulen, Tag für Tag für die Geflüchteten in unserer Stadt engagieren“, so Wolff weiter.

Legida-Aufmarschroute verkürzt

Der ehemalige Thomaskirchenpfarrer selbst will sich am kommenden Montag an den zahlreichen Gegendemonstrationen beteiligen, ist Mitveranstalter einer Kundgebung um 19.30 Uhr am Mendelssohn-Portal. Die Initiative „Leipzig nimmt Platz“ führt ab 18 Uhr einen Protestzug vom Augustusplatz zum südlichen Ende des Richard-Wagner-Platzes an. Das Erich-Zeigner-Haus hält ab 18 Uhr am Stolperstein auf dem Dittrichring 11 eine Mahnwache ab und die Global Space Odyssey trifft sich um 17 Uhr auf dem Lindenauer Markt, wird von dort aus mit einer musikalischen Wagenkolonne in Richtung Martin-Luther-Ring und Wilhelm-Leuschner-Platz ziehen.

Die beiden fremden- und islamfeindliche Schwesterinitiativen Legida und Pegida treffen sich derweil laut Ordnungsamt um 19 Uhr auf dem nordwestlichen Ende des Richard-Wagner-Platzes. Von dort können die Rechtspopulisten, darunter auch Pegida-Chef Lutz Bachmann und Stellvertreter Siegfried Daebritz, über den Goerdelerring bis zu Runden Ecke und wieder zurück zum Ausgangspunkt laufen.

Von mpu

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