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Lokales Paulinerkanzel: Kommission votiert für Platz im Kirche-Aula-Bau
Leipzig Lokales Paulinerkanzel: Kommission votiert für Platz im Kirche-Aula-Bau
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11:03 03.11.2016

Sieben Mitglieder stimmten dafür, vier dagegen.

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Seitens der Uni hieß es, die Entscheidung sei nicht verbindlich, sondern habe empfehlenden Charakter und sei zudem an die Voraussetzung geknüpft, dass in der Aula des Paulinums ein für die Kanzel verträgliches Raumklima herrsche. Entsprechende Untersuchungen sollen nach der Eröffnung des Gebäudes, das an der Stelle der 1968 gesprengten Universitätskirche errichtet wurde, erfolgen und sich rund anderthalb Jahre hinziehen.

 Wie berichtet, soll das Paulinum voraussichtlich zu Ostern 2015 seiner Bestimmung übergeben werden. Derzeit befindet sich ein aus Styropor gefertigtes 1:1-Modell der Kanzel in der Aula, um die Raumwirkung zu testen. Rektorin Beate Schücking sagte, auf der Basis aller dann vorliegenden Informationen werde später ein Gremienbeschluss zur Verfahrensweise gefasst, an dem alle Statusgruppen der Universität beteiligt würden. Indessen hält die Uni an ihrem Plan fest, sie nach erfolgter Restaurierung zunächst im Musikinstrumentenmuseum aufzustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Bereits in diesem Jahr würden dort erste erneuerte Teile zu sehen sein, kündigte Schücking an. Die Anschubfinanzierung dafür hatte die Uni übernommen.

 Der Paulinerverein warf Schücking Starrköpfigkeit vor: "Die Kanzel gehört ohne Wenn und Aber in die neue Uni-Kirche und nicht in die museale Abstellkammer", meinte Vereinsvize Gerd Mucke. Die von den Paulinern gesammelten rund 50 000 Euro zur Unterstützung der Restaurierung würden nur unter dieser Bedingung fließen. Landesbischof Jochen Bohl erklärte, er habe die Empfehlung der Kommission "erfreut zur Kenntnis genommen". Er zeigte sich überzeugt, dass die Aufstellung der Kanzel "eine sichtbare Verbindung zur langen und eindrucksvollen Geschichte des Vorgängerbaus herstellen wird". Die Landeskirche werde für die Finanzierung der Restaurierung Sorge tragen.

 Obwohl die abschließende Entscheidung der Uni obliege, sei es aus Sicht des Wissenschaftsministeriums sinnvoll und zumutbar, die historische Kanzel in den Neubau zu integrieren, meinte Sprecher Andreas Friedrich, der aber auch auf das noch ausstehende Klima-Monitoring verwies. Der Studentenrat kritisierte, das Abstimmungsverhalten der Vertreter des Finanz- und Wissenschaftsministeriums in der Kommission habe "die fehlende Neutralität und somit die Nähe zur christlichen Kirche verdeutlicht".

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.02.2015

Mario Beck

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