Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Polizei räumt spontanen Wagenplatz in Leipzig-Paunsdorf

SV Fortuna musste reagieren Polizei räumt spontanen Wagenplatz in Leipzig-Paunsdorf

Am Ende ging alles ganz schnell: Der am Wochenende entstandene Wagenplatz an der Riesaer Straße in Paunsdorf ist am Mittwochmorgen von der Polizei geräumt worden. Bei der Maßnahme gab es keine Zwischenfälle, lediglich eine kleine Gruppe Unterstützer hatten sich zur Spontan-Demo versammelt.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Nun ging doch alles ganz schnell. Am frühen Mittwochmorgen wurde der am Wochenende spontan entstandene Wagenplatz auf dem Gelände des SV Fortuna an der Riesaer Straße in Paunsdorf geräumt. Die Polizei war seit 7 Uhr im Einsatz. Für die Räumung musste die Riesaer Straße zwischen Schongauer Straße und Theodor-Heuss-Straße gesperrt werden, teilte Polizeisprecherin Katharina Geyer gegenüber LVZ.de mit.

„Wir mussten reagieren“

Der Verein habe sich nach dem Drängen der Stadt, schnellstmöglich die ursprünglichen Verhältnisse vor Ort wieder herzustellen, zu der Maßnahme gezwungen gesehen. „Wir mussten einfach reagieren“, so der 1. Vorsitzende Wulf Basse. Die Polizei betonte, dass es sich bei der Räumung nicht um eine Zwangsmaßnahme handelte, sondern man lediglich dem Pächter dabei half, das Hausrecht durchzusetzen.

Nun ging alles ganz schnell: Der am Wochenende spontan entstandene Wagenplatz an der Riesaer Straße ist am Morgen von der Polizei geräumt worden. Die Maßnahme war laut dem SV Fortuna, Pächter der Fläche, auf Grund des Drängens der Stadt nötig geworden.

Zur Bildergalerie

Die Räumung lief ohne Zwischenfälle ab, bestätigten alle Parteien. Die Wagen wurden vorerst auf eine kleine Ausweichfläche am Rand der Riesaer Straße geschleppt, von wo der weitere Abtransport organisiert werden sollte. Ob die Wagen auf eine andere Fläche umsiedeln können, war am Mittwoch noch nicht bekannt.

Ein Vertreter des Wagenplatz-Kollektivs „Mora Riesa“ äußerte sich angesichts der plötzlichen Reaktion der Behörden enttäuscht darüber, dass die verantwortlichen Stellen nicht noch einmal das Gespräch gesucht hatten. „Wir wollten uns heute mit dem Sportamt auseinandersetzen, aber die Entscheidung war wohl schon gefallen.“ Auch kritisierte der Sprecher, dass die Entscheidung über das weitere Vorgehen immer wieder zwischen den verschiedenen Stellen hin und her geschoben worden sei und man nie genau gewusst habe, wer der korrekte Ansprechpartner war.

Laut "Mora Riesa" war die Räumung "nicht nur unverhältnismäßig und gewaltvoll, sondern auch nicht rechtmäßig". Da gerichtliche Hilfe an einem Werktag nach Meinung des Kollektivs erreichbar gewesen wäre, hätte die Polizei nicht nach dem Sächsischen Polizeigesetz gehandelt. Demnach hätten die Beamten nur tätig werden dürfen, wenn eben kein Gericht erreichbar gewesen wäre. Darin sieht "Mora Riesa" einen "klaren Verstoß gegen die Gewaltenteilung".

Weitere rechtliche Schritte offen

Zeitgleich zur Räumung fand am Gelände eine kurzfristig angemeldete Demonstration zur Unterstützung der Wagenplatzbewohner statt. Auch ein Rechtsanwalt war gemeinsam mit Linken-Politkerin Juliane Nagel vor Ort, versuchte zu vermitteln und leistete juristischen Beistand. Schließlich stehe nach wie vor ein Strafantrag wegen Hausfriedensbruch gegen die Besetzer im Raum. Ob rechtliche Schritte gegen die Räumung eingeleitet werden können, ist laut Nagel noch offen.

Die Linken-Politikerin erklärte, von der Stadt sei Druck auf den Pächter des Geländes ausgeübt worden. Nur so wäre es zur Räumung gekommen. "Diese harte Form hätte gerade angesichts der lösungsorientierten Gespräche zwischen Wagen-Leuten und Sportverein vermieden werden können", so die Landtagsabgeordnete.

Der Wagenplatz war am frühen Samstagmorgen spontan entstanden. Bereits am Wochenende stand eine Räumung zur Debatte. Diese war aber wegen angesetzter Gespräche über das weitere Vorgehen zwischen der Stadt als Grundstückseigner und dem SV Fortuna als Pächter der Fläche zunächst ausgesetzt worden. Bereits am Montagabend hatte die Stadt dann den Verein zum Handeln aufgefordert und ihre Aussage am Dienstag nochmals bekräftigt.

Bastian Fischer / jhz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • So war das damals...
    So war das damals...

    Dies ist ein Geschichtenbuch der besonderen Art: Leserinnen und Leser der Leipziger Volkszeitung erzählen Erlebnisse aus ihrer Kindheit und Jugend,... mehr

LVZ-Reportage zu Crystal Meth in Sachsen

Die große Multimedia-Reportage berichtet über Crystal-Abhängige, Suchtberater und Drogenfahnder. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2016

    Sport frei!, heißt es auch 2016 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr