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Lokales Protestbrief an OBM Jung: Bürgerverein Schleußig kritisiert Schneeberäumung
Leipzig Lokales Protestbrief an OBM Jung: Bürgerverein Schleußig kritisiert Schneeberäumung
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23:39 15.01.2010
Leipzig

Der Betriebsleiter der Stadtreinigung, Frank Richter, wehrt sich gegen die Winterdienst-Vorwürfe. "Unsere Mitarbeiter arbeiten rund um die Uhr und an der Leistungsgrenze", sagt er.

"Nach tagelangem Schneefall und aus Sicht der Bürger untätigen Verhaltens der jeweiligen Ämter der Stadt Leipzig sind die Bürger nicht mehr bereit, diesen aktuellen Zustand hinzunehmen", heißt es in dem Brief. In Schleußig seien die Hauptstraßen "nur noch unter erschwerten Bedingungen" befahrbar. "Sie sind als Stadt Leipzig, die sich nach außen weltoffen präsentieren möchte, nicht in der Lage, die eigentlich normalen winterlichen Verhältnisse in den Griff zu bekommen. Die Anlieger versuchen mühevoll die Gehwege vom Schnee zu befreien. Und die Räumfahrzeuge schieben von der Straße den Schnee wieder auf die Fußwege. Die parkenden Autos werden vollkommen zugeschoben. Ein Parken in der Könneritzstraße ist unter normalen Bedingungen einfach nicht mehr möglich", heißt es weiter in dem von Vereinsvorsitzenden Tobias Hönemann unterzeichneten Papier. In Nebenstraßen, "die teilweise bis zu 40 Zentimeter mit aufgewühlten Schneemassen vollkommen verstopft sind", sei die Lage noch prekärer. "Wann begreift die Stadt nun endlich, dass hier schwere Technik eingesetzt werden muss, um die Schneemassen zu entfernen? Hier ist die öffentliche Sicherheit erheblich gefährdet. Krankenfahrzeuge sowie Feuerwehr können in Notfällen nicht mehr an die Objekte." Die Anlieger würden monatlich Straßenreinigungsgebühren bezahlen und hätten "somit auch ein Anrecht" auf Hilfe gegen die Schneemassen. Die Bürger seien bereit, sich zu beteiligen. "In der jetzigen Situation sind sie aber machtlos."

Winterdienst-Chef Richter kann die Sorgen zwar verstehen, ärgert sich allerdings über das "Anspruchsdenken einzelner". "Wir haben nun mal keinen Durchschnittswinter", sagt er. "Die 38 Zentimeter Schnee, die hier runter gekommen sind, gab es in keinem der letzten 20 Jahre", so Richter. 330 Mitarbeiter von ihm seien seit dem vergangenen Wochenende rund um die Uhr im Einsatz. "Das öffentliche Leben funktioniert, auch wenn es für alle schwieriger als sonst ist", resümiert der Betriebsleiter. Nach dem Hauptstraßennetz kämen inzwischen auch immer mehr Seitenstraßen dran. Auf Bitten von Unternehmen seien Räumkommandos in den vergangenen Tagen immer wieder auch in Gewerbegebiete geschickt worden, um Zufahrten zu Firmen frei zu schieben. Aus der Innenstadt werde Schnee abtransportiert. Richter: "Es ist aber völlig unmöglich, Schnee aus den Nebenstraßen oder gar der ganzen Stadt abzufahren. Hier liegen mehr als eine Million Kubikmeter. Das ist logistisch nicht zu bewältigen."

Andreas Tappert/Klaus Staeubert

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