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Planungssicherheit: Initiative will Teil des Leipziger Westwerks anmieten

Angst vor Verdrängung Planungssicherheit: Initiative will Teil des Leipziger Westwerks anmieten

Eine Gruppe von Mietern des Westwerks in Leipzig-Plagwitz will einen neuen Dach-Verein gründen und damit Teile des Kreativzentrums anmieten.

Blick auf das Hauptgebäude des Westwerks im Stadtteil Plagwitz. (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Im Ringen um die Zukunft des Westwerks in Leipzig-Plagwitz wollen mehrere Mietern der Verwaltung für Teile des Areals ein alternatives Nutzungskonzept unterbreiten. Wie es am Donnerstag hieß, plant die Initiative „Westwerk Retten“ einen Verein zu gründen, mit dem das sogenannte Pferdehaus auf dem Areal des Kreativzentrums gemietet werden kann. Auf diesem Weg soll die bisherige Mieterstruktur im Gebäude erhalten bleiben, dem Besitzer der Immobilie aber geregeltere Einnahmen garantiert werden.

Die Idee entstammt einer Mieter- und Interessenversammlung, an der sich laut Veranstalter 60 Menschen beteiligt hatten, Am kommenden Dienstag will die Initiative dem Verwalter des Kulturzentrums ein entsprechendes Konzept übergeben, in dem bereits konkret Raumnutzung, Verwaltungsstruktur und Finanzierung festgelegt sind.

Querfinanzierung und solidarische Mieten

„Die Mieten sollen an realökonomischen Anforderungen, aber auch am individuellen Charakter der Mieter orientiert sein. Das heißt, es könnte Querfinanzierung und solidarisch organisierte Mieten geben“, heißt es in einem vorab veröffentlichten Schreiben der Initiative „Westwerk Retten“. Die neu gewonnene Planungssicherheit bei den Mietern werde zudem Motivation und Engagement bei der gemeinsamen Gestaltung der Räume freisetzten, heißt es weiter.

Auslöser der Debatte um die Zukunft des Kreativzentrums an der Karl-Heine-Straße sind Verdrängungsängste der zum Teil langjährigen Mieter der Immobilie. Mitte Januar wurden diese von Gerüchten verstärkt, der Besitzer und die Verwaltung des ehemaligen VEB Industriearmaturen planen künftig auch mit Supermarkt, Parkhaus und Billardhalle auf dem Areal. Verwalter Peter Sterzing hatte daraufhin gegenüber LVZ.de erklärt, dass es weder für einen Supermarkt noch für eine Billardhalle konkrete Absprachen gebe. „Richtig ist allerdings, wir suchen für die frei werdenden Räume etwas, das jeden im Stadtteil anspricht und nicht nur sehr spezielle Interessen bedient. Wir müssen das Westwerk ja auch finanzieren können.“

Mitte Februar hatten sich etwa 1000 Menschen an einer Demonstration für den Erhalt der Strukturen im Westwerk beteiligt.

Von mpu

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