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Lokales Pferdeshow Apassionata nimmt das Publikum auf Zeitreise mit
Leipzig Lokales Pferdeshow Apassionata nimmt das Publikum auf Zeitreise mit
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17:55 06.01.2019
Die Ungarische Post ist eine der spektakulärsten Darbietungen der Pferdeshow. Auf dem Rücken zweier Pferde stehend, lenkt der Reiter weitere Pferde. Quelle: Fotos: Andre Kempner
Leipzig

Es ist erst eine Woche her, dass in Leipzig eine andere große Pferdeshow gastierte. Dennoch ist die Messehalle Eins am Sonnabend wieder voll besetzt, als „Apassionata – Der magische Traum“ Premiere eines zweitägigen Gastspiels hat. Pferde begeistern einfach die ganze Familie. Wie man am Publikum sieht: Eltern, Großeltern, Kinder und ganz besonders viele Mädchen sind da.

Pferdeshow „Apassionata“ in der Leipziger Messe am 5. Januar 2018.

Oft haben die Tickets unterm Weihnachtsbaum gelegen. So wie bei Anja Wiedemann und Matthias Assmann aus Nobitz bei Altenburg. Ihre neunjährige Tochter Anne reitet selbst. „Pferde sind ihr ein und alles“, erzählt die Mama, die ebenfalls ein Herz für Pferde hat und die Show schon das dritte Jahr besucht. Dem Papa gefällt das gesamte Rahmenprogramm, von der Story (Zeitreise von Kontinent zu Kontinent) über die effektreichen Darbietungen bis zu Kostümen, Lichtstimmungen und Tanzszenen am Manegenrand. „Man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen soll“, sagt auch Mandy Krosse, die mit Tochter Lucy (10) da ist.

65 Pferde unterschiedlicher Rassen

Gelegentliches Schnauben und Wiehern erinnert daran, dass das fantasievolle Geschehen kein Traum ist. Eine der schönsten Darbietungen ist die mit dem wenigsten Spektakel – die der Österreicherin Kerstin Brein im zweiten Teil der Show. Sie kommt mit fünf Ponys und vier Großpferden unterschiedlicher Rassen und Farben in die Manege. Die Tiere laufen völlig frei, tragen weder Trense noch Sattel noch Halfter und Führstrick. Ein Schimmel stellt sich zuerst nicht in die Reihe, später in falscher Richtung. Dann knabbern sich die Pferde gegenseitig in den Mähnen herum. Ein schöner Anblick, denn so sieht Pferdeleben aus. Dennoch folgen die Tiere den Kommandos ihrer Besitzerin.

Vom klitzekleinen Shetlandpony bis zum gigantischen Shire Horse, vom Schimmel über Schecken bis Rappen – 65 Pferde unterschiedlichsten Rassen und Fellfarben sind in der Manege zu bewundern. Die Reiter zeigen ganz verschiedene, teils halsbrecherische Weisen, wie man ein Pferd bewegen kann: von Elementen der Dressur (Schrittpirouetten, Traversalen, Piaffen) über Spanischen Schritt, Trickreiten im Stile der Kosaken oder der Samuraikrieger bis hin zu Westernreiten oder Clownerie und Artistik am Pferdekörper.

Tierschützer üben Kritik

Manche Momente tun beim Zuschauen aber auch weh – wenn die Pferdeköpfe so fest zum Bauch herunter gebunden werden, dass es die Atmung erschwert, wie bei der Tandemreiterei. Und dass Pferde steigen, auf den Hinterbeinen tänzeln oder gar auf allen Vieren in die Luft springen, haben sie sicher nicht ganz freiwillig gelernt.

Wegen der hoch ansteckenden Pferdekrankheit Druse in Mitteldeutschland, die auch die letzte Moritzburger Hengstparade lahmlegte, müssen die Besucher aufs Pferdestreicheln nach der Show verzichten. In zwei Wochen kommen schon wieder Pferde auf die Neue Messe, dann die Sportpferde der „Partner Pferd“. Ehrlicherweise sollte man daran denken: Die lernbereiten Vierbeiner machen vieles dem Menschen zuliebe. Aber sie sind weder für die Showbühne geboren, noch um über 1,50 Meter hohe Hindernisse zu springen oder über eine Rennbahn zu rasen. Tierschützer mahnen, dass Pferde nicht dazu da sind, den Menschen zu unterhalten oder von ihm unter Druck und Zwang gesetzt zu werden.

Von Kerstin Decker

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