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Protagonisten von 1990 diskutieren über die Probleme von heute

Runder Tisch Protagonisten von 1990 diskutieren über die Probleme von heute

"Das ist ja wie beim Klassentreffen", sagt die Ex-Bürgerrechtlerin und ehemalige Abgeordnete Gisela Kallenbach, als sie den Ratsplenarsaal des Neuen Rathauses betritt und die alten Bekannten begrüßt.

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Treffen im Ratsplenarsaal: Dr.Hans-Jürgen Sievers (Moderation), OBM Burkhard Jung, Friedrich Magirius (v.l.).

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Man (er)kennt sich, trotz der 25 Jahre, die seit dem legendären Jahr 1990 vergangen sind. An historischem Ort treffen sich die Protagonisten, die von Januar bis Mai am Runden Tisch saßen und den politischen Neuanfang in der Stadt Leipzig nach dem Revolutionsjahr 1989 in die Wege zu leiten hatten. Moderator war damals und ist zum Jubiläum Friedrich Magirius, Superintendent i.R. und ehemaliger und einziger Stadtpräsident Leipzigs. "Wir wollen uns dankbar erinnern an das was war und ebenso über heutige Probleme reden. Ich nenne da nur das Problem Legida", so Magirius. Und: Auch heute bedürfe es wohl wieder einer "Schule der Demokratie".

 Magirius gegenüber haben seine Zeitzeugen und Weggefährten Platz genommen, so der langjährige Verwaltungschef der Stadt, Andreas Müller und Rita Selitrenny, die 1990 für die Initiative Frieden und Menschenrechte am Runden Tisch saß. Zu den Gästen gehören Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), der 1990 ebenso wenig Tisch-Politik machen konnte wie die Vertreter der jungen Generation Marcus Adler (Studentenrat) und Luka Melorian (Stadtschülerrat). Für sie war es aus berufenem Mund interessant zu hören, wie Kommunalpolitik in Folge der Friedlichen Revolution gestaltet wurde. Bei einem zunehmend handlungsunfähigen Stadtparlament, das sich auf seiner Tagung am 26. Januar 1990 vom Betrug bei den Kommunalwahlen im Mai 1989 distanziert hatte und sich auflöste, lag die Verantwortung über Leipzigs Wohl und Wehe über wenige Wochen in der Hand des Runden Tisches.

 Friedrich Magirius umriss damals in einem Interview die Größe der Aufgabe, der auch er sich stellte: "Kaputte Häuser lassen sich reparieren, mit Farbe und einem neuen Dach versehen. Doch Menschen, die so eng erzogen sind, dass sie nicht zu einem eigenen Standpunkt gefunden haben, weil sie nicht eigenes Denken, eigenes Entscheiden, eigene Verantwortung geübt haben, ich denke, das ist der größte Schaden, den wir übernommen haben."

 So war der Runde Tisch vor 25 Jahren auch ein herausragendes Beispiel bürgerschaftlichen Engagements. Dass es darum noch heute geht, zeigt die aktuelle Tisch-Debatte derer von einst mit Oberbürgermeister, Vertretern der Zivilgesellschaft, jungen Leuten. Der Streitpunkte sind wieder viele: Demokratiedefizite, Transparenz der Macht, Weltoffenheit, kulturelle Vielfalt, Bildung ...

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.05.2015

Thomas Mayer

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