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Lokales Projekte gesucht: Leipzig fördert Vorhaben mit 270 000 Euro
Leipzig Lokales Projekte gesucht: Leipzig fördert Vorhaben mit 270 000 Euro
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22:53 05.03.2018
Mit 270 000 Euro fördert die Stadt Leipzig Projekte rund ums Thema Demokratie. Noch bis zum 14. März können Ideen und Konzepte eingereicht werden. Quelle: dpa
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Leipzig

Um die Demokratie in Leipzig sicht- und erlebbarer zu machen, nimmt die Stadt 270 000 Euro in die Hand. Damit will sie Projekte fördern, die das Jahr der Demokratie unter dem Motto „Du. Wir. Leipzig.“ zum Leben erwecken. Die Stadträte gaben Ende Januar grünes Licht. Bis zum 14. März können Projekte eingereicht werden.

Bereits 2016 wurden die Weichen für das Demokratiejahr gestellt, war die Verwaltung vom Stadtrat einstimmig mit der Umsetzung beauftragt worden. Während dieses Prozesses kamen Vertreter aller Fraktionen mit Bürgern ins Gespräch. „Damit haben wir eine gute Grundlage geschaffen“, findet Leipzigs Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning (SPD). Projekte einreichen kann praktisch jeder – Vereine, Gruppen, Initiativen und Privatpersonen. „Wir haben die Förderkriterien bewusst niedrig gehalten, um eine breite und offene Bewerbung zu ermöglichen“, so Hörning. Eigenmittel seien nicht erforderlich. „Damit gehen wir natürlich auch das Risiko ein, Projekte ins Boot zu holen, die nicht funktionieren und wo wir am Ende noch Geld übrig haben.“

50 000 Euro für Projekte internationaler Ausrichtung

Gefördert werden größere Vorhaben mit 15 000 bis 40 000 Euro sowie kleinere Projekte mit 1000 bis 15 000 Euro. Zusätzlich zu den 220 000 Euro stehen für Projekte mit internationaler Ausrichtung weitere 50 000 Euro zur Verfügung. Ein Begleitgremium des Stadtrates bekommt alle Projekte auf den Tisch, erst dann fällt eine Entscheidung.

An fünf Kriterien werden die Vorhaben gemessen. Gewünscht sind demnach Projekte, bei denen erfahrene und etablierte Akteure mit Initiativen vor Ort miteinander arbeiten. Oder auch Vorhaben, die neuartige, experimentelle Ansätze erproben. „Was passiert, soll nicht im Hintergrund geschehen, sondern sichtbar und erlebbar sein“, nennt Hörning eine Grundvoraussetzung. Bürger sollen das Leben in den Ortsteilen und Nachbarschaften gestalten. Die Stadt kommt finanziell zur Hilfe. Die vom Stadtrat für 125 000 Euro beauftragte Agentur Heimrich & Hannot begleitet die ausgewählten Projekte anschließend auf ihrem Weg, kümmert sich beispielsweise um deren Öffentlichkeitsarbeit.

„Du. Wir. Leipzig“ auch über 2018 hinaus

Demokratie sichtbar zu machen, dazu gehört auch, den Bürgern die gelebte Demokratie ihrer Stadt leichter zugänglich zu machen. Ein erster Schritt dahin sind Broschüren, die Struktur, Kontaktdaten und Sitzungstermine der insgesamt 24 Stadtbezirksbeiräte und Ortschaftsräte bündeln. Zudem soll die Gremienarbeit elektronisch und fachlich verbessert werden.

Geförderte Projekte müssen noch in diesem Jahr umgesetzt werden. Bereits im April soll feststehen, wer wieviel Geld bekommt. Auch wenn sich die Vorhaben auf dieses Jahr konzentrieren, soll es danach weitergehen. „,Du. Wir. Leipzig.‘ soll auch über 2018 hinaus wirken“, betont Hörning. Dafür stünden weitere 100 000 Euro zur Verfügung.

Engagement und Biss dringend nötig

„Demokratie geht nur mit allen. Deshalb sind wir auch auf die Mithilfe der Verwaltungen und auf die von erfahrenen Akteuren angewiesen“, sagt Silvia Haas. Sie leitet die Koordinierungsstelle „Leipzig weiter denken“ im Stadtplanungsamt und fungiert als Ansprechpartnerin für das Demokratie-Jahr. Bürgermeister Hörning ergänzt: „Und trotzdem wollen wir nichts machen, was wir schon immer machen. Deshalb geben wir kleineren Projekten jetzt die Chance, gefördert zu werden. Allerdings können wir niemanden über die Schwelle tragen. Engagement und Biss sind also unbedingt nötig.“

Informationen zu den Förderkriterien gibt es unter www.demokratie.leipzig.de

Von Stephanie Helm

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