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Protestaktion im Leipziger Zentrum: Polizei und Demonstranten geraten aneinander

Protestaktion im Leipziger Zentrum: Polizei und Demonstranten geraten aneinander

Bei einer Spontandemonstration sind am Donnerstagabend Protestierende aus dem politisch linken Lager und die Polizei aneinander geraten. Dutzende Anhänger der Kampagne „Fence off“, die sich nach eigenen Angaben für die Schließung des NPD-Quartiers in der Odermannstraße einsetzen, waren gegen 19 Uhr von der Grimmaischen Straße zum Markt und über die Petersstraße zum Wilhelm-Leuschner-Platz gezogen.

Leipzig. Wenige Meter vor der Polizeidirektion an der Ecke Peterssteinweg/Dimitroffstraße, versuchten die Beamten die Demonstranten anzuhalten.

Während die Organisatoren von „Fence off“ in einer Mitteilung davon sprachen, dass die Polizei mit „Schlagstöcken in die Demonstrationsspitze gestürmt“ sei und die Teilnehmer körperlich verletzt habe, wies der Polizeiführer vom Dienst den Gewaltvorwurf noch am Abend zurück. Axel Palitzsch sagte am Abend gegenüber LVZ-Online: „Vom Einsatz mit Schlagstöcken habe ich nichts wahrgenommen.“ Er habe lediglich gehört, dass gegen Polizisten getreten worden sei.

Inzwischen räumen aber auch die Beamten des Einsatz eines Schlagstockes "aus Notwehr" ein und kündigten eine Erklärung von Polizeipräsident Horst Wawrzynski im Laufe des Tages an.

Anita Dudow, Sprecherin der Kampagne „Fence“ sagte: "Der Einsatz war nicht nur überzogen, sondern ist ein Beispiel für Polizeigewalt. Die Demonstrierenden haben keinerlei Anlass zum Eingreifen geliefert."

Nach eigenen Angaben waren die Polizisten gegen 18.50 Uhr zufällig auf die Demonstranten aufmerksam geworden, die sich im Innenhof der Universität am Augustusplatz versammelt hatten. „Die etwa 100 schwarz gekleideten Personen setzten sich dann in Bewegung, liefen teilweise im Eilschritt durch die Innenstadt, trugen Transparente bei sich und zündeten Bengalische Feuer an“, berichtete Polizeiführer Panitzsch. Möglicherweise sei es dadurch auch zu Beschädigungen an Autos gekommen, dies müsse aber noch geprüft werden. Auf dem Martin-Luther-Ring hätten die Demonstranten die Straße betreten und den Verkehr gefährdet.

„Wir waren zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Beamte und haben versucht, den Zug anzuhalten“, sagte Panitzsch. Die Polizei habe vor Ort prüfen wollen, ob es sich um eine nicht angemeldete Demonstration handelt. „Die Gruppe hat sich dann in alle Richtungen aufgelöst. Sie haben nicht mit sich reden lassen“, sagte Panitzsch. Die Polizei sei teilweise überrannt worden. Am Abend habe es kein weiteres Aufeinandertreffen zwischen den Einsatzkräften und den Demonstranten gegeben.

Die Organisatoren der Protestaktion sprachen von 180 Teilnehmern. “Auf eine Anmeldung haben wir absichtlich verzichtet, denn Antifaschismus ist auch ohne staatlichen Segen notwendig und legitim“, sagte Sprecherin Dudow. Auch künftig sei mit weiteren Aktionen zu rechnen, die sich gegen das Neonazi-Zentrum in der Odermannstraße richteten, kündigte sie an.

maf/mro

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