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Lokales Pilzirrtum und Insektenliebe - Der Sommer 2010
Leipzig Lokales Pilzirrtum und Insektenliebe - Der Sommer 2010
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10:34 06.09.2010
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Leipzig

Und über Pilze stolpert jeder Waldbesucher. Stimmt dieser Eindruck oder ist es in diesem Jahr nicht anders als sonst? LVZ-Online hat sich bei Experten umgehört und überraschende Antworten erhalten.

Die Pilzfreunde können sich in diesem Jahr über eine reiche Ernte freuen. Grund dafür ist laut Peter Otto, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Instituts für Biologie der Universität Leipzig, das Wetter der vergangenen Wochen. "Es gab viele Niederschläge und hohe Temperaturen. Das ist für die Pilzentwicklung optimal." Deswegen sei er auch nicht von der Pilzflut überrascht. "Wie es weitergeht, hängt vom Wetter der nächsten Wochen ab", so Otto.

Und das verspricht relativ stabil zu bleiben. "Bis Freitag wird der Regen etwas zunehmen. Die Temperaturen bleiben aber stabil", erklärt Ute Kranick vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig. Zum Wochenende sollen die Tageshöchstwerte steigen, Anfang nächster Woche könne mit 20 bis 24 Grad Celsius gerechnet werden, so die Expertin. "Insgesamt lässt der Spätsommer aber noch auf sich warten."

Besonders pilzreiche Regionen sind im Leipziger Raum die Dahlener Heide und das Gebiet um Torgau. Otto versuchte sein Glück in der Dübener Heide, nordöstlich von Leipzig. "Ich habe Perlpilze und Steinpilze gefunden", berichtet er. Wie es in und um Leipzig aussieht, könne er nicht sagen. "Aber der Auwald ist zum Beispiel kein typisches Gebiet für Pfifferlinge, weil diese nährstoffarmen Boden bevorzugen."

Eine einfache Faustregel, woran Sammler essbare von gefährlichen Pilzen unterscheiden können, gebe es laut Otto nicht. "Die meisten Pilze haben gefährliche Verwandte." Am besten sei es, einen Experten zu befragen und sich zu belesen. Dann macht Otto noch auf eine Besonderheit aufmerksam: "Der größte Irrtum ist, dass alle Champignons essbar sind. Doch der Karbolchampignon ist nicht gut für Menschen. Er ruft Erbrechen und Durchfall hervor." Zu erkennen ist der auch Karbol- oder Giftegerling genannte Pilz an seinem unangenehmen Geruch. Konzentration beim Sammeln ist nötig, denn der Karbolchampignon wächst dort, wo auch der Wiesenchampignon vorkommt.

Der Eindruck einer guten Pilzsaison hat sich also bestätigt. Wie sieht es mit den Mücken und Spinnen aus? Von einer Mückenplage könne laut eines Sprechers des Leipziger Zoos keine Rede sein. "Wir hatten nur ein Problem bei den Okapis. Sie wurden mit einem Mückenschutz behandelt."

Auch Klaus Schildberger, Professor für Tierphysiologie an der Universität Leipzig, will nicht von einer Mücken- oder Spinnenplage sprechen. "Der vergangene Winter war wegen der niedrigen Temperaturen ziemlich hart. Das hat der Entwicklung der Mücken aber nicht geschadet", so Schildberger. Denn der Schnee hat den Boden bedeckt und die Eier der Mücken vor dem Frost geschützt. Lediglich späte Fröste im Frühjahr können für die kleinen Summer gefährlich werden.

Für die Entwicklung der Spinnen ist das aktuelle Wetter entscheidend - die Zeit der Liebe beginnt. "Im Moment gehen die Spinnen-Weibchen auf Partnersuche. Wie sich das entwickelt, wird man erst nach dem Altweibersommer sehen", meint Schildberger. Spinnen mögen es trocken und warm. "Die Weibchen produzieren weiße Fäden oder Klümpchen, in denen sich die Larven befinden. Diese fliegen durch die Luft. Regnet es, geht das nicht mehr", weiß Schildberger.

Reik Anton

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