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Peter Held in London gestorben – als Mäzen hat er Projekt in Leipzig unterstützt

Nachruf Peter Held in London gestorben – als Mäzen hat er Projekt in Leipzig unterstützt

Der ehemalige Leipziger Peter Held ist mit 93 Jahren in London gestorben. Dorthin war er 1936 ausgewandert, weil seine jüdische Familie ihn vor Repressalien der Nationalsozialisten schützen wollte. Nach der Friedlichen Revolution setzte Held sich für seine Geburtsstadt ein, unterstützte durch großzügige Spenden den Ausbau des Ariowitsch-Hauses und des Forum Thomanum.

Peter Held im Jahr 2011 in seiner Wahlheimat London. Am 14. September ist der Mäzen, der viele Projekte in Leipzig gefördert hat, im Alter von 93 Jahren gestorben.

Quelle: Thomas Mayer

Leipzig.  Er war ein wichtiger Mäzen, der sich für seine Geburtsstadt Leipzig eingesetzt hat: Peter Held, der ehemalige Leipziger, ist im Alter von 93 Jahren in seiner Wahlheimat London gestorben. Dorthin haben ihn seine Eltern – die jüdische Kaufmannsfamilie Albert Held – 1936 nach öffentlicher Diskriminierung in der Schule geschickt, um ihn vor den Nazis zu schützen. Als Junge hat er in Leipzig in sieben Schuljahren 13 Schulen besucht, zuletzt lernte er in der Leibniz-Schule.

Mehr als 50 Jahre war Peter nicht zurück nach Leipzig gekommen, weil er eigentlich nicht „zurück zu den Wurzeln“ wollte, wie er einst im LVZ-Gespräch sagte. Einige Monate vor der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 wurde er diesem Vorsatz jedoch untreu. Er hatte beruflich im thüringischen Suhl zu tun und konnte dabei der Verlockung nicht widerstehen. Nach der Friedlichen Revolution hat Held, der zunächst Schnürsenkel verkaufte und nach dem Krieg in London eine eigene Firma aufbaute, sich unermüdlich für seine Geburtsstadt eingesetzt – in der die Nationalsozialisten einst seine Familie vertrieben und ihres Eigentums beraubten. Held entwickelte und produzierte in London in seiner Firma Material, das weltweit für Gurte in Autos benötigt wurde.

Als Mäzen setzt sich Held maßgeblich dafür ein, dass das Ariowitsch-Haus in der Hinrichsenstraße 14 als Begegnungsstätte der Israelitischen Religionsgemeinde umgebaut werden konnte. Dafür spendete er eine sechsstellige Summe und führte viele Gespräche, um zu erreichen, dass Einsprüche und Widerstände gegen den Bau überwunden werden konnten. Er förderte zudem die Publikationen zur jüdischen Leipziger Geschichte der Historikerin Andrea Lorz.

Peter Held hat außerdem die Thomaskirche und das Forum Thomanum tatkräftig unterstützt. Dabei wurde er auch zum Freund von Pfarrer i. R. Christian Wolff, mit dem er regelmäßig kommunizierte: „Unser letztes Telefongespräch Ende Juli drehte sich um den Brexit. Über die Volksabstimmung war Peter Held empört und deprimiert zugleich. Ich habe gespürt, dass ihn das Nein der Engländer zur EU sehr getroffen hat“, so Wolff, der Held auch einen Nachruf auf seiner Internetseite gewidmet hat.

Im November 2011 überreichte Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) Peter Held in London die Ehrennadel der Stadt Leipzig – in Anerkennung seiner Verdienste. „Meine Heimat ist London. Hier konnte ich das werden, was ich bin. Nach Leipzig war ich neugierig und unbelastet zurückgekommen. Ich habe bei Ihnen wunderbare Freunde“, sagte Held damals im LVZ-Gespräch. Nun ist er in London friedlich eingeschlafen.

Von Mathias Orbeck

London 51.507351 -0.127758
London
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