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Lokales Plagwitz: Alles Yuccie oder was?!
Leipzig Lokales Plagwitz: Alles Yuccie oder was?!
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19:59 25.07.2015
Was geht ab? Leipzig ist die Yuccie-Town. Das sagt zumindest das News-Portal mashable.com. Im Auftrag dieser sind Anne-Katrin Hutschenreuter und Martin Zeschke in Plagwitz unterwegs. Live per Videostream im Internet stellen sie Plagwitz vor. Quelle: Alexander Bley
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Jagdwurst, das muss es gewesen sein! Denn das Tempo, was Anne-Katrin Hutschenreuter und Martin Zeschke vorlegen, ist atemraubend. Im Sauseschritt starten die beiden gebürtigen Karl-Marx-Städter in ihrer Lieblings-City den Trip. 15 Uhr in der sengenden Plagwitz-Hitze: Verlegen geht nicht, denn die beiden Blogger haben ein festes Zeitfenster in dem sie der GANZEN Welt zeigen sollen, warum Leipzig voll Yuccie ist. Innerhalb einer Stunde pflügen die Stimmen von „Annabelle sagt“ und „Kartoffelwasser.de“, so heißen die Weblogs, von der Erich-Zeigner-Allee über die Industriestraße bis auf die Karl-Heine.

„Hey people all over the world“, so startet Annabelle ihren Streifzug beim Radiosender Detector.fm. Dessen Besonderheit: Alles Gesprochene und Gespielte geht digital in die Welt. Nix mehr analog. All das erklärt Redaktionsleiter Marcus Engert in feinstem Englisch – fließend. Erstes Kuriosum der interaktiven Live-Schalte während der kurzen Führung: Einer der Zuchauer fragt, was sich den im Kühlschrank der Redaktion befinde. Der wird daraufhin bereitwillig geöffnet. Sekt leuchtet neben Paprika auf, was Annabelle dazu hinreißt, eine kleine Werbebotschaft um die Welt zu senden. Den Freyburgern wirds gefallen.

Was geht ab? Leipzig ist die Yuccie-Town. Das sagt zumindest das News-Portal mashable.com. Im Auftrag dieser sind Anne-Katrin Hutschenreuter und Martin Zeschke in Plagwitz unterwegs. Live per Videostream im Internet stellen sie Plagwitz vor. Und das im Sauseschritt und per Fahrrad. Zwischendrin halten sie dort an, was Sie für sehenswert halten. Etwa im Westwerk oder flanieren die Karl-Heine-Straße entlang.

Dagegen stößt die Frage, ob Engert denn ein Yuccie sei, auf Widerhall. Kreativ ja, jung und städtisch auch noch, aber in eine Schublade will sich der Radio-Macher nicht stecken lassen. Das alles geschieht in sanften Tönen. Mit den übergestülpten Hypes und Kategorisierungen kennen sich eben Leipziger aus.

Auch Annabelle, die seit zwei Jahren den gleichnamigen Blog mit Buchstaben füttert. „Ich schreibe über Dinge, die ich mag, die zu mir passen und die ich spannend finde. Insiderwissen, aber schön verpackt“, erklärt die 25-Jährige. Kann sie auch, schließlich hat das Mädel, genauso wie Spannemann Martin, Kommunikations- und Medienwissenschaften an der Uni Leipzig studiert. Ihre Brötchen, um ihre Blog-Leidenschaft betreiben zu können, verdient sie bei einem schwedischen Modelabel. Deshalb bezeichnet sich Anne-Katrin höchstens als Halb-Yuccie. Denn Kriterium zur vollen Version ist eben ein exorbitantes Gehalt. Der Yuccie weiß, wie der Yuppie, das Geld zu schätzen. Und das unterscheidet die Ypisloner auch vom Hipster. Der hat wenig Penunsen. So wird das eben verknappt. Einen ausführlichen Diskurs darüber hat Zeit online parat.
 
Aber zurück zur Plagwitz-Tour. Nach einem Abstecher an die Schleußiger Grenze ins „Schon Schön“, wo eine Ananas-Tischlampe und Besitzer Ivo Gastberg dem internationalen Publikum vorgestellt werden, wechselt das Reporter-Duo die Fortbewegungsart. Mit dem Rad geht es weiter. Über die Weißenfelser Straße auf das Plagwitzer Herz – die Karl-Heine-Straße. Felsenkeller, Vleischerei, Buch & Antik, Casablanca und Westwerk. Spätestens jetzt ist das alles in der Welt bekannt. Just 16 Uhr, mitteleuropäischer Zeit, bevor Hamburg den Staffelstab übernimmt.

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