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Lokales Postkarte von 1931 - Horns Erben wollen Art-Deco-Fassade rekonstruieren
Leipzig Lokales Postkarte von 1931 - Horns Erben wollen Art-Deco-Fassade rekonstruieren
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14:45 22.06.2011
Die Art-Deco-Fassade soll durch den Kulturverein Horns Erben rekonstruiert werden.
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Leipzig

Dann soll auch die Rekonstruktion der alten Art-Deco-Fassade abgeschlossen sein. Angefangen hat alles mit einer Postkarte aus dem Jahr 1931.

Seit sechs Jahren wird in Arndstraße 33 fleißig angepackt. Wände wurden rausgerissen, eine Bar erbaut, die Bodenbeläge erneuert, der Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht und den Räumen Wohnzimmer-Charakter verliehen. Seither finden in dem alten Gebäude Theaterabende, Lesungen, Filmevorführungen, DJ-Partys und Live-Konzerte internationaler Jazz-, Pop- oder auch Indie-Musiker statt. Früher wurde hier der Leipziger Allasch, ein 1830 eingeführter Kümmelschnaps verkauft. Weine und Spirituosen gibt es heute auch noch.

Die vier Betreiber von Horns Erben: v.l., Robert Herrmann, Christoph Peters, Patrick Becker, Claudius Bruns. Quelle: Jörg Singer

2005 entdeckte Kulturhausbetreiber Claudius Bruns mit seinen drei Freunden auf dem Flohmarkt eine alte Postkarte mit den Originalbildern der alten Weinstube. „Damals fanden wir erst heraus, wie toll das aussah, ehe diese besondere Architektur nach der Enteignung abgerissen wurde“, sagt Bruns. Um das Fernziel der Fassadenerneuerung zu erreichen gründeten sie den Verein Horns Erben. Derzeit sind die Außenwände mit Graffitis verschmiert, heruntergekommen und ohne Glanz. 

Da die Rekonstruktion der alten Art-Deco-Fassade nicht öffentlich gefördert wird, müssen die Betreiber sich selbst um die Finanzierung des Projektes kümmern. „Bisher haben wir keine externen Gelder erhalten, alles in Eigeninitiative gestemmt. Derzeit läuft eine große Spendensammlung auf der Internetseite www.visionbakery.de, wo wir bis zum 1. August 4476 Euro erreichen müssen,“, sagt Bruns.

Die Visionbakery ist ein Leipziger Projekt, dass Menschen mit kreativen Ideen finanziell unterstützt. „Wir sind alle sehr gespannt und hoffen, dass wir den vollen Betrag zusammen kriegen, sonst kann das Projekt nicht finanziert werden. Ich danke jetzt schon den Leuten, die uns bereits mit einer Spende geholfen haben“, so Bruns. Für einen Spendenbetrag von 25 Euro erhält man als Gegenleistung eine original, mundgeblasene Horns Weinflasche aus den 20-er Jahren, die zu Hause befüllt werden kann.

Auch im Kulturzentrum selbst laufen die Spendenveranstaltungen auf Hochtouren. Nach Angaben von Bruns will der Verein einen Eigenanteil von 10 000 Euro für die Sanierung aufbringen. Am kommen Wochenende findet deshalb eine große Benefiz-Party statt.

Unterstützug erhalten die Bauherren von vielen ehrenamtliche Arbeitern. Bruns ist für die breite Unterstützung sehr dankbar: „Wir freuen uns über die große Aufmerksamkeit und die vielen helfenden Händen. Als wir damals vor dieser Postkarte standen, hätten wir nie gedacht, dass das solche Ausmaße annehmen würde.“

Anne Ulbricht

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