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Lokales Pro Tag zwei Zwangsräumungen in Leipzig: Mehr Wohnungslose – viele Familien betroffen
Leipzig Lokales Pro Tag zwei Zwangsräumungen in Leipzig: Mehr Wohnungslose – viele Familien betroffen
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22:55 16.12.2013
In Leipzig gibt es immer mehr Menschen, die vorübergehend keine Wohnung besitzen. Quelle: Andreas Döring
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Leipzig

Statistisch gesehen mussten im vergangenen Jahr mindestens zwei Personen pro Tag in Leipzig ihre Bleibe zwangsräumen. Nach Angaben der Stadt Leipzig ist vor allem die Anzahl der wohnungslosen Personen unter 40 Jahren angestiegen. Ursache sind nicht nur Mietrückstände, sondern häufig soziale oder gesundheitliche Schwierigkeiten. In den vergangenen Jahren habe vor allem die Zunahme von psychischen Erkrankungen, auch im Zusammenhang mit Drogenabhängigkeit, zu dieser Entwicklung geführt, erklärt Stadtsprecher Thorsten Vollstädt.

„Dunkelziffer ist noch höher"

2012 wurden insgesamt 876 Mietwohnungen aufgelöst. „Auch wenn die Zahl weiter gestiegen ist: In Punkto Zwangsräumungen ist viel passiert in Leipzig. Der Sozialdienst leistet gute präventive Arbeit. Häufig stehen die Wohnungen schon leer, weil sich der Mieter bereits eine neue Unterkunft gesucht hat“, erklärt Evelin Balogh, Leiterin des Leipziger Übernachtungshauses für wohnungslose Männer. Sie gibt aber auch zu: „Das sind nur die offiziellen Zahlen. Die Dunkelziffer der Wohnungslosen ist auf jeden Fall noch höher.“

Balogh ist verantwortlich für eine von drei Notunterkünften in Leipzig. 2012 nutzten 509 Personen diese Möglichkeit, vier Jahre zuvor kamen 393 Wohnungslose in die städtischen Notunterkünfte. „Der Trend geht spürbar nach oben“, erklärt Balogh. Gründe dafür seien nach ihren Erfahrungen eine gestiegene Anzahl von EU-Ausländern und Menschen aus anderen deutschen Großstädten, die sich auf dem relativ günstigen Leipziger Wohnungsmarkt eine Chance auf ein zu Hause erhoffen.  

Familien werden nach Zwangsräumungen ihrer vier Wände von der Stadt vorübergehend in Gewährleistungswohnungen untergebracht. In der Not mussten 247 Leipziger auf diese Hilfe zurückgreifen. Darunter ein Anteil von 106 Kindern – fast die Hälfte der Betroffenen. 2008 waren es nur 66 minderjährige Personen, das entsprach einem Viertel. 

Großer Gesprächsbedarf

Drastisch ist auch der Bedarf an Beratungsgesprächen von Menschen in Wohnungsnot gewachsen. In den vergangenen vier Jahren stieg die Zahl in der Messestadt von 2578 auf 4028 an. „Viele Familien haben Sprachprobleme und können Behördengänge nicht alleine regeln, das ist einer der Gründe für den gestiegenen Bedarf“, sagt Balogh. Nach Angaben der Stadt sei auf den Anstieg von Beratungsgesprächen mit der Einstellung von drei neuen Sozialarbeitern im Frühjahr 2013 reagiert worden.    

Auch wenn es immer mehr Personen und vor allem auch Familien in Wohnungsnot gibt, fühlen sich die Verantwortlichen in Leipzig nach eigenen Angaben „gut aufgestellt“. Auf Veränderungen würden die Stadt sowie die Freien Träger flexibel reagieren. 2012 sei sogar ein eigener Sozialdienst gebildet worden. Der Fokus liege auf präventiver Arbeit: Drohende Wohnungsverluste sollen von vornherein vermieden werden.

Anne Grimm

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