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Pfarrer Wolff: Anti-Lärm-Schilder in Leipziger Kneipen aufhängen

Pfarrer Wolff: Anti-Lärm-Schilder in Leipziger Kneipen aufhängen

Christian Wolff plädiert weiter für mehr Rücksicht auf die Interessen der Innenstadt-Bewohner - mit einer neuen Initiative zum Lärmschutz. Christian Wolff gehörte im Jahr 2000 zu den Mitbegründern der Bürgerinitiative "Leben in der Innenstadt".

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Kneipenmeile in der Karli.

Quelle: André Kempner

Christian Wolff gehörte im Jahr 2000 zu den Mitbegründern der Bürgerinitiative "Leben in der Innenstadt". Hintergrund seinerzeit: zahlreiche Veranstaltungen in der Innenstadt. Ein Konfliktpunkt waren dabei auch die "Classic Open". Seit 1994 finden sie jedes Jahr statt - und durften anfangs bis Mitternacht gefeiert werden. Nach Lärmbeschwerden gab es 2012 ein Mediationsverfahren zwischen Veranstalter, Anwohnern und Behörden. Auch die BI war beteiligt. Ergebnis: Auf dem Leipziger Markt muss um 23 Uhr Schluss sein. Classic-Open-Macher Peter Degner hatte am Abschlussabend dieses Jahr gefeixt: "Heute können wir feiern, Pfarrer Wolff ist im Urlaub."

Wolff betont, dass der Kompromiss Bestand habe und dass es um die Interessen zahlreicher Anwohner der Innenstadt gehe. Die BI existiere nach wie vor; sie zähle einen festen Kern von 20 bis 30 Aktiven. Denn: Es gebe weiterhin ein Lärmproblem in der City. Erst im September hatte sich der Stadtrat mit einer Beschwerde von Anwohnern aus der Bosestraße befasst. Die führen ständige Verstöße gegen gesetzliche Lärmschutz-Regelungen in der Gottschedstraße ins Feld und fordern eine Durchsetzung dieser Vorgaben.

Es gehe nicht um Verbote, betont Wolff. "Wir sind nicht die Spaßverderber, die um 21 Uhr den Bürgersteig hochklappen wollen - das Image hängt uns ja an. Wir veranstalten auch Open-Air. Das Bild der lebendigen, quirligen Stadt muss erhalten bleiben. Aber wir wollen den Kompromiss." Es müsse Rücksicht genommen werden - in der City würden viele ältere Menschen leben. Ruhestörungen müssten weiter offensiv benannt werden, die Innenstadt sei auch Wohngebiet.

Die BI habe durch ihre Aktivität in den vergangenen Jahren auch zur Attraktivität der Innenstadt beigetragen, sagt Wolff. So seien etwa Maßnahmen für einen besseren Schallschutz an Diskos erreicht worden sowie eine Reduzierung von elektronischer Außenbeschallung.

Jetzt schlägt Wolff vor, nach dem Vorbild der Stadt Wien an lärmintensiven Orten, etwa in Kneipen, Schilder aufzuhängen, auf denen um mehr Rücksicht gegenüber den Anwohnern gebeten wird. Denn auch, wenn der Pfarrer klare Regelungen zum Schallschutz für sinnvoll hält, ist er sich zugleich sicher: "Sensibilität kann man nicht verordnen - das muss man leben."

Holm Retsch, Leipziger Regionalgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) reagiert gereizt auf den Vorstoß Wolffs. "Wir haben dazu eine klare Position. Wir meinen, dass es auf keinen Fall zu laut ist in der Stadt, vielmehr haben wir ein ,buntes' Angebot von Gastronomen, Händlern und den anderen Akteuren dieser Stadt, die ein Gewerbe betreiben und Geld verdienen müssen - auch zum Wohle der Stadt, die also auch Steuern zahlen."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.10.2013
Björn Meine

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