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Lokales Paunsdorfer Hausbesitzer gewinnt Zählerstreit gegen die Leipziger Wasserwerke
Leipzig Lokales Paunsdorfer Hausbesitzer gewinnt Zählerstreit gegen die Leipziger Wasserwerke
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00:16 27.06.2017
Dieses Symbolbild zeigt einen Wasserzähler für einen Hausanschluss in Leipzig. In dem geschilderten Fall ging es um einen Wasserzähler eines anderen Fabrikats.  Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Leipziger Wasserwerke haben überraschend in einem Streit um einen defekten Wasserzähler eingelenkt. Wie berichtet, war bei dem Gerät in einem Paunsdorfer Zehn-Familien-Haus der Gehäusedeckel abgesprungen. Der Keller wurde so stark überflutet, dass dort und in einem Nachbargebäude rund 10. 000 Euro Schaden entstanden. Die Wasserwerke warfen dem Hausbesitzer zunächst vor, er habe den Zähler nicht genug gegen Frost geschützt. Ein gerichtlich angeordnetes Gutachten ergab hingegen, dass das Gewinde des Gehäusedeckels fehlerhaft hergestellt war. Dies sei wahrscheinlich die Ursache der Havarie gewesen.

Oberlandesgericht entscheidet gegen Wasserwerke

Trotzdem wollten der Versorger den Schaden nicht bezahlen. Rückendeckung erhielt er vom Leipziger Landgericht. Das entschied im Juli 2016, die Wasserwerke müssten nicht für Fehler des Herstellers der Uhr haften, wenn sie darauf vertrauen durften, dass der Hersteller ordnungsgemäße Geräte liefert. Der Hausbesitzer zog daraufhin vors Oberlandesgericht (OLG).

Die dortigen Richter machten bald deutlich, dass sie die Sache anders sehen: Die Wasserwerke müssten den Schaden komplett ersetzen. Mit einem sogenannten Anerkenntnisurteil hat der Versorger dies nun akzeptiert, bestätigte Geschäftsführer Michael Theis auf LVZ-Anfrage. „Angesichts des geringen Streitwerts wäre noch eine Berufung am Bundesgerichtshof sicher nicht zugelassen worden“, erklärte er. „Da wollten wir es dem Kunden und uns selbst nicht antun, das Verfahren weiter in die Länge zu ziehen.“

Schriftliche Urteilsbegründung verhindert

Eric Lindner vom Eigentümerverband Haus & Grund vermutet indes noch andere Motive hinter dem Einlenken der Wasserwerke. Durch das Anerkennen seiner Zahlungspflicht habe der Versorger verhindert, dass die OLG-Richter eine schriftliche Urteilsbegründung verfassen. Das würde es Kunden in ähnlichen Situationen erschweren, sich auf diesen Fall zu berufen. „Wir sehen die Wasserwerke aber klar in der Verantwortung“, sagte er.

Von Jens Rometsch

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