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Lokales Pläne für Wasserschlange als Verbindung vom Markkleeberger See zur Pleiße geplatzt
Leipzig Lokales Pläne für Wasserschlange als Verbindung vom Markkleeberger See zur Pleiße geplatzt
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14:40 28.09.2018
Die Kleine Pleiße, hier in der Aue in Markkleeberg-Ost, müsste nach den Plänen nun ausgebaut werden, um mehr Wasser vom Markkleeberger See abführen zu können. Quelle: André Kempner
Markkleeberg/Leipzig

Die Pläne für die so genannte Wasserschlange (siehe Grafik) als Verbindung des Markkleeberger Sees mit der Pleiße werden nach mehr als zehn Jahren Vorarbeit und 2,4 Millionen Euro Kosten zu den Akten gelegt. Das entschied am Freitag die Steuerungsgruppe Leipziger Neeseenland mit Landrat Henry Graichen (CDU) an der Spitze. Für das Überschusswasser des Sees und eine schiffbare Verbindung zur Pleiße sollen nun andere Lösungen gesucht werden.

Handlungsbedarf bei der Wasserschlange hatte sich bereits im Frühjahr abgezeichnet. Da hatte die Landesdirektion Sachsen dem Zweckverband Kommunales Forum Südraum Leipzig die Planung für den schiffbaren Kanal regelrecht um die Ohren gehauen und dem Verband geraten, wegen der Vielzahl der Mängel eine komplett neue Planfeststellung zu erarbeiten.

Die Steuerungsgruppe entschied am Freitag nun, den bisherigen Antrag auf die Verbindung vom See zur Pleiße, die unterhalb des Agra-Wehrs auf den Fluss stoßen sollte, zurückzuziehen. Überein kamen die Vertreter der zuständigen Behörden in der Gruppe, dass die Tagebausanierer der LMBV eine andere Lösung für das Abführen des Überschusswassers aus Störmthaler und Markkleeberger See finden müssen.

Bislang kann das Wasser nur in geringen Mengen ohne zu pumpen in die Kleine Pleiße abfließen. Um der Mengen nach Starkregenfällen und Hochwasser überhaupt Herr zu werden, hatte die LMBV eigens eine Pumpstation errichtet, um auch größere Mengen Richtung Leipzig wegdrücken zu können. Die LMBV solle nun nach Lösungen suchen, dies ohne Pumpen zu bewerkstelligen, hieß es von der Steuerungsgruppe.

Möglich wird dies, das haben Experten schon vor Jahren gesagt, nur durch einen Ausbau und ein Ausbaggern der Kleinen Pleiße. Das wiederum hatte die Landesdirektion bislang immer mit dem Hinweis auf den besonders schützenswerten Status des Auenflüsschens zurückgewiesen. Wie berichtet, waren vom Forum nur deshalb überhaupt die Pläne für die Wasserschlange erarbeitet worden.

Geprüft werden solle nun, ob die Kleine Pleiße eventuell auch für eine schiffbare Verbindung ausgebaut werden kann, heißt es nun. Parallel dazu soll eine weitere, kürzere Verbindung vom Markkleeberger See direkt westlich unter der B 2 hindurch zur Pleiße und zum Agra-Wehr geprüft werden. Eine solche hatte die LMBV vor einigen Jahren bereits einmal als Studie vorgestellt. Die Pläne waren aber damals wegen großer Probleme bei einem Hochwasser wieder in die Schublade gesteckt worden. Jetzt kommen sie wieder nach oben auf den Stapel der zu untersuchenden Möglichkeiten. Nach LVZ-Informationen könnten für einen solchen Kanal eventuell zusätzliche Landesmittel locker gemacht werden. Das müssten sie wohl auch, weil ein zusätzlicher Bootskanal kaum als nötig für die Tagebausanierung darstellbar wäre.

Es würden erneut Überlegungen für einen alternativen Verlauf der touristischen Gewässerverbindung angestellt, erklärte der Verband allgemein. „Die Untersuchungen für eine optimale und für gewässerangepasste Mehrpersonenboote nutzbare Verbindung zwischen dem Markkleeberger See und der Pleiße werden also fortgesetzt“, meinte er.

Dennoch bedeutet das Aus für die Wasserschlange ein Zurück auf fast Null. Mehr als zehn Jahre habe die Erarbeitung der Pläne wegen ihrer hohen Komplexität gedauert, bedauerte der Verband. In welchem Zeitraum nun die neuen Pläne arbeitet werden sollen, ließ die Steuerungsgruppe offen. Lediglich für die Lösung des Problems mit dem Ableiten des Überschusswassers – soviel ist bekannt – erhält die LMBV inzwischen Druck von oben.

Froh über Konsens: Markleeberges OBM Karsten Schütze. Quelle: Andre Kempner

Markkleebergs Oberbürgermeister Karsten Schütze (SPD) versteht, dass ein Festhalten an den alten Plänen unsinnig wäre. „Es gab einfach zu viele Probleme. Ich bin aber froh über den Konsens in der Steuerungsgruppe, dass eine Anbindung der Pleiße an den Markkleeberger See für gewässerangepasste und muskelbetriebene Boote weiterhin als zwingend notwendig erachtet wird“, sagte er.

Von Jörg ter Vehn

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