Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 9 ° heiter

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Protest gegen Umbenennung des Leuschner-Platzes – Bürgerinitiative lädt zum Auftakttreffen

Protest gegen Umbenennung des Leuschner-Platzes – Bürgerinitiative lädt zum Auftakttreffen

Gegen die geplante Umbenennung des Wilhelm-Leuschner-Platzes in „Platz der Friedlichen Revolution“ formiert sich Protest. Während des Aktionstages „Echte Demokratie jetzt!“ am Samstag auf dem Augustusplatz soll eine entsprechende Bürgerinitiative ins Leben gerufen werden.

Voriger Artikel
Günthersdorf plant neues Möbelhaus und Baumarkt
Nächster Artikel
Arbeitsagentur Leipzig bietet wieder Weihnachtsmänner frei Haus

Der Wilhelm-Leuschner-Platz in Leipzig: Er soll ab 2013 „Platz der Friedlichen Revolution“ heißen.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Initiator ist Kai-Uwe Arnold. Der 43-jährige Leipziger hat die Reaktionen auf die angestrebte Umbenennung verfolgt und sich nun entschlossen, aktiv zu werden. Am Samstag sucht er auf dem Augustusplatz Gleichgesinnte.

„Es gibt scheinbar eine große Ablehnung gegenüber der Umbenennung. Die Stadt entscheidet einfach am Willen der Bürger vorbei“, erklärte Arnold am Dienstag gegenüber LVZ-Online und fügte an: „Seit vielen Jahren wird schon versucht, uns diesen Namen aufzunötigen, ohne dass wir es wollen.“ Nach Meinung des 43-jährigen Berufsschullehrers gibt es ausreichend Denkmale in der Stadt, die an die Ereignisse im Herbst 1989 in Leipzig erinnern, wie etwa das Mauerstück, die Demokratieglocke, die Säule vor der Nikolaikirche oder die Nikolaikirche selbst. „Man braucht diesen Platz der Friedlichen Revolution und das Denkmal darauf einfach nicht“, sagte Arnold.

Historische und ästhetische Vorbehalte gegen den „Platz der Friedlichen Revolution“

Der Wilhelm-Leuschner-Platz an dieser Stelle gehöre stattdessen einfach zur Stadt dazu. „Nach der Umbenennung würde Leuschner aus der Wahrnehmung komplett verschwinden“, befürchtet Arnold, der sich nach eigenen Angaben privat für Stadthistorie und die Ereignisse des 20. Juli 1944 interessiert. Nach dem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler war Leuschner als Vizekanzler der neuen Regierung vorgesehen, wurde stattdessen aber am 29. September 1944 von den Nazis hingerichtet. „Wilhelm Leuschner sollte heute einfach nicht in der Stadt fehlen“, sagte Arnold.

Neben den historischen Vorbehalten hat der Initiator des möglichen Bürgerprotestes auch ästhetische gegen die Umbenennung. „Der neue Name ‚Platz der Friedlichen Revolution’ gefällt mir überhaupt nicht. Er ist der heutigen Zeit nicht angemessen, erinnert eher an frühere Straßennamen: wie etwa die ‚Straße des 30. Jahrestages der Deutschen Demokratischen Republik’. Im übrigen sagt auch niemand hier in Leipzig ’Friedliche Revolution’. Für uns war das einfach die Wende“, erklärte Arnold am Dienstag.

Am Samstag beim Aktionstag „Echte Demokratie jetzt!“ auf dem Augustusplatz harrt Arnold an einem Infostand und will dort mit Menschen ins Gespräch kommen, die ähnlich denken wie er. „Wir wollen erstmal sehen, wie viele Leute überhaupt kommen und mitmachen wollen. Danach soll entschieden werden, was genau gemacht wird“, sagte Arnold. Vor drei Tagen hat er mit Mike Nagler, dem Mitveranstalter des Aktionstages, gesprochen und sich erste Tipps geben lassen, wie der Protest erfolgreich organisiert werden kann. Der einst für die Partei Die Linke in den Bundestag strebende Nagler hatte vor vier Jahren als Mitbegründer einer Initiative gegen den Verkauf der Leipziger Stadtwerke schon einen Bürgerentscheid herbeigeführt.

Die von Kai-Uwe Arnold geplante Initiative gegen die Umbenennung des Wilhelm-Leuschner-Platzes könnte ähnliches vorhaben. „Es gibt praktisch zwei Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen: Entweder wir sammeln vor der Entscheidung im Stadtrat Unterschriften gegen die Umbenennung oder streben nach der positiven Entscheidung ein Bürgerbegehren an“, erklärte die 43-Jährige.

Mehr als 3000 Facebook-User gegen Umbenennung des Leuschner-Platzes

Bei einer nicht repräsentativen Online-Umfrage auf der Facebook-Seite von LVZ-Online haben sich seit dem 5. Oktober mehr als 3000 Menschen gegen eine Umbenennung des Wilhelm-Leuschner-Platzes ausgesprochen – gut 78 Prozent aller Teilnehmer der Abstimmung. Dagegen stießen die Pläne der Stadtverwaltung, das Areal am südlichen Ende der Leipziger Innenstadt am 9. Oktober 2013 in „Platz der Friedlichen Revolution“ umzuwidmen, bei den meisten Fraktionen im Leipziger Stadtrat auf Wohlwollen. Ab 2014 soll am dem Platz auch das neue Leipziger Freiheits- und Einheitsdenkmal stehen.

Der Aktionstag „Echte Demokratie jetzt!“ am 15. Oktober auf dem Leipziger Augustusplatz ist Teil einer weltweiten Kampagne für mehr Demokratie. Diese beruht auf den erstmals am 15. Mai 2011 stattfindenden Protesten gegen sozialen, wirtschaftlichen und politischen Missstände in Spanien. Die danach gegründete spanische Bewegung „Movimiento 15-M” hat nun für kommenden Samstag auch außerhalb der iberischen Halbhinsel zu ähnlichen Kundgebungen aufgerufen.

Internet: acampadaleipzig.org/blog

Matthias Puppe

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Lokales
  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Lachmesse Leipzig 2017

    Vom 15. bis 20. Oktober 2017 werden in Leipzig wieder massiv die Lachmuskeln gereizt. Über 180 Künstler kommen zur Lachmesse. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

Wie weiter nach der Grundschule? Unsere Übersicht aller Gymnasien, Oberschulen und Freien Schulen in Leipzig will Eltern bei der Auswahl der passenden Bildungseinrichtung für ihr Kind unterstützen. mehr

  • Leipzig Wiederentdeckt
    Leipzig Wiederentdeckt

    Die 13 Filme schildern eine einzigartige Zeitreise durchs 20. Jahrhundert der Stadt Leipzig – von den Anfängen des Films bis zur Wendezeit. Mit bis... mehr

  • Leipzig-Album
    Leipzig-Album

    Welche Ereignisse sind den Bürgern der Messestadt besonders in Erinnerung geblieben, welche Orte oder Gebäude sind verschwunden oder haben sich gew... mehr

Die Multimedia-Reportage erzählt elf spannende Geschichten entlang der Linie 11 - der längsten Straßenbahnlinie Leipzigs. mehr

Ob zur Entspannung, in der Mittagspause oder zum Spaß mit Freunden. Auf unserer Spieleseite können Sie wählen zwischen Denksport-, Geschicklichkeits-, Such- und Sportspiele. Probieren Sie es aus im Spieleportal von LVZ.de. mehr