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Lokales Plan für Stötteritz: 330 Wohnungen, Schule, Turnhalle, Kita und viel Grün
Leipzig Lokales Plan für Stötteritz: 330 Wohnungen, Schule, Turnhalle, Kita und viel Grün
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06:03 07.11.2018
Stadtquartier an der Kolmstraße Quelle: Patrick Moye
Leipzig

In Stötteritz soll in den nächsten Jahren auf 12,7 Hektar ein neues Wohngebiet entstehen. Das Vorhaben für eine Brache zwischen der Holzhäuser und Kolmstraße zählt zu den größten derartigen Projekten in Leipzig. Ziel sei, auf einer Teilfläche des ehemaligen Gewerbegebiets etwa 330 Wohnungen zu errichten, erläuterte Gregor Bogen vom Investor WEP Gruppe auf LVZ-Anfrage. „Davon entstehen 30 Prozent als mietpreis- und belegungsgebundener Wohnraum.“

Viele Grünflächen im Baugebiet

Auch sonst sei eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Kommune angestrebt, betonte der Geschäftsführer. Schließlich wolle die Stadt selbst auf dem Areal eine Oberschule und Turnhalle bauen – samt dazugehörigen Freiflächen und einem Bolzplatz. Nach Angaben der Stadt gehören ihr 5,5 Hektar des Geländes. Auf den kommunalen Flächen befinden sich mehrere Gewerbebrachen, die Schwimmhalle Südost und die frühere Freiluftschule Stötteritz. Im Bereich der Ex-Freiluftschule gibt es heute viele Bäume, vier Pachtgärten, ein als Biotop geschütztes Kleingewässer und den „Zaubergarten“. Letzteres ist ein Jugendhilfeprojekt des Vereins Columbus Junior, der dort auch ein Gebäude für seine Arbeit nutzt.

Stadtrat befasst sich noch diesen Monat mit dem Projekt

Mit einem Bebauungsplan will das Rathaus nun sowohl für die privaten als auch für die kommunalen Flächen eine neue Gestaltung ermöglichen. Gestern Abend wurde der Entwurf für den Aufstellungsbeschluss im Stadtbezirksbeirat Südost vorgestellt. Noch diesen Monat kommt das Papier in den Stadtrat.

Auch kleinere Gewerbeeinheiten vorgesehen

WEP hatte gemeinsam mit der Stadt schon im Mai zu einer ersten Bürgerinformation vor Ort eingeladen, so Thomas Kirmse, Leiter für Projektentwicklungen bei dem in Leipzig seit langem verwurzelten Unternehmen. Unter anderem hatte es bereits den Bau der Media City und Bio City gesteuert. Seit vielen Jahren entwickelt und vermarktet WEP außerdem das Areal der Alten Messe. „In Stötteritz soll aus einer Gewerbebrache ein neues Quartier erwachsen, das zeitgemäß, lebendig und durchgrünt ist“, sagte Kirmse. „Dazu gehören verschiedene Wohn- und Eigentumsformen, Gemeinbedarfseinrichtungen und eine besondere Qualität der Grün- und Erholungsflächen.“ Auch an kleinere Gewerbeeinheiten sei gedacht – vor allem in den Erdgeschosszonen der mehrgeschossigen Wohnhäuser.

Wird Schwimmhalle erweitert?

Im Juni 2018 wurde ein städtebaulicher Ideenwettbewerb ausgelobt, dessen Ergebnisse bis zum Jahresende vorliegen sollen. Laut der Ausschreibung für zwölf Teams aus Architekten, Stadt- und Landschaftsplanern ist nur an nicht-störendes Gewerbe (wie Läden oder Büros, Praxen und ein Café) gedacht. Eventuell könne ein Gebäude für die Pflege oder Betreutes Wohnen entstehen, in das noch eine von der Stadt gewünschte Kita integriert wird. „Auf den stadteigenen Flächen sollen auch die vorhandenen Grünflächen einschließlich des Zaubergartens integriert werden“, hieß es in der Ausschreibung noch. Für die Schwimmhalle solle „die Option eines Erweiterungsbaus geprüft werden“.

Soziokultur soll erhalten bleiben

Viele Details – wie ob die Oberschule vierzügig wird – seien aber erst im Rahmen des künftigen Bebauungsplanverfahrens zu klären, steht im Entwurf des Aufstellungsbeschlusses. Solche Verfahren dauern etwa zwei Jahre, enthalten etliche Prüfungen wie zum Natur- und Umweltschutz. Zu den Zielen dabei gehörten viele Grünflächen, eine ressourcenschonende Bebauung und die „Sicherung soziokultureller Einrichtungen wie des ansässigen Zaubergartens“.

Trinkwasserhauptleitung und Straßenbahnwendeschleife

Bebaut werden soll nur ein Teil des Areals, das übrigens bis zur Einfamilienhaussiedlung „Am Sonnenwinkel“ reicht. Dabei müssen die Planer Rücksicht auf eine Straßenbahnwendeschleife an der Holzhäuser Straße, die gründerzeitlichen Wohnhäuser an der Kolmstraße sowie auf eine Trinkwasserhauptleitung nehmen, die vom Wasserwerk Thallwitz kommend unterirdisch durch das Gelände verläuft.

Stadtbezirksbeirat Südost begrüßt den Plan

Der Stadtbezirksbeirat Südost begrüßte die Pläne bereits grundsätzlich. Er forderte jedoch, dass die neue Schulturnhalle als Drei-Felder-Halle ausgeführt werden muss, damit dort auch Sportvereine wie der ATV 1845 (Hockey) trainieren können. Wichtig sei ebenso der Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Kommandant-Prendel-Allee/Kolmstraße. Zudem dürfe die Verkehrserschließung für Schule und Wohngebiet nicht allein über die schon heute stark belastete Kolmstraße erfolgen. Entlastung könne eine Anbindung zur Holzhäuser Straße bringen, die aber keine Durchfahrtstraße werden soll.

Von Jens Rometsch

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