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Lokales Peter Degner: Rücktritt aus seiner Stiftung und Rückzahlung der städtischen Fördermittel
Leipzig Lokales Peter Degner: Rücktritt aus seiner Stiftung und Rückzahlung der städtischen Fördermittel
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00:20 24.11.2017
Impresario Peter Degner. Quelle: Andreas Doering
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Leipzig

Der Stadtrat hatte im Juni 2017 Fördermittel an die Classic Open sowohl für dieses Jahr als auch für 2018 in Höhe von jeweils 50 000 Euro abgesegnet – aber das heißt nicht, dass das Geld fürs nächste Jahr auch ausgezahlt wird. Voraussetzung dafür sei der korrekte Verwendungsnachweis, betonte Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke (Die Linke) gegenüber der LVZ. Warum Degner die Dokumente nicht einreicht, dazu gibt er keine Auskunft. Trotz mehrmaliger Nachfragen kam ein Gespräch mit der LVZ nicht zustande. Auch Stiftungschef Luda sagt, dass er die Gründe des Impresarios nicht kenne. Es sei wohl seine prinzipielle Haltung, keine Geschäftsgeheimnisse preiszugeben. Die Stadt als Fördermittelgeber hat jedoch das Recht auf Offenlegung, weiß auch Luda. Was der Rücktritt für die Zukunft der Stiftung und der Classic Open bedeutet, ist noch vollkommen unklar.

Degner fungiert als künstlerischer Leiter der einst von ihm selbst ins Leben gerufenen Veranstaltung. Für die Classic Open 2017 hatte er ein Budget von 60 000 Euro für das künstlerische Programm zur Verfügung. Doch was er konkret an Gagen, Auslandssteuer oder Beiträgen zur Künstlersozialkasse ausbezahlt hat, legt er nicht offen – unter Berufung auf das Gagengeheimnis. Das Kulturdezernat wie auch die Eventagentur Koslik & Friends, die 2017 erstmals Veranstaltungspartner der Classic Open war, gaben sich damit nicht zufrieden und stellten intensive Nachforschungen an. Dabei trat eine Diskrepanz zutage: Das Künstler-Budget in Höhe von 60 000 Euro ist von Degner möglicherweise nur zum Teil an die Künstler weitergereicht worden.

Bei den sechs Wirten der Classic Open sorgte die Nachricht für viel Gesprächsstoff. Denn auch sie beklagen mangelnde Transparenz durch Impresario Degner und dessen Stiftung. Was ihnen besonders auf den Magen schlägt: Für 2018 sollen sie Verträge unterschreiben, die eine deutliche Erhöhung der Standgebühren gegenüber den Vorjahren vorsehen. Wer am nächsten an der Bühne steht, soll 60 Prozent mehr zahlen. Wer am weitesten entfernt steht, immerhin noch 30 Prozent mehr. Die Wirte sind dazu nicht ohne weiteres bereit. Ingo Winkler und Jan Woithon vom Ratskeller: „Die Veranstaltung ist wirtschaftlich ausgereizt. Wenn es drei Tage regnet, sind wir als Wirte im Minus.“ Die sechs Gastronomen – Ratskeller, Thüringer Hof, Barthels Hof, Fairgourmet, Marriott-Hotel und Caterer Jens Schwade – sind sich daher einig: Sie wollen eine nachvollziehbare Begründung für die Preiserhöhung. Generell stehen sie aber zu der Veranstaltung. „Wir finden das Format eine große Bereicherung für die Stadt“, sagt Peter Lorenz, Direktor des Marriott-Hotels. Er arbeitet erst seit August in Leipzig und hat das Musikfest in diesem Sommer zum ersten Mal miterlebt. „Der Verlust für die Leipziger wäre größer als der Verlust für uns als Wirte, wenn es die Classic Open nicht mehr gäbe.“

Von Kerstin Decker

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