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Lokales Nach Todesfällen: Polizei bittet Radfahrer um „defensive Fahrweise“
Leipzig Lokales Nach Todesfällen: Polizei bittet Radfahrer um „defensive Fahrweise“
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13:18 02.06.2018
Immer wieder kommt es in Leipzig zu folgenschweren Zusammenstößen zwischen Lastwagen und Fahrrädern. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Leipzig

Am Donnerstagnachmittag ist nach einem Unfall in Leipzig erneut ein Radfahrer ums Leben gekommen – bereits der Dritte in diesem Jahr. Wieder war ein LKW beteiligt. Nach Polizeiangaben vom Freitag ist der genaue Unfallhergang zwar noch völlig unklar, die Häufung der folgenschweren Zusammenstöße beschäftigt die Beamten dennoch. Klar ist: So kann es nicht weitergehen.

Appell an Radfahrer

„Wir sind im ständigen Austausch mit der Unfallkommission der Stadt Leipzig, aber rufen auch alle Verkehrsteilnehmer zu mehr gegenseitiger Rücksichtnahme auf“, sagt Michael Fengler, Sprecher der Polizei Leipzig. Aufgrund ihrer schwächeren Position und im Sinne des Selbstschutzes komme den Fahrradfahrern dabei eine besondere Verantwortung zu: „Sie sind klar im Nachteil. Bei einem Unfall sind eigentlich immer Verletzungen und schlimmstenfalls sogar der Tod die Folge. Da hilft im Moment nur eine defensive Fahrweise. Im Zweifel sollte der Radfahrer auf sein Vorfahrtsrecht verzichten, wenn er damit verhindert, unter einem Auto zu landen.“

Christoph Waack, Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Leipzig ist dieser gesonderte Appell an die Radfahrer nicht ausgewogen genug: „Die Argumentation, dass der schwächere Verkehrsteilnehmer im Zweifel zurückziehen sollte, kann sich schnell verselbstständigen und zu einer Art Rechtfertigung für die LKW-Fahrer werden.“ Die Sensibilisierung müsse bei den Lastwagen mindestens genauso hoch, wenn nicht sogar höher sein. „Große Fahrzeuge haben ein größeres Betriebsrisiko. Daraus resultiert auch eine größere Verantwortung“, erklärt Waack. Die schwierige Lage vieler Kraftfahrer wolle er nicht bestreiten: „Natürlich sind die Situationen oft unübersichtlich, das Stresslevel sehr hoch. Da muss auch bei den verantwortlichen Logistik- und Bauunternehmern die Aufmerksamkeit steigen.“ Der ADFC-Bundesverband setze sich zudem für verpflichtende Sensor-Warnsysteme an Lastwagen ein.

Toter-Winkel-Spiegel laut Polizei kein Allheilmittel

Immer wieder kommt es an Kreuzungen zu folgenschweren Zusammenstößen, vor allem wenn LKW nach rechts abbiegen wollen. Wenn daneben Radfahrer geradeaus fahren wollen, werden sie häufig übersehen.“ Für die Lastwagenfahrer sind diese Situationen, so Polizeisprecher Fengler, sehr kompliziert. „Mittlerweile sind die Fahrzeuge zwar mit einem Extra-Spiegel für den Toten Winkel ausgestattet. Wer aber schon mal in einem LKW gesessen hat, weiß, dass es damit oft nicht getan ist und Radfahrer trotzdem übersehen werden können.“ Ihnen empfiehlt er, in unsicheren Situationen erst nach kurzem Blickkontakt mit dem Lastwagenfahrer wieder in die Pedale zu treten.

An der öffentlichen Diskussion um LKW-Fahrverbote in der Stadt, verpflichtende Sensor-Warnsysteme oder bauliche Veränderungen will sich Fengler nicht beteiligen: „Das sind alles Spekulationen. Aktuell sind nicht genug Lastwagen mit dem Warnsystem ausgerüstet. Und selbst wenn es gesetzlich vorgeschrieben würde, wäre die Umsetzung langwierig.“

Auch am Donnerstag war es in Leipzig zu mehreren Unfällen mit Radfahrern gekommen. Ein 49-Jähriger verletzte sich bei einem Zusammenstoß mit einem Auto schwer.

Von Anton Zirk

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