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Prominente gegen Glasaufbau an der Leipziger Hauptpost

Prominente gegen Glasaufbau an der Leipziger Hauptpost

Die Liste der Unterzeichnenden ist eindrucksvoll. 28 prominente Leipziger beziehungsweise ausgewiesene Architektur-Fachleute haben sich jetzt mit einem offenen Brief an Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gewandt.

So soll die Hauptpost einmal aussehen.

Quelle: Fuchshuber und Partner

Leipzig. Ihnen geht es um die Sanierungspläne für die 1961 bis 1964 errichtete Hauptpost am Augustusplatz. "Die geplanten völlig unnötigen Änderungen der Fassadengestaltung sowie das die Ästhetik des Gebäudes zerstörende Dachgeschoss lehnen wir ausdrücklich ab", heißt es in dem Schreiben, welches der LVZ vorliegt.

Jung solle sich dafür einsetzen, dass das Projekt im Gestaltungsforum des Bau-Dezernats vorgestellt wird, damit "einerseits eine umfassende Diskussion mit dem Planer und dem Investor ermöglicht wird und andererseits die berufenen, auswärtigen Architekten hierzu Stellung nehmen können".

Zu den Erstunterzeichnern des offenen Briefes gehören unter anderem die Kabarettisten Burkhard Damrau, Meigl Hoffmann und Bernd-Lutz Lange, die Pfarrerin der Thomaskirche Britta Taddiken, Zoo-Chef Jörg Junhold, Schriftsteller Helmut Richter, der Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Volker Rodekamp, Eva-Maria Hoyer vom Grassimuseum für Angewandte Kunst, Schauspieler Dieter Bellmann, Leipzigs früherer Stadtpräsident Friedrich Magirius sowie der frühere Regierungspräsident Walter Christian Steinbach. Auch sind etliche Universitätsprofessoren, namhafte Architekten und Denkmalpfleger vertreten - so zum Beispiel Wolfgang Hocquél, Thomas Topfstedt, Ronald Wanderer, Winfried Sziegoleit, Brigitte Kempe-Stecher und Wolfgang Kunz, ehemals Leiter des Stadtplanungsamtes.

In dem Schreiben werden die anstehende Sanierung und Umnutzung durch den Leipziger Projektentwickler KSW ausdrücklich begrüßt. "Allerdings sehen wir mit Sorge, dass die denkmalgeschützte Fassade einschneidende Veränderungen erfahren soll. Vieles, zu vieles an wertvollen Leipziger Baudenkmälern der Nachkriegszeit ist bereits abgebrochen oder gravierend verändert worden."

In Berlin sei am ehemaligen Staatsratsgebäude oder dem Café Moskau "mit unglaublicher Hingabe" ans Detail vorgeführt worden, wie Bauten aus DDR-Zeiten durch eine absolut originalgetreue Sanierung zu Top-Immobilien wurden. Bei solchen Objekten würden auch private Nutzer Schlange stehen, sagt der Leipziger Architekturkritiker Arnold Bartetzky, der ebenfalls zu den Unterzeichnern zählt.

Moderne Zutaten wie einen zweietagigen Glasaufbau auf dem Dach oder eine schwarze Einfärbung der Aluminiumvorhangfassade habe das prominente Gebäude am Augustusplatz nicht nötig. "Das wäre Provinz. Dabei ist die Hauptpost einer der wenigen Bauten aus der Zeit der DDR-Moderne, auf die sich alle einigen können: Einwohner wie Fachleute." KSW könne sich selbst ein Denkmal setzen, wenn man die allseits wegen ihrer besonderen Leichtigkeit gelobte Fassade ohne Veränderungen saniert.

Hingegen verweist KSW-Chef Holger Krimmling auf das weit vorangeschrittene Verfahren zu dem 100-Millionen-Euro-Projekt. Im Inneren liefen bereits vorbereitende Arbeiten für den im November geplanten Sanierungsstart. "Der moderne Dachaufbau ist als zeitgemäßes Zeichen für den Wandel in Architektur und Nutzung aus unserer Sicht unverzichtbar und wird in der modernen, den Innenhof flankierenden Architektur bis zur Querstraße konsequent fortgesetzt." Mit dem Armani-Hotel in Mailand oder der Tate Modern in London gebe es gute Beispiele, wie historische Bauten durch einen "mutigen Umgang" an Attraktivität gewinnen können.

Ziel musste sein, Struktur und Transparenz der historischen Vorhangfassade zu lesen und dem Denkmal in der neuen und veränderten Architektur "auf Augenhöhe zu begegnen", ergänzt das Architekturbüro Gregor Fuchshuber.

Jens Rometsch

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