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Lokales Paul Ripke: „Ich hab’ Bock drauf!“
Leipzig Lokales Paul Ripke: „Ich hab’ Bock drauf!“
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07:02 14.02.2019
Angst vor peinlichen Momenten ist ihnen bekanntlich fremd: Paul Ripke (38, links) und Joko Winterscheidt (40). Quelle: Foto: Rainer Hüther
Leipzig

Marteria, Die Toten Hosen, Lewis Hamilton, Tommy Hilfiger – das sind ganz Große, mit denen Paul Ripke als Fotograf und Filmemacher zusammengearbeitet hat. Und seit 2017 hat er mit einer anderen Größe des deutschen Showgeschäfts ein erfolgreiches Projekt laufen: „Alle Wege führen nach Ruhm“ heißt der Podcast, den der Wahl-Amerikaner zusammen mit Joko Winterscheidt so erfolgreich führt, dass die beiden jetzt damit auf Tour gehen. Sie reden in dem Format regelmäßig über ihre Woche, geben den Hörern einen Einblick in Alltag und Kuriositäten – und das am Donnerstag sogar live im Haus Leipzig.

Wie haben Sie und Joko Winterscheidt sich kennengelernt?

Ich habe ein Fußballbuch gemacht, über die deutsche Nationalmannschaft und ihren WM-Sieg von 2014 in Rio de Janeiro. Das heißt „One Night in Rio“. Und da gab es die ganz schöne Situation, dass wir vor Weihnachten einen Lieferengpass hatten. Für die letzten Bücher vor Weihnachten musste man mich persönlich kontaktieren und einer der Menschen, der das getan hat, war Joko Winterscheidt. Vor einer seiner Sendungen brachte ich ihm dann ein paar Bücher vorbei. Er hatte mir eine Garderobe vorbereitet und setzte sich vor Circus Halligalli eine halbe Stunde zu mir. Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden. Diese Geste fand ich damals sehr nett, und daraus ist eine Freundschaft entstanden.

Und wie kam die Idee für den Podcast „Alle Wege führen nach Ruhm“ auf?

Das war im Sommer danach. Wir sind zusammen mit unseren Familien nach Ibiza in den Urlaub geflogen, haben uns einfach gut verstanden und daraus entstand irgendwann die Idee, einen Podcast zu starten. Wir kommen zwar aus unterschiedlichen Welten, haben aber beide ähnliche Karrierewillen, wenn ich das mal so nennen will. Wir haben ähnliche Einstellungen.

Was haben Sie sich vor dem Start vom Podcast erwartet?

Dass das Ding so erfolgreich wird, wie wir es zumindest wahrnehmen, war nicht zu erwarten. Wir haben einfach einmal telefoniert, ich habe das Gespräch aufgenommen, geschnitten und versucht, eine halbwegs normale Qualität zu bekommen. Aber die Leute haben das relativ schnell abgefeiert. Die mögen diese Mischung aus Angeberei, Namedropping und unsympathischen Sachen.

Was oder wen möchten Sie mit dem Podcast erreichen?

Wir merken, dass unser Hauptzuspruch von den 20- bis 30-Jährigen kommt, die hoffentlich auch zwischen den Zeilen etwas heraushören zur Frage: „Wie verhalte ich mich in meiner eigenen Karriere?“ Diese Informationen sind ja nicht verfügbar. Es gibt keinen Studiengang „Lifeskills“ oder „Soziale Kompetenz“. Es gibt niemanden, der einem erklärt: Wenn jemand dir ein Buch mitbringt und du ihm eine Garderobe mit seinem Namen an der Tür und zwei Getränken fertig machst, dann freut der sich darüber – also investier das doch mal. Das ist ein Detail, das zu so viel mehr führt. Wir sehen uns nicht als Bildungspodcast, sondern als Unterhaltungspodcast, aber trotzdem wäre es schön, wenn der ein oder andere etwas auf seinem Weg mitnimmt.

Die Resonanz passt also?

