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Plakate für Lichtfest am 9. Oktober: Das Motto „Brückenschlag zwischen Leipzig und Danzig“

Plakate für Lichtfest am 9. Oktober: Das Motto „Brückenschlag zwischen Leipzig und Danzig“

Plakate, Riesenposter, Magazinanzeigen und Kurzfilme: Für das dritte Lichtfest am 9. Oktober wird ordentlich geworben. Das Kunst- und Bürgerprojekt Lichtfest Leipzig lädt wieder auf den Augustusplatz ein und schlägt dabei eine Brücke in Europa.

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Peter Krutsch, Roland Stratz, Eberhard Wiedemann und Norbert Meissner (v.l.) präsentieren das Plakat für das Leipziger Lichtfest am 9. Oktober.

Quelle: Westend

Leipzig. In Leipzig und Danzig sollen sich die Menschen gemeinsam an die Ereignisse rund um den Herbst ´89 erinnern.

Für das Lichtfest soll demnächst mit 1500 Postern in ganz Mitteldeutschland und mit Fähnchen in Polen geworben werden. In Leipzig werden 100 Plakate in beleuchteten Kästen und weitere 3000 Poster in Gebäuden und an Häuserwänden befestigt. Zudem laufen Kurzfilme in Straßenbahnen und in der Touristeninformation. Am Bahnhof sollen zwei acht Meter hohe und zwei Meter breite Banner aufgehängt werden. „Wir hoffen, auch noch direkt am Rathaus für die Aktion werben zu können“, berichtet Roland Stratz von der Leipziger Tourismus und Marketing GmbH. Zudem wurden 32.000 Programmhefte gedruckt, die über Ausstellungen, Konferenzen, Podiumsdiskussionen oder Lesungen informieren. Die Broschüren sind auf einem mobilen Infostand des Eiscafes San Remo in der Grimmaischen Straße und vor dem Café Pascucci in der Thomasgasse erhältlich, aber auch in der Tourist-Information und im Rathaus. Eindrücke zum Lichtfest erhalten Interessierte schon jetzt: Immer wieder werden Kurzfilme auf dem Rollwagen am Eiscafé gezeigt.

„Wir hoffen, dass mindestens genau so viele Menschen kommen wie vergangenes Jahr“, sagt Stratz und will die 40.000-Marke knacken. Das Lichtfest greift erstmals die Ereignisse auf, die zum Systemwandel im Nachbarland Polen führten. „Polen ist der Ursprung der Freiheitsbewegung und hatte eine entscheidende Bedeutung in Deutschland und Europa“, begründet Stratz die Zusammenarbeit mit Danzig. Peter Krutsch, Sprecher der Stadt Leipzig betont: „Ohne die Streiks in den 1980er Jahren in Polen hätte es so keine friedliche Revolution bei uns gegeben.“

Am 9. Oktober wird eine Projektionsfläche an der Oper aufgebaut, worauf die Leipziger auch ein Konzert aus Polen sehen. Gezeigt wird ein Sonderkonzert in der Polnischen Ostsee Philharmonie Danzig, das Jürgen Wolf leitet, Kantor der Nikolaikirche Leipzig und musikalischer Leiter des Lichtfestes. Das Orchester spielt Werke polnischer und deutscher Komponisten. Zu den Live-Konzertklängen aus Danzig werden zudem historische Aufnahmen vom DDR-Alltag aus den 1980er-Jahren sowie von den Demonstrationen vor der Danziger Werft und den gewaltsamen Reaktionen des Regimes zu sehen sein. An dem Abend werden auch wieder um die 15.000 Kerzen verteilt, die vor der Oper auf ein Podest gestellt werden. Vor den Konzerten findet in der Nikolaikirche das Friedensgebet und die Rede zur Demokratie statt.

Auch die Menschen in Polen werden das Geschehen auf dem Augustusplatz bei sich auf einer Videoleinwand verfolgen können. Die Städte entsenden jeweils Vertreter, die die Menschen vor Ort zur gemeinsamen Erinnerung an die Freiheitsbewegung begrüßen werden.

Fotos vom Lichtfest 2010

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Erneut beteiligt sich Inhaber Eberhard Wiedemann vom Eiscafe San Remo an dem Kunst- und Bürgerprojekt, der zur Wende nach Leipzig kam. „Ich habe mich sofort in diese Stadt verliebt. Das Lichtfest zu unterstützen ist für uns eine Ehre. Unsere Filmprojektion am Haus sind kleine Beiträge zu diesem großen Projekt.“ Um für die Besucher wie auch schon 2009 Videoprojektionen an den Häuserwänden laufen zu lassen, ist der Künstler Norbert Meissner erneut am Werk. „Auf der einen Seite sind Aufnahmen zwischen 1953 und 1989 zu sehen. Aber nicht nur aus Leipzig, sondern auch aus ganz Europa. Und auf der anderen Seite sprechen polnische Frauen über die Streiks aus den 1980er Jahren. Teilweise ist das Material zum ersten Mal zu sehen“, verspricht der 56-Jährige.

„Wir planen bereits, nächstes Jahr das Lichtfest mit Ungarn und 2013 mit der Tschechischen Republik gemeinsam zu veranstalten“, blickt Stratz voraus. Zum 25. Jahrestag der Friedlichen Revolution soll es dann ähnlich sein wie 2009, als sich eine Woche lang tausende Bürger am Fest beteiligten.

Das Lichtfest wird alljährlich von der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH (LTM), der Stadt Leipzig und der Initiative Herbst ’89 organisiert. Feste Partner für die diesjährigen Veranstaltungen sind zudem das Polnische Institut, die Stadt Danzig, die Woiwodschaft Pommern, das Deutsche Generalkonsulat in Danzig, die Polnische Ostsee Philharmonie Danzig, das Europäisches Zentrum für Solidarität (ECS/EZfS) sowie polnische Unternehmen, insbesondere die GPEC.

Erstmals erinnerte Leipzig im Jahr 2009 mit einem Lichtfest an die Friedliche Revolution. Rund 150.000 Leipziger und Gäste der Stadt gedachten auf dem Augustusplatz und dem Innenstadtring der Ereignisse vor 20 Jahren.

Annett Böhm

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