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"Platz ist allemal" - ab August wird die Sporthalle Brüderstraße geschlossen

"Platz ist allemal" - ab August wird die Sporthalle Brüderstraße geschlossen

Ende Mai wird sie geschlossen, ab August für rund 6,4 Millionen Euro saniert: die Sporthalle Brüderstraße, Heimat vieler kleiner und großer Leipziger Handballer, Volleyballer und Hockeyspieler.

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Sporthalle Brüderstraße

Quelle: Andreas Döring

All diese Nutzer werden ab der Saison 2014/15 für anderthalb Jahre auf andere Hallen im Stadtgebiet ausweichen müssen - getreu dem bekannten Motto: "Bitte eng zusammenrücken." Vor diesem Hintergrund kreißt in Sportler-Kreisen gerade eine Idee: Warum macht die Kommune aus der Halle 15 auf der Alten Messe nicht eine Interimsspielstätte?

Horst Hampe, seit 2007 Mitglied der Spielbezirksleitung Handball Leipzig, besitzt eine gewisse Affinität für das alte Messegelände. Der 74-Jährige hatte einst beruflich auf dem Areal im Leipziger Südosten zu tun, war als Werbeleiter des VEB Kombinat Baukema (Bautechnik) in nahezu allen großen Messehallen zu Hause. Die Halle 15 kennt er beinahe aus dem Effeff. Deshalb konfrontierte Hampe die Sportfreunde von der Spielbezirksleitung dieser Tage mit seinem Plan, die Halle 15 zum Ausweichdomizil für Nutzer der "Brüderhölle" zu machen. Das städtische Sportamt, so die Idee, sollte schnellstmöglich an die Leipziger Entwicklungs- und Vermarktungs-gesellschaft (LEVG) herantreten, die die Alte Messe im Auftrag der Kommune vermarktet. "Das gesamte Inventar der Sporthalle Brüderstraße, einschließlich Tribüne, könnte in der Halle 15 problemlos untergebracht werden. Platz für ein 20 mal 40 Meter großes Spielfeld ist allemal", sagt Hampe.

Zahlreiche Räume für Umkleide- und Lagerzwecke seien ebenso vorhanden wie Toiletten. Allerdings müsse ein Holzbelag auf dem Betonfußboden ausgelegt werden. "Als Beispiel hierfür ist die Halle 7 zu nennen. Dort wurden einst zwischen den Frühjahrs- und Herbstmessen transportable, zwei mal zwei Meter große Parkett-Elemente eingesetzt, die sich als ideale Spielfläche bei sportlichen Großveranstaltungen erwiesen", erläutert der langjährige Handballer, der zuletzt bei den Alten Herren der SG LVB aktiv war. Die beiden großen Rolltreppen der "15" müssten natürlich raus, ansonsten sei die Nutzung des Erdgeschosses für den Trainings- und Spielbetrieb ja nicht möglich.

Während die Kollegen aus der Spielbezirksleitung für Hampes Gedankengänge allerlei übrig haben, hält sich die Begeisterung beim kommunalen Unternehmen LEVG und im Rathaus in Grenzen. Die Vermarktungsgesellschaft hofft bekanntlich auf den Umzug des Zweirad-Anbieters Stadler vom Günthersdorfer Einkaufspark Nova Eventis in die Halle 15, erwartet sehnsüchtig die Ergebnisse eines Gutachtens zur Kompatibilität der Stadler-Ansiedlung mit dem bestehenden Fahrrad-Fachhandel in Leipzig. In einem Vierteljahr soll es vorliegen. Zudem, betont ein LEVG-Sprecher auf LVZ-Anfrage, sei das Gebäude für derartige Zwecke "momentan nicht genehmigungsfähig". Brandschutz, Fluchtwege, Sanitäranlagen - da müsse viel, viel Geld in die Hand genommen werden, das koste eine siebenstellige Summe. "Wer soll das bezahlen?"

Das Sportamt jedenfalls nicht. Dessen Leiterin Kerstin Kirmes stellt klar, dass die Stadt eine sportliche Nutzung der Alten Messe zwar grundsätzlich nicht ausschließe, "diese Option besitzt aber keine Priorität". Im Fall der denkmalgeschützten Halle 15 wäre eine aufwändige Instandsetzung durch die öffentliche Hand "bei knappen Mitteln" vonnöten. "Und bei der Sanierung bleibt es ja nicht. Herr Hampe hat die Vorstellung, dass wir pachten, also in die bauliche und in die Betreiberverantwortung eintreten. Das ist ein Zuschussgeschäft", sagt Kirmes. "Es geht hier nicht um Peanuts." Gemäß dem vom Stadtrat im Sommer 2009 beschlossenen "Sportprogramm 2015" liege das Hauptaugenmerk "ganz klar auf der Sanierung von Bestandshallen und dem Bau von drei neuen. Hier liegen wir gut auf der Strecke."

Sportfreund Hampe sollten die ersten Reaktionen auf seinen interessanten Vorschlag nicht erschüttern. Schließlich existieren auf der Alten Messe noch andere ungenutzte Immobilien. Schon einmal war zum Beispiel vom Sowjetischen Pavillon als möglichem "Sportpalast" die Rede. Und die Halle 17, die Hampe ebenfalls kennt, die gibt's ja auch noch-

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.01.2014

Welters, Dominic

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