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Lokales Prämierensparen: Sparkasse Leipzig kappt unbefristete Verträge
Leipzig Lokales Prämierensparen: Sparkasse Leipzig kappt unbefristete Verträge
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00:18 24.02.2017
In ihrem Hauptsitz in der Humboldtstraße 25 suchen die Spezialisten der Sparkasse Leipzig nach Lösungen für die Probleme der Niedrig-Zins-Welt. Jetzt werden Prämiensparverträge gekündigt, die für Kunden besonders lukrativ sind. Quelle: LVZ
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Leipzig


Die Sparverträge waren um die Jahrtausend-Wende vom Kreditinstitut vertrieben worden. Das Angebot: Wer 15 Jahre lang regelmäßig spart, kann sich mit der Zeit über immer höhere Jahresprämien freuen – im 15. Jahr klettern diese sogar auf 50 Prozent der Jahressparrate. Wer diese Höchstgrenze erreicht und keine zeitliche Befristung in seinem Prämiensparvertrag hatte, bekam dieses Geld auch weiterhin jedes Jahr ausgeschüttet.

„Meine Frau und ich haben unseren Vertrag vor 18 Jahren für unsere Altersvorsorge abgeschlossen“, schildert ein LVZ-Leser. 1200 Euro seien deshalb jährlich eingezahlt worden – nach dem Erreichen des Höchstsatzes flossen den Senioren in den letzten vier Jahren dadurch jeweils 600 Euro zu – und das sollte auch so bleiben. „Aus diesem Grund haben wir mit dem Prämiensparen begonnen und sind jetzt sehr verärgert“, schildert der Senior. „Ich war bei der Verbraucherzentrale und werde auf jeden Fall in Widerspruch gehen. Aus meiner Sicht bricht die Sparkasse im Prinzip den Vertrag.“ Denn Zinssätze wie die zuletzt erzielten waren zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vor 18 Jahre realistisch. „Damals gab es sogar auf ein Sparbuch drei Prozent Zinsen.“

Die Sparkasse begründet die Kündigungen mit dem anhaltende Niedrigzinsumfeld. Betroffen sei ausschließlich das zeitlich unbefristete Produkt „Prämien-Sparen flexibel“, das nach dem 15. Jahr eine Prämie von 50 Prozent auf die Summe der geleisteten Sparbeiträge des abgelaufenen Sparjahres bietet, wird dort betont. „Die hohen Prämienzahlungen entsprechen nicht mehr den Gegebenheiten des Kapitalmarktes“, so Sparkassensprecher Frank Steinmeyer. „Wir passen die unbefristeten Verträge jetzt den Realitäten an.“ Gekündigt werde immer erst nach Erreichen der höchsten Prämienstaffel. Damit würden alle Prämiensparer die vertraglich vereinbarte Höchstprämie er-halten. Nicht betroffen seien die befristeten Prämiensparverträge, die eine Laufzeit zwischen 15 und 25 Jahren haben. Diese Kunden würden während der gesamten Vertragsdauer die vereinbarten Prämienzahlungen erhalten und damit in vollem Umfang von den Ertragssteigerungen profitieren.

Die Verbraucherzentrale Sachsen empfiehlt, sich nicht freiwillig aus den lukrativen Sparverträgen drängen zu lassen. Dies hätten in der Vergangenheit die Sparkasse Vogtland und die Stadtsparkasse Dresden versucht. Die jetzt in Rede stehenden unbefristeten Verträge der Sparkasse Leipzig würden dem Angebot der Sparkasse Anhalt-Bitterfeld mit dem identischen Namen „Prämiensparen flexibel“ gleichen, die ihren Kunden ebenfalls gekündigt hat. Dabei sei ein Kündigungsrecht mit dreimonatiger Kündigungsfrist geltend gemacht worden.

Leipzigs Verbraucherschützer sehen dies kritisch. Das Urteil (AZ 4 O 106/16) des Landgerichts Dessau-Roßlau sei nicht rechtskräftig und die Richter hätten betont, dass ihre Entscheidung keine inhaltliche Aussage über die Wirksamkeit oder Unwirksamkeit der von der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld ausgesprochenen Kündigungen trifft. „Deshalb sind letztlich die Einzelfälle zu prüfen“, sagt die Leipziger Verbraucherschützerin Andrea Heyer. Ihre Zentrale unterstütze verunsicherte Verbraucher gern.

Von Andreas Tappert

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