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"Pleiten, Pech und Pannen" zur Eröffnung des Technischen Rathauses

"Pleiten, Pech und Pannen" zur Eröffnung des Technischen Rathauses

Jede Menge Frust gab es am Montag bei den Besuchern in Leipzigs neuem Technischen Rathaus. Ärger um die Parkplätze und stundenlange Wartezeiten am Eröffnungstag ließen nicht nur Dirk Schilling von "Pleiten, Pech und Pannen in Vollendung" reden.

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Noch vom Umzug dekoriert und obendrein etwas vermüllt: ein Fahrstuhl im Haus A.

Quelle: Jens Rometsch

Leipzig. In der KFZ-Zulassungstelle, die jetzt in der Prager Straße 136 residiert, bildeten sich schon am Morgen lange Schlangen. Auch Schilling, der für ein Nissan-Autohaus in Döbeln arbeitet, musste stundenlang warten, bevor er Fahrzeuge für seine Kundschaft anmelden konnte. "Am meisten ärgert mich, dass ich letzten Freitag schon mal umsonst hier war." Zuvor hatte er im Ordnungsamt angerufen und sich den neuen Standort erklären lassen, so Schilling. "Als ich dann vor verschlossener Tür stand und vom Handy dieselbe Telefonnummer noch mal anrief, sagte die Frau vom Ordnungsamt: Wir öffnen erst Montag, aber danach hatten Sie mich nicht gefragt."

Probleme bei der Anreise gab es gestern jede Menge. Zwar weist am Technischen Rathaus ein Schild auf den Besucherparkplatz hinter dem Gebäude hin. Doch das Erreichen dieser 70 Stellplätze ist unmöglich. Die Zufahrt dort sei nur für Umzugswagen erlaubt, so ein weiteres Schild nach 30 Metern. Also mussten etliche Besucher in einer sehr schmalen Gasse wenden, was ein Verkehrschaos an der wichtigen Kreu- zung Prager-/Semmelweisstraße auslöste.

Es könne auch sein, da ss auf dem Besucherplatz Autos der 1400 Mitarbeiter im neuen Objekt standen, räumte Hauptamtsleiter Christian Aegerter auf Nachfrage ein. "Der Parkplatz für die Mitarbeiter ist nicht rechtzeitig fertig geworden", erklärte er. Da auch die Parkuhren für den Besucherplatz noch nicht eingeschaltet seien, nutzten Mitarbeiter vielleicht diese Lücke. Im Januar solle auch ein anderes Manko behoben werden, sagte Aegerter. Gemeint ist das fehlende Hinweisschild zu den kostenlosen Stellflächen auf dem Barnet-Licht-Platz. "Wir bitten die Leipziger um Verständnis, dass nach extrem kurzer Umstellungsphase jetzt nicht gleich alles klappt."

Kein Verständnis hatte Ralf Mickeleit vom Autohaus Rühlmann dafür, dass er zusätzlich zu den vier Stunden Wartezeit auch noch ein Knöllchen erhielt. "Ringsum ist alles dicht. Und ich stand nur mit einem Reifen auf dem Fußweg." Evelyn Mannchen aus Großzschocher war "stinksauer", weil sie mehr als eine Stunde warten musste, bevor sie in der KFZ-Zulassungsstelle überhaupt eine Wartenummer erhielt. "Dabei will ich nur eine andere Straße in der Zulassung eintragen lassen." Bei den Massen im Vorflur des Warteraums wäre Stefan Teichmann aus Grünau "fast zerquetscht" worden. Hinzu kamen viele kleine Informationspannen. So stand an der einzigen Eingangstür zum Haus A, die sich öffnen ließ: "Bitte Drehtür rechts benutzen." Aber diese Drehtür war zu.

Helmut Loris, der Leiter des Ordnungsamtes, verteidigte das Vorgehen der Politessen. "Wir können nicht tatenlos zusehen, wenn alle Fußwege ringsum zugeparkt werden." Die langen Wartezeiten seien ein Ergebnis der umzugsbedingten Schließung der Zulassungsstelle in der vergangenen Woche. "Um bei Orientierungsproblemen in den Ämtern zu helfen, haben wir extra acht Mitarbeiter als Lotsen eingesetzt." Eine gute Nachricht hatte Loris für die privaten KFZ-Schilder-Prägedienste, die sich gestern per Reise-Gewerbe-Erlaubnis rings um den neuen Standort gruppierten. "Wir haben extreme Umsatzeinbußen. Wissen nicht, wie es weitergeht", so Mirko Pohle von der Firma Lorenz. Dazu Loris: "Unsere Testphase, die wir exklusiv mit dem Tüv Süd durchgeführt haben, wird am Dienstag abgeschlossen. Folglich gibt es ab Mittwoch Nummernschilder nur noch bei privaten Anbietern außerhalb des Rathauses." Demnächst werde ein Raum im Gebäude so hergerichtet, dass dort viele verschiedene Firmen Schilderdienste anbieten können.

Jens Rometsch

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