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Lokales Personalnot in den Bürgerämtern: Stadt hält 43 Krankentage für normal
Leipzig Lokales Personalnot in den Bürgerämtern: Stadt hält 43 Krankentage für normal
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23:59 03.11.2013
Bürgeramt der Stadt Leipzig Quelle: André Kempner

Für die Stadtverwaltung ist das allerdings nicht ungewöhnlich.

"Im Vergleich mit den Bürgerservices anderer Städte vergleichbarer Größe ist der Krankenstand in Leipzig nicht auffällig", schreibt das Haupt- und Personalamt jetzt in einer Stellungnahme auf eine LVZ-Anfrage. Dabei kam 2010 jeder Mitarbeiter noch auf durchschnittlich "nur" 27 Krankentage.

Mehrere Langzeiterkrankungen wirkten sich verstärkt auf die Statistik aus, heißt es. Zu den Ursachen der Erkrankungen, ob beispielsweise vermehrt Erschöpfungszustände wie Burnout aufträten, wollte sich aus datenschutzrechtlichen Gründen jedoch niemand äußern. Nur soviel: "Durch den direkten Bürgerkontakt in den Bürgerämtern lässt es sich kaum vermeiden", so das Rathaus, "dass die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen einer sehr hohen Ansteckungsgefahr durch die Bürgerschaft ausgesetzt sind."

Um die Ausfälle zu kompensieren, leisteten die verbliebenen Bediensteten auch Überstunden. Im September waren das pro Mitarbeiter zwölf Stunden. Im Regelfall werde in Extremsituationen "Personal umgeschichtet und in einem anderen Bürgeramt eingesetzt, sofern dies möglich ist". Jedoch ließen sich "punktuelle Schließungen oder eingeschränkte Öffnungszeiten nicht immer vermeiden".

Und was unternimmt die Stadtverwaltung zum Schutz ihrer Bediensteten vor Erkrankungen? Dazu erklärt das Haupt- und Personalamt: "Der Arbeitgeber hat eine gesetzliche Pflicht zur Prävention; die Stadtverwaltung setzt diese jährlich in über 900 Fällen um. Zur Wiederherstellung und zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit werden, technische, organisatorische sowie personalwirtschaftliche Maßnahmen eingeleitet. Zudem werden im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung primärpräventive Maßnahmen der Krankenkassen zusätzlich unterstützt. Des Weiteren werden schon seit mehreren Jahren Gesundheitstage durchgeführt."

Bezogen auf die gesamte Stadtverwaltung mit ihren rund 6000 Mitarbeitern lag der Krankenstand im vergangenen Jahr bei 6,2 Prozent. Nach einem Gesundheitsreport, den die Stadt für das Jahr 2006 erstellen ließ, fehlten damals krankheitsbedingt jeden Tag noch 5,1 Prozent der Beschäftigten.

Zum Vergleich: Unter allen Branchen registrierte die Deutsche Angestellten Krankenkasse im vergangenen Jahr bundesweit die meisten Krankenfälle in öffentlichen Verwaltungen und im Gesundheitswesen. Der Krankenstand lag dort jeweils bei 4,4 Prozent.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.11.2013

Klaus Staeubert

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