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Lokales Planungsfehler bei Sporthallen-Neubau am Reclam-Gymnasium kosten Leipzig 500.000 Euro
Leipzig Lokales Planungsfehler bei Sporthallen-Neubau am Reclam-Gymnasium kosten Leipzig 500.000 Euro
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10:21 19.09.2013
Blick auf die Baustelle des deutsch-französischen Bildungeszentrums in Leipzig. (Archivfoto) Quelle: Wolfgang Zeyen
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Leipzig

Statiker haben offenbar beim Neubau der Dreifeldersporthalle auf dem Campus die nötige Bodenplatte falsch berechnet. Nach Regenfällen war das Grundwasser angestiegen und hatte die Platte, auf der bereits Wände standen, verformt. Die notwenigen Reparaturkosten trägt vorerst die Kommune – um die Eröffnung nicht noch weiter verschieben zu müssen.

„Es war ein Berechnungsfehler: Der Grundwassergehalt im Boden wurde nicht berücksichtigt und die Platte war deshalb einfach nicht dick genug“, erklärte Stephan Prendel, Projektleiter im Amt für Gebäudemanagement, am Mittwoch gegenüber LVZ-Online. Die Verformung durch das von unten drückende Wasser machte einen sofortigen Baustopp notwendig – auch weil der Neubau der nahen Pablo-Neruda-Grundschule ebenfalls in Gefahr geriet.

Zum Glück senkte sich die Platte wieder, nachdem das Wasser abgepumpt worden war. „Allerdings war das ja keine dauerhafte Lösung“, so Prendel weiter. Die Stadt ließ deshalb verschiedene Sanierungsvarianten prüfen, am Ende entschied sich der Bauträger gegen einen Austausch der Platte. Stattdessen wird die lädierte Grundfläche nun verfestigt und mit einer Entwässerungs-Drainage versehen. Entsprechende Ausschreibungen seien angelaufen, hieß es am Mittwoch. Im Oktober sollen die Arbeiten an der Platte beginnen. Nach aktuellem Stand könnte die moderne Sporthalle, die sowohl von Pablo-Neruda-Grundschule als auch von Reclam-Gymnasium genutzt werden soll, dann im April 2014 fertig sein – neun Monate später als geplant.

Regressansprüche vor Gericht - Umzug des Reclam-Gymnasiums Ende Oktober

Baustudie der neuen Dreifelder-Sporthalle auf dem deutsch-französischen Bildungscampus. Quelle: Quelle Stadt Leipzig

Ob bis dahin Schuldfrage des Planungspfuschs und Rechtmäßigkeit der Regressansprüche geklärt werden können, ist unklar. „Die Schadensverursacher und deren Versicherungen halten sich bisher bedeckt“, sagt der Projektleiter der Stadt. Die Kommune werde ihre Ansprüche notfalls vor Gericht durchsetzen. „Aber so etwas kann auch mal dauern“, sagte Prendel.

Nicht nur mit Blick auf die Fertigstellung der Halle habe sich Leipzig deshalb zur Vorkasse entschieden. Seit Monaten warten die Schüler des sanierten Reclam-Gymnasiums darauf, aus ihren Interimsstätten in Schönefeld und Eutrizsch wieder gen Südostvorstadt umziehen zu können. Mehrfach musste der Termin verschoben werden, weil die Staub- und Lärmbelastung auf der nahen Sporthallen-Baustelle noch zu groß war. Ende Oktober soll nun das Gröbste geschafft sein. „Der Umzug kann jnach den Herbstferien stattfinden“, sagte Prendel.

Das Neubauten von Pablo-Neruda-Schule und Sporthalle bilden künftig zusammen mit dem sanierten Reclam-Gymnasium das deutsch-französische Bildungszentrum in Leipzig. Insgesamt 24 Millionen Euro wurden hier investiert, die Stadt selbst trug etwa zehn Millionen Euro. Die Schüler der Grundschule haben ihr neues Quartier bereits zum Schuljahresbeginn 2013/2014 bezogen.  

Matthias Puppe

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