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Lokales Prädikat lebenswert – Leipziger lieben ihre Stadt
Leipzig Lokales Prädikat lebenswert – Leipziger lieben ihre Stadt
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07:59 08.06.2018
Hier lebt es sich gut bis sehr gut – das finden laut Bürgerumfrage 78 Prozent der Leipziger. Quelle: André Kempner
Leipzig

Leipzig ist trotz der enormen Dynamik in den vergangenen Jahren immer noch eine sehr lebenswerte Stadt. Das zeigen erste Ergebnisse der Kommunalen Bürgerumfrage, die am Donnerstag vorgestellt wurden. 78 Prozent der Messestädter sind mit ihrem Leben an der Pleiße mindestens zufrieden, Zweidrittel blicken hier auch optimistisch in die Zukunft. Der Anteil derer, die ihre persönliche wirtschaftliche Situation als mindestens gut beurteilen, ist erstmals seit der Wende auf 61 Prozent gestiegen. Und sogar der Eindruck der wirtschaftlichen Gesamtsituation der Messestadt – in der Vergangenheit eines der größten Problemfelder – wird inzwischen von 57 Prozent als gut empfunden. Sorgenfrei ist die Lage in Leipzig dennoch nicht. „Unsere Botschaft heißt nicht: Alles ist super“, sagte Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD) bei der Präsentation der Zahlen. Die Stadt habe weiterhin ihre Hausaufgaben zu machen. „Es geht nicht um Plätze und Rankings, es geht uns darum, das Leben gut zu organisieren“, so Hörning weiter.

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Praktisch jeder zweite von insgesamt 8878 aktiven Teilnehmern der Umfrage gab an, Kriminalität und Sicherheit seien die größten Probleme in Leipzig. Gegenüber den Umfrageergebnissen aus dem Vorjahr nahm dieser Wert sogar um zwei Prozentpunkte zu – obwohl sich die Faktenlage anders entwickelt hat. Denn laut offizieller Polizeistatistik wurden im vergangenen Jahr in Leipzig 9232 Straftaten weniger als 2016 registriert. „Die Datenlage beweist, dass es hierbei einen großen Unterscheid zwischen dem individuellen Sicherheitsempfinden und der objektiven Sicherheitslage gibt“, sagte Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) am Donnerstag. Gleichwohl habe er die Bauchschmerzen der Bürger verstanden, wünschten sich die Leipziger vor allem auch mehr Präsenz im öffentlichen Raum. Bevor bei der Polizei demnächst zusätzliche Stellen besetzt werden können, baue die Stadtverwaltung bereits ihren Ordnungsdienst aus. 45 zusätzliche Mitarbeiter sollen in den Monaten eingestellt werden. „Wir haben dafür bereits 60 Bewerbungen erhalten“, sagte der Chef Leipziger Polizeibehörde.

Sozialer Wohnungsbau im kommunalen Fokus

Zweitgrößtes Problemfeld sind laut Bürgerempfinden inzwischen die steigenden Wohnkosten in der Stadt. Leipzig ist eine Mieterstadt, 85 Prozent leben hier nicht im eigenen Wohnraum. Mit Blick auf sukzessiv teurer werdende Bestandsmieten nimmt deshalb auch die Angst vor Obdachlosigkeit zu. Allein im vergangenen Jahr stieg die durchschnittliche Kaltmiete in Leipzig um 23 Cent auf 5,62 Euro pro Quadratmeter, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Vor zehn Jahren lag der Quadratmeterpreis noch bei 4,83 Euro. Allerdings, so Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau (parteilos), gebe es auch bei dieser Entwicklung eine Lücke zwischen Empfindung und tatsächlicher Situation. „Die Wohnungsmarktlage in Leipzig ist spürbar angespannt, aber sie ist auch noch anders als in anderen Großstädten.“ Stadtrat und Verwaltung unternehmen viel, um zu verhindern, „dass es in Leipzig so wird, wie in Hamburg oder München“, sagte die Dezernatschefin. Dazu gehörten unter anderem die Förderung von sozialem Wohnungsbau mit 20 Millionen Euro in den kommenden Jahren, die Durchsetzung einer Sozialquote von 30 Prozent bei Neubauprojekten in der Stadt und nicht zuletzt die Sicherung von bezahlbaren Wohnungen. Laut Dubrau konnten inzwischen für mehr 1000 solcher Sozialunterkünfte langfristige Verträge mit den Besitzern abgeschlossen werden.

Hinter Kriminalität und Wohnungsmarkt folgen auf den Problemplätzen der ungenügende Straßenzustand, die fehlenden Kindertagesstätten und unzureichenden Parkplätze. Das Thema Armut findet sich bei den Messestädter übrigens erst auf Rang sechs wieder – lediglich 17 Prozent der Befragten sehen das als großes Problemfeld an. Interessant ist auch: Junge und ältere Leipziger beurteilen die Probleme ihrer Stadt zum Teil sehr unterschiedlich. Während es bei Kriminalität und Straßenzustand im Generationenvergleich noch weitgehende Übereinstimmung gibt, folgt bei den jungen Leipzigern die wachsenden Fremdenfeindlich bereits auf Platz drei der größten Probleme. Dagegen stufen Senioren das Zusammenleben mit Ausländern deutlich höher als Problem ein, als es bei Jüngeren der Fall ist.

Letztlich – und das lässt sich bei 78 Prozent Grundzufriedenheit kaum anders intepretieren – überwiegen für die meisten Leipziger aber wohl die positiven Seiten ihrer Stadt. Gründe dafür liefern laut Umfrage vor allem die zahlreichen Grünanlagen und Parks in Leipzig, die ausgebauten Naherholungsgebiete rings herum, der Zustand der Gewässer, die Sauberkeit der Luft und das Angebot an Freizeitsportanlagen. Zwischendrin wird auf der Habenseite zudem das Angebot an Lehrstellen, Ausbildungsplätzen sowie an Arbeitsplätzen genannt. Auch das war in früheren Bürgerumfragen noch anders.

Von Matthias Puppe

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