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Lokales Protestaktion "11. Gebot" in Leipzig: "Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen"
Leipzig Lokales Protestaktion "11. Gebot" in Leipzig: "Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen"
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08:40 17.01.2017
Eine Million Euro von der Stadt Leipzig für den 100. Katholikentag? Dagegen gab es in der City Protest. Quelle: André Kempner
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Leipzig

Die Piraten unterstützen die Kunstaktion „Das 11. Gebot: Du sollst deinen Kirchentag selbst bezahlen!“.

Die Botschaft ist wie in Stein gemeißelt: Am Dienstag und Mittwoch wird eine mobile Moses-Statue samt Gebotstafel in der City zu sehen sein. Initiator der Aktion ist die Giordano-Bruno-Stiftung aus Rheinland-Pfalz, die als „Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung“ bereits im Mai in Regensburg gegen die Subventionierung von Kirchentagen aller Konfessionen demonstrierte.

Die Stiftung hält die Verwendung öffentlicher Gelder für diesen Zweck für verfassungswidrig: Es sei offensichtlich, „dass das verfassungsmäßig verbriefte Recht auf Gleichbehandlung aller Menschen durch den Staat unabhängig von ihrer Religion (Art. 3 GG) in Deutschland regelmäßig durch Bund, Länder und Kommunen verletzt wird", heißt es auf der Webseite zur Protestaktion.

“Für eine Million Euro muss ein KiK-Mitarbeiter etwa 83 Jahre arbeiten. Man könnte 100 Seat Ibiza damit kaufen. Oder einen Hartz-IV-Empfänger 237 Jahre damit unterstützen“, so die designierte Piraten-Stadtratsabgeordnete Ute Elisabeth Gabelmann. Wegen der Wahlpanne in Leipzig kann sie ihr Amt wie alle neu gewählten Ratsvertreter nicht antreten, will aber die amtierenden Stadträte „zum Nachdenken anregen“.

"Wo bleibt die Gerechtigkeit?"

Argumente sollen die Leipziger an den nächsten zwei Tagen liefern: In der Innenstadt fragen die Piraten Passanten, was mit der Summe von 1.000.000 Euro in Leipziger verbessert werden könnte. Die Vorschläge werden aufgeschrieben und der Ratsversammlung am Mittwoch zur letzten Sitzung vor der Sommerpause, bei dem auch über das Geld für den Katholikentag entschieden werden soll, übergeben.

Irritiert zeigt sich jedenfalls der Verein der Freunde und Förderer des Naturkundemuseums Leipzig, dass die Stadt Leipzig zum 100. Katholikentag, der 2016 in die Messestadt kommt, eine Million Euro beisteuern soll. „Niemand hat etwas gegen einen Katholikentag in Leipzig, aber wo bleiben Verhältnismäßigkeit und Gerechtigkeit?“, heißt es in einer Erklärung. Der Eindruck dränge sich auf, dass in der Stadt für alles Geld da sei – nur nicht für das Naturkundemuseum.

Das derzeitige Haus in der Lortzingstraße ist desolat und die Ausstellung nicht mehr zeitgemäß. Ein neuer Standort ist seit Jahren in der Diskussion, und noch immer hat Kulturbürgermeister Michael Faber (parteilos) den Stadträten keinen abstimmungsreifen Masterplan vorgelegt. Die Anfrage der Linksfraktion dazu bekommt vor dem Hintergrund der Kirchentagsdiskussion zusätzliche Brisanz.

Evelyn ter Vehn

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