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Lokales Privatpleiten: Weniger Anträge am Leipziger Amtsgericht
Leipzig Lokales Privatpleiten: Weniger Anträge am Leipziger Amtsgericht
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01:00 10.04.2014
Privatinsolvenzen 2013 in Leipzig.

Sie sank von 1616 im Jahr 2012 auf 1500 im Vorjahr. Trotz dieses auch zuvor schon anhaltenden Trends hält die Stadt Leipzig aber weiterhin den Negativrekord innerhalb Sachsens. Wie berichtet, sind pro 100 000 Einwohner 174 Privatpleiten angemeldet. In Chemnitz 142 und in Dresden 66. Der Sachsenwert liegt bei 98.

Richter Holger Büttner führt das Absinken ganz klar auf die wirtschaftliche Entwicklung zurück. "Die Arbeitslosenzahlen sind ja auch zurückgegangen", meinte der Leiter der Insolvenzabteilung am Amtsgericht, das für alle derartigen Fälle aus dem Direktionsbezirk Leipzig zuständig ist.

Dass die Pleitewelle nur deshalb abebbte, weil Betroffene ihre Anträge wegen der bevorstehenden Reform zurückhielten, glaubt Büttner nicht. Sie tritt am 1. Juli dieses Jahres in Kraft. Danach können Verbraucher statt bislang nach sechs Jahren unter bestimmten Voraussetzungen schon nach drei Jahren von ihren Restschulden befreit werden. Die Hürden dafür seien aber sehr hoch, meint Büttner. Denn nur wer in den ersten 36 Monaten 35 Prozent der im Privatinsolvenzverfahren angemeldeten Forderungen sowie die Verfahrenskosten begleichen kann, erhält vorzeitig die Restschuldbefreiung. "35 Prozent - das schaffen nur die wenigsten", ist Büttner überzeugt. Er rechnet daher keinesfalls mit einem Ansturm überschuldeter Personen auf seine Abteilung in der zweiten Jahreshälfte.

Hatten Insolvenz- und Schuldnerberatungsstellen 2013 noch einen leicht rückgängigen Zustrom an Betroffenen festgestellt, so stieg die Nachfrage nun wieder an. Die Zahl der Insolvenzberatungen befinde sich inzwischen auf einem hohen, Besorgnis erregenden Niveau, hieß es bei der Verbraucherzentrale Sachsen (die LVZ berichtete). Auch Marcus Zschornack, Fachbereichsleiter beim Caritasverband Leipzig, sagte: "Dieses Jahr sind die Zahlen in unserer Beratungsstelle wieder etwas gestiegen - um plus 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt. Ob das eine neue Tendenz im Vergleich zu 2013 ist, können wir aber erst am Jahresende etwas besser einschätzen." Den sehr emotionalen Begriff "Besorgnis erregend" würde er zwar nicht verwenden wollen. Aber: "Natürlich macht es Sorge, dass es doch viele überschuldete Haushalte gibt."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.04.2014

Sabine Kreuz

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