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Lokales Polizist fast zu Tode gerast: 25-jähriger Metalldieb muss mehr als sechs Jahre in Haft
Leipzig Lokales Polizist fast zu Tode gerast: 25-jähriger Metalldieb muss mehr als sechs Jahre in Haft
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09:57 28.03.2012
Richter Hans Jagenlauf verurteilte den Angeklagten nicht wegen versuchten Mordes. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Ein Tötungsvorsatz sei nicht zu erkennen gewesen, sagte der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf. Der 34 Jahre alte Polizist, der bis heute arbeitsunfähig ist und nur an Krücken laufen kann, verließ nach der Urteilsverkündung wortlos das Gericht.

„Das ist ein Urteil, das Stoff für Diskussionen bietet“, räumte Richter Jagenlauf ein. Aber nicht in jedem Fall, in dem ein Polizist in Todesgefahr gerate, liege ein Mordversuch vor. Der 25-Jährige habe im vorigen Jahr im Espenhainer Gewerbegebiet zwar mit vollen Tempo mit seinem Auto auf eine Polizeisperre zugehalten - aber er habe an dem querstehenden Streifenwagen vorbeifahren wollen.

Der Anlass der beinahe tödlichen Verfolgungsfahrt war banal: Der 25-Jährige hatte Metall gestohlen. Weil sein Auto keine gültigen Kennzeichen besaß, fiel es der Polizei auf. Als sie ihn kontrollieren wollten, gab der Mann Gas.

„Was Sie vom Vorwurf des Mordes gerettet hat, ist, dass in der Sekunde, in der sie sich entschieden haben, an dem Polizeiwagen vorbeizufahren, keiner der Polizisten in dieser Linie stand“, sagte Jagenlauf zu dem Angeklagten.

Der 25-Jährige habe nicht damit rechnen müssen, den Beamten zu erfassen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine Verurteilung zu gut zwölf Jahren Haft wegen versuchten Mordes verlangt. Sie will nun prüfen, ob sie Revision einlegt.

Das Gericht ordnete eine Unterbringung des 25-Jährigen in einer Entziehungsanstalt an. Der Mann ist drogenabhängig. Auch bei der Verfolgungsfahrt stand er unter dem Einfluss von Crystal. Auch wenn er nicht wegen Mordes verurteilt worden sei, trage der 25-Jährige die Schuld an einer Tragödie, „die das Leben eines Menschen und seiner Familie weitgehend zerstört hat“, sagte Richter Jagenlauf.

dpa

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