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Protest gegen AfD-Demo – Petry sprach in Leipzig

Kundgebung vor Bundesverwaltungsgericht Protest gegen AfD-Demo – Petry sprach in Leipzig

Am Buß- und Bettag wurde Leipzig erneut Schauplatz für Demonstrationen. Auf einer AfD-Kundgebung vor dem Bundesverwaltungsgericht forderte Frauke Petry eine Diskussion über die nationale Identität. Das Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ protestierte lautstark.

AfD-Demo am 18.11.2015 in Leipzig. Parteichefin Frauke Petry war als Rednerin eingeladen.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. In Leipzig haben sich Anhänger der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) am Mittwochmittag zu einer Kundgebung zusammengefunden. Vor dem Bundesverwaltungsgericht sammelten sich nach Schätzung von Augenzeugen rund 250 Teilnehmer. Auch Parteichefin Frauke Petry und Gründungsmitglied Konrad Adam sprachen zu den Teilnehmern der Kundgebung.

In Sicht- und Hörweite hatten sich gut 300 Gegendemonstranten rund um den Simsonplatz gesammelt. Das Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hielt eine Kundgebung in der Beethovenstraße ab, wo es auch zu mehreren Redebeiträgen kam. Die Polizei hatte den Platz vor dem Bundesverwaltungsgericht mit Absperrgittern abgeriegelt, agierte zunächst aber zurückhaltend und war nur mit wenigen Beamten vor Ort.

Zu Beginn der AfD-Kundgebung um 11 Uhr hatten sich außerdem rund 100 Gegendemonstranten vor dem Landgericht in der Harkortstraße gesammelt. Nachdem die Polizei diese mehrmals aufgefordert hatte, sich in Richtung Straße des 17. Juni zu bewegen, rückten die Ordnungskräfte mit weiteren Beamten an und drängten einen Teil der Gegendemonstranten über die zwischenzeitlich gesperrte Hartkortstraße ab. Dabei kam es zu kleineren Rangeleien. Eine kleine Gruppe Gegendemonstranten blieb allerdings vor dem Landegericht stehen und wurde daraufhin von der Polizei eingekesselt. Die Beamten führten die Gegendemonstranten danach einzeln weg und nahmen die Personalien auf.

Polizei sperrt Straße für AfD-Teilnehmer

Auf der AfD-Kundgebung sprachen unterdessen der Kreisvorsitzende Siegbert Droese, Bundesvorsitzende Frauke Petry und Gründungsmitglied Konrad Adam. Droese, der in seiner Rede von Muselmännern sprach, machte einen „regelrechten Hass auf alles Nationale“ aus und forderte eine „deutsche Leitkultur“.

Frauke Petry, die mit einer schwarzen Limousine mit getönten Scheiben auf dem Simsonplatz vorgefahren war, forderte in ihrer Rede eine Diskussion um die nationale Identität. Mit Blick auf die Anschläge von Paris warnte sie unter anderem vor einer Einschränkung der Bürgerrechte, forderte aber gleichzeitig eine „Polizei, die ihre Aufgaben wahrnehmen darf.“ Von den Flüchtlingen erwarte sie eine „Assimilation“.

Mit Blick auf die Gegendemonstranten sprach die AfD-Vorsitzende von „dummen und naiven Sprechchören“, forderte ihre Zuhörer kurz darauf aber auf, „Linksextremismus raus aus den Köpfen“ zu skandieren. Laut der AfD-Politikerin Petry seien nun Politiker mit Rückgrat gefragt, um sich dem „linken Mob“ entgegen zustellen.

Konrad Adam, der daran erinnerte, dass er vor dem ehemaligen Reichsgericht sprach, behauptete mit Blick auf die Flüchtlinge, dass sich die Volksparteien mit der Aufnahme von Asylsuchenden neue Wähler im Ausland besorgten, aus „Schmarotzern“ würden Schutzbefohlene gemacht. Im Zusammenhang mit den anderen Parteien sprach er von Barbaren.

Zum Abschluss der AfD-Kundgebung sangen die Teilnehmer unter einem gellenden Pfeifkonzert der Gegendemonstranten noch die Nationalhymne, angestimmt durch Frauke Petry. Außerdem riefen die Rechtspopulisten zu Spenden für einen angeblich verletzten Pegida-Teilnehmer auf.

Nach der Veranstaltung verließen die Demonstranten relativ zügig den Platz in Richtung Dimitroffstraße, die die Polizei dafür abgesperrt hatte. Als einige AfD-Teilnehmer in Richtung Wächterstraße abzogen, kam es dort noch vereinzelt zu Verbalattacken der Gegendemonstranten. Laut Lagezentrum der Polizei kam es insgesamt zu keinen größeren Vorkommnissen, die Auswertung des Demonstrationsgeschehens liefe noch.

Von LVZ

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