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Projekt Lindenauer Hafen kommt nicht voran

Projekt Lindenauer Hafen kommt nicht voran

Der Bau eines Wohngebiets für knapp 1000 Menschen am Lindenauer Hafen gerät ins Stocken. Ursprünglich wollte die Stadt Leipzig schon vor einem Jahr die ersten Grundstücke an Projektentwickler und Selbstnutzer verkaufen.

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Entwürfe für die Baulose 3 und 4 am Lindenauer Hafen.

Quelle: Quelle Stadt Leipzig

Leipzig. Noch im März 2014 tönte die kommunale Erschließungsgesellschaft LESG, der Erlös daraus liege voraussichtlich sogar um 500000 Euro höher als ursprünglich geplant.

Doch daraus wurde nichts. Bis heute gibt es für keines der sechs Areale, die im ersten Vermarktungsschritt feilgeboten wurden, einen Notartermin. Im Gegenteil: Soeben sprang mit der Wohnungsgenossenschaft Lipsia ein großer und solventer Investor wieder ab.

Dabei braucht die Stadt Einnahmen aus den Bauland-Verkäufen dringend. Mindestens 7,6 Millionen Euro sollen in die Rathauskasse fließen, um Kredite für die Erschließung des Hafenareals und die Anbindung zum Karl-Heine-Kanal bezahlen zu können. Alle diese Vorhaben, die insgesamt 18,1 Millionen Euro kosten, wurden längst begonnen. Zum Beispiel ist die Sole der neuen, 665 Meter langen Wasserstraße zwischen dem Hafen und dem Kanal bereits gut sichtbar. Im Januar soll sie geflutet werden.

Auch die Straßen und Fußwege, die in das künftige Wohngebiet führen, sind schon fertig. Die LESG will in der Nähe nur noch ein paar Böschungen und die alte Hafenkaimauer in Ordnung bringen lassen. Dann wäre sie mit der ganzen Erschließung durch. Doch die frisch aufgestellten Straßenlaternen beleuchten nun Nacht für Nacht eine riesige Brachfläche - 35.000 Quadratmeter Bauland, auf denen sich Fuchs und Igel gute Nacht wünschen. Manche Anwohner spotten schon über die "Schafsweiden mit Flutlicht".

Wenn alles gut läuft, könnten im Sommer 2015 die ersten Häuser begonnen werden, übt sich LESG-Projektleiter Sebastian Pfeiffer in Optimismus. "Es ist nicht so, dass der Hafen floppt." Auf der Immobilienmesse Expo Real in München Anfang Oktober habe man 20 Gespräche mit potenziellen Käufern geführt. "Darunter waren auch mehrere, die den Architektur-Entwurf der Lipsia übernehmen würden." Das Problem liege darin, dass niemand den Anfang machen will, sagt Pfeiffer. "Wir versuchen deshalb, mit den Baulosen 1 bis 5 möglichst gleichzeitig zum Notar zu kommen."

Bis dahin dürfte es aber noch ein weiter Weg sein. Beim Baulos 1 treten die Verhandlungen mit einer Investorengemeinschaft Leipziger Architekten seit Monaten auf der Stelle. Vom Baulos 2 trat die Lipsia zurück, weil sie sich von der LESG getäuscht fühlte. "Man hatte versucht, uns mit unlauteren Tricks einen höheren Kaufpreis abzuverlangen", kritisiert Genossenschaftsvorstand Wilhelm Grewatsch. "Mit unseriösen Partnern arbeiten wir nicht zusammen."

Um die Baulose 3 und 4, wo die Firma Arcadia 60 Eigentumswohnungen samt Tiefgarage errichten will, gibt es ebenfalls Zoff. Nach LVZ-Informationen verlangt der Investor, dass das völlig verschlammte Hafenbecken unmittelbar vor den Grundstücken wieder zur Wasserfläche wird - wie es in der Ausschreibung versprochen war. Laut Pfeiffer fehlt dafür bislang aber die Finanzierung. Die LESG könne keinen Termin nennen.

Die Baulose 5 und 6 bekam die Selbstnutzerinitiative zugesprochen. Für die 16 Stadthäuser, die sie dort plant, ließen sich erst fünf Interessenten vormerken. Bei einem Karree mit 20 Eigentumswohnungen und kleinem Café waren es zwei bis drei, so Christoph Scheffen, der Chef dieser Initiative. Nägel mit Köpfen könne er aber ohnehin erst machen, wenn klar ist, was mit den benachbarten Bauarealen wird. Scheffen: "Da die großen Investoren nicht bauen, haben wir für unsere Suche nun also auch mehr Zeit."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.10.2014

Jens Rometsch

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