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Lokales Probstheida - Stadt setzt im Straßenbahn-Streit auf Transparenz
Leipzig Lokales Probstheida - Stadt setzt im Straßenbahn-Streit auf Transparenz
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23:59 26.04.2013
Spontaner Protest gestern in der Strümpellstraße: Mitglieder der Bürgerinitiative warnen vorm Verkehrskollaps, wenn die Straßenbahn kommt. Quelle: André Kempner

Die Stadtverwaltung hat deshalb angekündigt, den Prozess der Variantenabwägung besonders transparent zu machen.

"Wir haben ein Glaubwürdigkeitsproblem", meint Stadtplanungsamtsleiter Jochem Lunebach. "Jede Initiative denkt offenbar, wir seien nicht redlich. Das stimmt aber nicht." Lunebach hat mittlerweile verwaltungsintern die Weichen für eine Informationsoffensive gestellt. "Es soll noch vor der Sommerpause eine Vorlage geben, in der alle Vor- und Nachteile der einzelnen Streckenvarianten dargestellt sind", sagt er. Damit diese Angaben überprüft werden können, will Lunebach auch die Ergebnisse wichtiger Untersuchungen öffentlich machen - neben den Verkehrsanalysen unter anderem auch die Kosten-Nutzen- und die Lärmanalysen.

Die jetzt ins Leben gerufene Bürgerinitiative aus der Strümpellstraße hat - ähnlich wie die bereits etablierten aus der Franzosenallee und aus Stötteritz - binnen zwei Wochen knapp 200 Unterschriften gegen den Bau einer Straßenbahntrasse in der Strümpellstraße gesammelt. Ihre Straße sei der Hauptzufahrtsweg zum Herzzentrum und deshalb schon jetzt gut ausgelastet, argumentieren sie. Mit der Erweiterung des Herzzentrums werde der Fahrzeugverkehr noch mehr anwachsen. "Im Masterplan für den Ausbau des medizinischen Zentrums Probstheida wird ein Bedarf von 2500 Kfz-Stellplätzen aufgelistet", sagt Mitinitiator Alexander Kerns. "Unter anderem ist ein zusätzliches Parkhaus mit rund 800 Stellplätzen über acht Etagen geplant. Wird die Straßenbahntrasse durch die Strümpellstraße gelegt, kommt es zum Verkehrskollaps."

Amtsleiter Lunebach betont, das Parkhaus werde nicht zusätzlich gebaut, sondern als Ersatz für vorhandene Parkflächen, die durch die Erweiterung verloren gehen. "Es wird sicher mehr Autoverkehr geben", räumt er ein. "Aber niemand weiß bislang, wie viel." Die neue Straßenbahntrasse werde gebraucht, um möglichst viele Besucher des Zentrums zum Verzicht aufs Auto zu bewegen. "Ich verstehe nicht, dass in Probstheida die Ablehnung gegen die Bahn so groß ist", sagt er. "Eine leistungsfähige Nahverkehrsverbindung erhöht doch den Wohnwert."

Die neue Initiative warnt auch vor Schäden an den älteren Wohnhäusern in der Nieritzstraße, an denen die Straßenbahn im Abstand von teilweise nur zwei Metern verkehren würde. Die Lärmbelästigung steige ebenfalls, heißt es. Da die Strümpellstraße bereits in der Anflugzone für Hubschrauber liege, könnte schnell ein kritischer Wert erreicht werden.

Lunebach betont, dass es intern keine Vorzugsvariante gebe. "Wir arbeiten ergebnisoffen", sagt er. Entschieden werde in der zweiten Jahreshälfte im Stadtrat - in einem fairen und transparenten Verfahren.

Die Bürgerinitiative ist auch per E-Mail zu erreichen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.04.2013.

Tappert, Andreas

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