Es ist unfassbar, was für nette, positive Mails wir kriegen. Das freut mich und Joko auch sehr. Die beschäftigen sich schließlich eine Stunde mit uns. Das ist wie, wenn Joko und Paul in der Kneipe sitzen, sich von der Woche erzählen und die hören einfach zu, ohne etwas zu sagen. Und da muss ich sagen, das hätte ich vor zehn Jahren auch gern erlebt – sozusagen bei jemandem wie Stefan Raab am Tisch zu sitzen und zuzuhören, wie er zum Beispiel die Wok-WM entwirft.

Bereiten Sie sich auf die Podcast-Folgen vor?

Wir telefonieren davor eine Viertelstunde. Wir haben uns anfangs intensiver vorbereitet, das hat aber nicht gut geklappt. Das lebt wirklich von der Spontaneität, vom Abbiegen in andere Geschichten, vom „Da fällt mir was noch ein“. Ich selbst weiß natürlich auch, dass ich einen Podcast habe und überlege mir manchmal, welche Geschichten ich erzählen will. Das Schöne ist, ich sehe sehr absurde Sachen in meinem Job. Aber die meisten Sachen, die da entstehen, sind wirklich spontan. Der Podcast lebt auch davon, dass da mal etwas nicht geplant ist. Wir haben auch schon ein paar Mal Dinge erzählt, die wir besser nicht hätten erzählen sollen, und es kommt noch schlimmer … Da muss man eigentlich schon ein bisschen aufpassen. Ich weiß nicht, ob Joko das bewusst ist, dass das Mikro immer an ist. Ich glaube, manchmal vergisst er das – ich aber auch.

Die Live-Podcasts werden nicht auf der heimischen Couch, sondern auf der Bühne stattfinden. Angst, dass sich das Gefühl verändert?

Nee. Ich hab’ Bock drauf. Und ich war ja ehrlich gesagt auch schon oft mit einer Art von Dia-Tour unterwegs – mit Jahrbüchern, die ich herausgebracht habe. „Rio“ war auch dabei, und das waren teilweise Kinos mit 2500 Leuten darin. Das hat mir immer einen unfassbaren Spaß gemacht, weil du ja die Reaktion kriegst. Normalerweise erfahren Joko und ich nur die unmittelbare Reaktion vom anderen, und jetzt passiert der nächste Schritt – wenn man in die Gesichter der Leute schauen kann. Ich weiß, dass auch Joko Live-Shows mit Publikum viel lieber mag als ohne.

Wie können sich die Zuschauer den Live-Podcast vorstellen?

50 Prozent der Show haben wir geplant. Wir haben Interaktionen mit dem Publikum vor, verschiedene Gäste werden kommen. Der Gast für Leipzig zum Beispiel hat vor kurzem zugesagt. Außerdem habe ich ein paar Geschichten bewusst zurückgehalten, die auf der Tour kommen. Es ist immer noch etwas anderes, bestimmte Sachen in einem Raum mit 600 Leuten zu erzählen, als bei einem Podcast, bei dem 200 000 Leute zuhören. Deswegen wird es in dem Live-Podcast ein, zwei Dinge geben, die wir uns nicht trauen würden, im offiziellen Podcast zu erzählen. Soviel kann ich schon mal verraten.

Sie leben mit Ihrer Familie in Los Angeles und kommen nur für die Tour nach Deutschland. Vermissen Sie’s?

Überhaupt nicht, so blöd wie es klingt. Für zwei Wochen bin ich dann in Deutschland, ansonsten reise ich für die Formel 1 weltweit herum. Content Creation nennt sich das, was ich jetzt hauptsächlich für die mache – also Instastories, Fotos, Videos ... Und mein Leben lang wollte ich mal sagen können „Ich bin jetzt auf Tour.“ Also kann ich den Leipzigern, die ich kenne, erzählen, dass ich in ihrer Stadt einen Tourstopp mache und gerne einen Kaffee trinken würde. Das war mein einziges Lebensziel, das hab ich geknackt. Was soll jetzt noch kommen? (lacht)

„Alle Wege führen nach Ruhm – Der Podcast mit Joko und Paul“, Donnerstag, 20 Uhr, Haus Leipzig, Elsterstraße 22-24, Vorverkauf 39,68 Euro

Von Katharina Stork

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