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Propsteikirche in der Leipziger Innenstadt kann gebaut werden - Stadt erteilt Baugenehmigung

Propsteikirche in der Leipziger Innenstadt kann gebaut werden - Stadt erteilt Baugenehmigung

Bis Ende 2013 soll in der Leipziger Innenstadt der größte Kirchenneubau Deutschlands entstehen. Am Dienstag gab es dafür offiziell grünes Licht: Die Leipziger Stadtverwaltung erteilte der katholischen Kirchgemeinde St.

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So soll die neue Propsteikirche in Leipzig einmal aussehen. Am Dienstag wurde für das Gotteshaus die Baugenehmigung erteilt.

Quelle: Schulz & Schulz Architekten GmbH

Leipzig. Trinitatis die Baugenehmigung für die neue Propsteikirche direkt gegenüber des Neuen Rathauses.

Propst Lothar Vierhock bezeichnete die Realisierung des 15-Millionen-Euro-Projekts als „Jahrhundertereignis“ für seine Gemeinde. „Wir haben nicht daran gezweifelt, dass wir am Ende bauen dürfen“, erklärte Vierhock. Die Erteilung der Baugenehmigung sei jedoch der Abschluss der wichtigsten Phase des Vorhabens.

Bereits 2010 war mit ersten Probebohrungen auf dem Grundstück zwischen Martin-Luther-Ring und Peterssteinweg begonnen worden. Im August 2011 starteten archäologische Grabungen auf dem historisch bedeutsamen Areal neben dem Wilhelm-Leuschner-Platz. Der von den Wissenschaftlern erhoffte Sensationsfund eines alten Klosters, das sich bis zum 16. Jahrhundert dort befunden haben soll, blieb jedoch aus. Der Bau des Gotteshauses soll nun wie geplant im März 2012 beginnen.

Porphyr für die Kirchenfassade wird aus dem Fels gesprengt

Während die knapp 3000 Quadratmeter große Baustelle am Innenstadtring bereits winterfest gemacht wurde, laufen im mittelsächsischen Rochlitz die Arbeiten auf Hochtouren. „Dort im Steinbruch werden die ersten Steinquader für die Fassade der neuen Kirche aus dem Fels gesprengt und die Stein-Sägearbeiten beginnen“, berichtete Vierhock. Mit dem rot schimmernden Porphyr soll das Gotteshaus später verkleidet werden.

Im Januar will eine Jury über die künstlerische Gestaltung des 22 Meter langen und 3 Meter hohen Kirchenfensters und der liturgischen Orte wie Altar, Ambo, Tabernakel und Taufstein entscheiden. Der Sieger des internationalen Kunstwettbewerbs sollte ursprünglich schon im Oktober gekürt werden. Die Wahl wurde aber laut Kirchgemeinde wegen der hohen Qualität der knapp 20 eingereichten Vorschläge aus dem In- und Ausland noch einmal verschoben. Einen Tag nach der Entscheidung am 7. Januar sollen die Ergebnisse des Wettbewerbs im Gemeindezentrum an der Emil-Fuchs-Straße öffentlich präsentiert werden.

Fotos von den archäologische Grabungen:

Die neue Propsteikirche wird unweit der Stelle gebaut, an der bis 1943 das im Krieg zerstörte Gotteshaus der Gemeinde stand. Die derzeit genutzte Kirche aus den 80er-Jahren ist baufällig. Statt einer aufwändigen Sanierung des Gebäudes an der Emil-Fuchs-Straße entschied sich die 4200 Mitglieder zählende Gemeinde für einen Neubau, der teilweise durch Spenden finanziert werden soll. Rund 4,8 Millionen Euro sind bisher zusammengekommen, sagte Pfarrer Gregor Giele. Allein 80.000 Euro habe eine Aktion zum 75. Geburtstag des Bischofs Joachim Reinelt eingebracht. Reinelt habe statt Geschenken um Spenden für den Kirchenneubau gebeten. Die Gemeinde hofft auf insgesamt sieben Millionen Euro. "Wir sind sehr optimistisch, dass wir diese Summe zusammen bekommen", sagte Gregor Giele. Den Rest der Baukosten in Höhe von 15 Millionen Euro zahlt das Bistum Dresden-Meißen.

Standort und Architektur des neuen Gotteshauses lösten in den vergangenen Monaten kontroverse Diskussionen aus und stießen – auch in den Kommentaren bei LVZ-Online – auf teils heftige Kritik. Die Empörung äußere sich vor allem im Internet, sagte Pfarrer Giele. Bei vielen Anlässen, auf denen er das Bauprojekt vorstelle, seien die Reaktionen weitaus positiver. Forderungen der Kritiker etwa nach dem Erhalt der Wiese und einer kleineren Kirche stellt Giele entgegen: "Durch den Bebauungsplan ist geregelt, dass dort auch ohne Neubau keine Wiese bleiben würde. Auch sind für das Gelände sechs- bis achtgeschossige Gebäude vorgesehen. Da können wir nicht einfach niedriger bauen."

Verständnis hat der Pfarrer für die Kritik an der Architektur: "Darüber lässt sich immer diskutieren." Viele Menschen hätten eine traditionelle Vorstellung von Kirche, mit Turm und Dach. Giele glaubt jedoch, dass der tatsächliche Eindruck des Gebäudes deutlich positiver sein werde, als er es jetzt sei. "Die Schönheit erschließt sich erst auf den zweiten oder dritten Blick." Man müsse innehalten und verweilen - und dies passe schließlich gut zur Idee einer Kirche.

Robert Nößler / rob

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