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Lokales Pläne für 2000 neue Wohnungen am Paunsdorf Center
Leipzig Lokales Pläne für 2000 neue Wohnungen am Paunsdorf Center
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11:03 14.02.2019
Der Heiterblick-Teil von Neu-Paunsdorf (in dieser Luftaufnahme vorn zu sehen) wurde noch zu DDR-Zeiten fertiggestellt. Vom ursprünglich ebenso groß geplanten Wohngebiet Kiebitzmark (rechts oben) entstand nach der deutschen Einheit nur ein Teilstück. Quelle: Armin Kühne
Leipzig

An der Westseite des Leipziger Hauptbahnhofs sollen ab diesem Jahr 700 Wohnungen entstehen, am Eutritzscher Freiladebahnhof bald 2100 und am Bayerischen Bahnhof 1600 folgen. Das Volumen allein dieser drei Vorhaben, zu denen jeweils auch größere Parks, viel Gewerbe und soziale Infrastruktur wie Schulen und Kitas gehören: etwa 1,7 Milliarden Euro.

31 Hektar, die gut geeignet wären

Doch während die Planungen für große innerstädtische Brachen gerade auf die Zielgerade kommen, wird im Neuen Rathaus bereits über ein weiteres Projekt in ähnlicher Größe nicht nur nachgedacht. In den letzten Monaten fand die grundsätzliche Prüfung für ein mehr als 31 Hektar umspannendes Geländes am Rand von Paunsdorf statt, erklärte Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos) kürzlich. Ergebnis: Es ist geeignet, zudem gut ans Straßenbahn-Netz angebunden sowie weitgehend von Natur umgeben – konkret dem Landschaftsschutzgebiet „Paunsdorfer Wäldchen – Heiterblick“.

Stadt will Testentwürfe erstellen

„In einem nächsten Schritt sollen erste städtebauliche Ideen erarbeitet werden, mit denen dann die Erarbeitung von Testentwürfen beauftragt wird“, kündigte Dubrau an. Mit verschiedenen gemeinnützig agierenden Wohnungsunternehmen hätten bereits erste Gespräche über eine Beteiligung am Planungs- und Bauprozess für dieses Gebiet stattgefunden, das seit langer Zeit Kiebitzmark heißt.

Die erste Platte für das neue Wohngebiet Paunsdorf wurde am 19. Februar 1987 gesetzt. Quelle: Siegfried Schlegel

Ideen für ein Wohnviertel an jener Stelle gab es schon in den letzten DDR-Jahren, als die Neubausiedlung Paunsdorf geplant wurde. Ursprünglich sollten dort rund 16 000 Wohnungen in drei großen Gebieten entstehen: 6500 in Heiterblick, 6500 in Kiebitzmark und 3000 am Lehdenweg. Von 1987 bis 1990 wurde der Abschnitt Heiterblick komplett fertiggestellt – samt Schulen und Kitas. Nach der deutschen Einheit (von 1990 bis 1995) folgten in Kiebitzmark einige Hundert Wohnungen, auch viele Eigenheime und ein Gymnasium. Die geplanten Baufelder 3 und 4, um die es jetzt geht, wurden aber nicht mehr angefangen. Denn damals zogen viele Menschen aus Leipzig weg.

Auf dem Abschnitt Lehdenweg entstand das Paunsdorf Center (P.C.) – eines der größten Einkaufszentren der Bundesrepublik. Für die gute Versorgung in Kiebietzmark wäre also auch schon gesorgt.

Baustart frühestens im Jahr 2023

Allerdings sei das Baurecht aus DDR-Zeiten längst erloschen, sagte Dubrau. Mit einem Anrücken der Bagger links und rechts der Paunsdorfer Allee könne daher frühestens im Jahr 2023 gerechnet werden. Wie viele Wohnungen insgesamt möglich sind, wer genau dort bauen soll und was das alles kostet, lasse sich derzeit noch nicht seriös abschätzen. Einen großen Vorteil gebe es aus Sicht der Kommune aber gegenüber den innerstädtischen Brachen: Während an der Westseite des Hauptbahnhofs, am Eutritzscher Freiladebahnhof und am Bayerischen Bahnhof fast sämtliche Flächen privaten Investoren gehören, sind zwei Drittel der 31 Hektar in Kiebitzmark im Besitz der Stadt.

SPD und Linke treiben Pläne voran

Leipzigs SPD und Linke setzen sich im Stadtrat schon länger für einen zügigen Start in Paunsdorf ein. „Der SPD-Fraktion schwebt vor, dass verschiedene Projektpartner hier gemeinsam einen neuen Stadtteil mit mehreren Tausend Wohnungen schaffen, der sowohl unter ökologischen als auch unter sozialen Aspekten neue Maßstäbe setzt“, erklärt Stadtrat Heiko Oßwald. Er befürwortet eine Projektgesellschaft, an der sich neben Stadt und LWB auch Genossenschaften und Privatfirmen beteiligen könnten. Der Anteil von mietpreisgebundenen Wohnungen müsse bei mindestens 40 Prozent liegen.

Ähnlich sieht es Stadtrat Siegfried Schlegel (Linke), dessen Fraktion zudem viel Wert auf Konzeptvergaben und die Beteiligung alter wie neuer Genossenschaften legt. „In Kiebitzmark ist genug Platz für über 2000 Wohnungen“, sagt er.

Von Jens Rometsch

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