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Lokales Prognose: Immobilienpreise steigen in Leipzig und Dresden weiter deutlich an
Leipzig Lokales Prognose: Immobilienpreise steigen in Leipzig und Dresden weiter deutlich an
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11:09 12.02.2019
Der Immobilienmarkt in Dresden und Leipzig zieht in den kommenden Jahren weiter an. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Die Zeit des großen Leerstandes in Sachsens Metropolen ist vorbei, der Immobiliensektor in Dresden und Leipzig brummt. Gestern wurden in der Messestadt erneut Pläne für einen komplett neuen Stadtteil vorgestellt: dieses Mal am Bayrischen Bahnhof, mit bis zu 1600 zusätzlichen Eigentumswohnungen, umfangreichen Büroflächen, einer Schule und einer Kita. Wer dort investiert, wird sich wohl auch künftig über steigende Gewinne freuen können. Denn laut einer Prognose des Angebotsportals Immowelt für die größten Kommunen im Land werden sich die Preise für Eigentumswohnungen in Leipzig bis 2030 um satte 40 Prozent verteuern. In Dresden ist es kaum anders, dort geht es im selben Zeitraum um 38 Prozent nach oben.

„Es gibt einfach gewisse Hotspots in Deutschland, die überdurchschnittlich attraktiv sind. Dort ziehen viele junge Menschen hin und die Nachfrage an Wohnungen steigt“, sagte Immowelt-Sprecher Peter Groscurth gegenüber der LVZ. Das führe langfristig zu immer weiter steigenden Immobilienpreisen – so auch in den beiden sächsischen Metropolen.

Aktuell müssen Käufer in der Messestadt im Durchschnitt 1790 Euro pro Quadratmeter investieren, 2030 wären es bereits 2510 Euro. Eine 60 Quadratmeter große Eigentumswohnung an der Pleiße – zum Beispiel gedacht als Altersvorsorge oder Geldanlage –wird laut Immowelt in elf Jahren 150.000 Euro kosten. In Dresden müssen schon jetzt im Schnitt 2120 Euro für jedes Stückchen Wohneigentum gezahlt werden, im Jahr 2030 hat sich der Preis laut Immowelt dann auf 2920 Euro verteuert. Eine 60 Quadratmeter große Eigentumswohnung in Sachsens Landeshauptstadt würde dann im Schnitt 175.000 Euro kosten.

682.000 Euro für 60 Quadratmeter in München

Angesichts der Situation in westdeutschen Großstädten sind die Investitionen im Osten allerdings noch fast bescheiden. In Hannover sollen die Preise für Immobilien bis 2030 sogar um 62 Prozent ansteigen – Kostenpunkt dann 3990 Euro pro Quadratmeter. „Diese überdurchschnittliche Steigerung hat damit zu tun, dass Hannover bei seiner Wirtschaftskraft auf dem Immobilienmarkt noch aufzuholen hat“, sagte Groscurth. In Berlin geht es bis 2030 auf einen Quadratmeterpreis von 6190 Euro hoch (+60 Prozent), in Frankfurt auf 7080 Euro (+52 Prozent) und in München müssten in elf Jahren für jedes Stückchen Besitztum bereits 11.380 Euro gezahlt werden. Eine 60-Quadratmeter-Wohnung an der Isar kostet dann im Durchschnitt 682.000 Euro.

Eine platzende Immobilienblase, wie sie zum Beispiel 2007 die Finanzkrise in den USA ausgelöst hat, hält Groscurth bisher dagegen für weitgehend ausgeschlossen. „Die Verschuldung der Haushalte ist hierzulande ja noch eher gering. Natürlich gibt es einige Märkte, die tatsächlich schon überteuert sind – München hat da sicher eine Sonderstellung. Aber auch dort heißt es seit Jahren, das Ende sei nun langsam erreicht, die Preise steigen aber trotzdem weiter“, so der Immobilien-Analyst.

Mieten steigen, solange die Nachfrage bleibt

Höhere Preise beim Kaufen haben in der Regel auch Effekte auf das Mietpreisniveau in den Städten: Denn, wer mehr für sein Eigentum bezahlt, will bei einer Vermietung auch mehr verdienen. Laut Immowelt ist die Lage insgesamt aber komplizierter, gebe es viele Faktoren, die für den Mietpreis eine Rolle spielen. „Es ist schwierig vorauszusehen, was eine Markt verkraftet und wie sich die Attraktivität weiter entwickelt. Solange die Nachfrage weiter hoch ist, werden aber wohl auch die Mietpreise weiter steigen. Investoren schauen sich die Märkte vorher genau an, was möglich ist“, so Groscurth weiter.

Das seit Jahren boomende Leipzig spiele in den östlichen Bundesländern ohnehin eine herausgehobene Rolle. „Was sich viele insgesamt für den Osten erhofft haben, ist in Leipzig bereits Realität“, sagte der Immobilienexperte. Trotzdem seien die Mieten im Vergleich zum Hotspot Berlin noch vergleichsweise erschwinglich – gerade auch für Familien.

7,50 Euro kalt für einen Quadratmeter Dresden

Laut einer anderen Immowelt-Studie stieg der Miet-Median – der Mittelwert aller Angebotsmieten – in der Messestadt innerhalb eines Jahres um fünf Prozent von 6,30 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter auf 6,60 Euro an. In Dresden musste anno 2018 pro Quadratmeter im Durchschnitt bereits 7,50 Euro Kaltmiete gezahlt werden. In Berlin kostete der Quadratmeter im vergangenen Jahr 11,70 Euro, in Düsseldorf 10,40 Euro, in Frankfurt/Main 13,90, in Hamburg 11,90 Euro und in München 18,10 Euro.

Interaktive Karte für Leipzigs Stadtteile: So teuer sind Mietwohnungen

Für ihrer Prognose der Immobilien-Kaufpreise im Jahr 2030 haben die Analysten bei Immowelt laut eigener Angaben unter anderem die erwartbare Bevölkerungsentwicklung und Nachfrage, den durchschnittlichen Zinssatz, sowie den Verbraucherpreisindex und Baupreisindex berücksichtigt und entsprechend der Entwicklung seit 2015 vorausberechnet.

Von Matthias Puppe

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